Zimmerer/in

Was macht ein/e Zimmerer/in?

Zimmerleute sind Experten für Holzkonstruktionen vom Dachgebälk bis zum individuellen Holzhaus nach den Plänen eines/r Ingenieurs/in. Sie bearbeiten das Holz mit Säge, Hobel und Bohrmaschine und mit modernen technischen Geräten. Auch andere Werkstoffe kommen zum Einsatz.

Der/die Zimmerer/in übernimmt folgende Tätigkeiten:

  • Herstellung von Holzkonstruktionen und Holzbauten
  • Holzinnenausbau von Gebäuden wie Dachstühle, Treppen, Decken
  • Herstellung und Montage von Fertighäusern
  • Herstellung von Betonverschalungen aus Holz
  • Altbausanierung
  • Planung und Auswahl von Bau- und Dämmstoffen
  • Absicherung der Baustelle
  • Montage von Bauteilen nach Bauplänen
  • Vorbereitung der Werkstoffe für den Einbau
  • Einbau von Fenstern und Türen
  • Bekleidung von Außenwänden mit Holz
  • Kalkulation und Rechnungsstellung

Als Zimmerer/in arbeitet man oft im Freien und manchmal auch in größeren Höhen, körperliche Fitness sollte vorhanden sein, da Montagearbeiten neben Fingerspitzengefühl auch Kraft verlangen.

Wo arbeitet ein/e Zimmerer/in?

In Handwerk und Industrie bei:

  • Zimmereibetriebe
  • Unternehmen des Bauhauptgewerbes
  • Fertighausindustrie
  • Dachdeckereien
  • Altbausanierungsbetrieben und Restaurierungsbetriebe
  • Hochbau, z.B. für Fassadenbaubetriebe
  • Bau- und Holzfachmärkte
  • Selbständigkeit

Wie werde ich Zimmerer/in?

Zimmerer/in ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz und der Handwerksordnung und dem Berufsfeld Bautechnik zugeordnet.

Die Ausbildung kann in zwei Stufen erfolgen: Nach zwei Jahren mit dem Abschluss zum/r Ausbaufacharbeiter/in. Nach dem dritten Jahr wird der Berufsabschluss Zimmerer/in mit dem Gesellenbrief erworben. Die Ausbildung erfolgt in der Regel dual im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule.

Eine schulische Ausbildung wird ebenfalls angeboten. Die meisten Schulen setzen hierfür mindestens den Hauptschulabschluss voraus, oft jedoch einen mittleren Abschluss. Im Jahr 2006 verfügten 34 Prozent der Ausbildungsanfänger über einen Hauptschulabschluss, 21 Prozent über einen mittleren Bildungsabschluss, ein Berufsgrundbildungsjahr hatten 28 Prozent absolviert.

Selbständig machen können sich Zimmerer/innen nach erfolgreich abgelegter Meisterprüfung oder sechsjähriger Gesellentätigkeit (davon 4 Jahre in leitender Stellung) im zulassungspflichtigen Zimmererhandwerk.

Die Bundesfachschule des Deutschen Zimmererhandwerks in Kassel bietet die Weiterbildung zur Fachkraft Dämmtechnik Holzbau an.

Für die Weiterbildung zum/r Techniker/in - Holztechnik ist, je nach Bundesland, neben Berufserfahrung ein Hauptschul- oder mittlerer Abschluss Voraussetzung.

Was verdient ein/e Zimmerer/in?

  • Das Einkommen ist von Berufserfahrung, Lebensalter, Verantwortlichkeit und Arbeitseinsatz (Akkord, Wochenenden) abhängig
  • Angestellt: monatliche tarifliche Bruttogrundvergütung ca. 2.134 € - 2.676 €
  • Ein/e Zimmerermeister/in verdient monatlich 3.119 € - 3.426 €

Trends und voraussichtliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt:

Mittelmäßige Aussichten

  • Die Neubautätigkeit nimmt ab, der Wohnungsmarkt ist rückläufig
  • Die Arbeitslosenzahlen der Beschäftigten beim Bau sind immer noch hoch
  • Energiesparen wird immer wichtiger: Für Zimmerer/innen gewinnen die Tätigkeitsfelder Wärmedämmung und Wärmeschutz an Bedeutung. Sie kennen sich mit neuesten Isolationsverfahren aus, beraten ihre Kunden bei der Auswahl des geeigneten Dämmmaterials und führen die wärmeschutztechnischen Maßnahmen durch
  • Ökologisches Bauen und somit auch Holzhäuser liegen im Trend, ebenso ökologische Leime, Lasuren und Imprägniermittel

Wie kann ich schon jetzt Einblick in den Beruf erhalten?

Ein Praktikum oder Schnuppern auf dem Bau liefert einen guten Eindruck. Schauen Sie sich in Neubaugegenden um. Holzbauten sind zur Zeit gefragt.

Die großen Fertighausfirmen bieten Führungen durch ihre Produktionsstrassen an.

Erkundigen Sie sich in der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit.

Stand: September 2008