Zerspanungsmechaniker/in

Was macht ein/e Zerspanungsmechaniker/in?

Der Beruf des Zerspanungsmechanikers/in gehört zur Gruppe der handwerklichen Berufe. Zerspanungsmechaniker/innen fertigen Präzisionsbauteile aus Metall durch spanende Verfahren. Dazu gehören das Drehen, Fräsen oder Schleifen. Dabei arbeiten sie in der Regel mit CNC-Maschinenprogrammen für Computer gesteuerte Werkzeugmaschinen. Sie fertigen zum Beispiel Radnaben, Zahnräder, Gewinde, Getriebe, Motoren- und Turbinenteile auf wenige tausendstel Millimeter genau.

In Werkstätten fertigen sie Kleinstbauteile oder überprüfen die Qualität der erzeugten Produkte. Wenn sie für computergesteuerte Maschinen Programme schreiben, steht ihnen dafür auch ein Arbeitsplatz abseits des Produktionslärms zur Verfügung.

Folgende Arbeiten gehören zum Aufgabenfeld eines/r Zerspanungsmechanikers/in:

  • Bearbeitung von Metall z.B. durch Bohren, Fräsen, Drehen, Schleifen, Feilen und Hämmern
  • Kontrolle der Maße und Oberflächenqualität
  • Messen und Prüfen, zum Teil im Bereich von wenigen tausendstel Millimetern
  • Programmierung und Einrichtung der Maschinen
  • Überwachung des Fertigungsprozesses
  • Beseitigen von Störungen
  • Wartung und Inspektion der Maschinen

Wo arbeitet ein/e Zerspanungsmechaniker/in?

In Metall verarbeitenden Industriebetrieben in den Bereichen:

  • Werkzeug-, Vorrichtungs-, Maschinen- und Gerätebau
  • Maschinenbau
  • Stahl- und Leichtmetallbau
  • Fahrzeugbau
  • Gießereien

Wie werde ich Zerspanungsmechaniker/in?

Zerspanungsmechaniker/in ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz und dem Berufsfeld Metall zugeordnet. Der Beruf wird ohne Spezialisierung in der Industrie ausgebildet, verfügt jedoch über Differenzierungsmöglichkeiten durch betriebliche Einsatzgebiete, die im Verlauf der Ausbildung vertieft werden und über die der Betrieb individuell entscheidet.

Im Jahr 2004 wurde die Ausbildung neu geregelt, sie dauert 3,5 Jahre und erfolgt dual im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule.

Die Abschlussprüfung wurde 2007 ebenfalls erneuert, die erste Prüfung nach zwei Jahren ist bereits Teil der Prüfung und macht 40 Prozent der Gesamtnote aus.

Weiterbilden können sich Zerspanungsmechaniker/innen zum/r Industriemeister/in - Metall oder zum/r Techniker/in - Feinwerktechnik bzw. Maschinentechnik.

Mit Fachhochschulreife kann ein Studium zum/r Ingenieur/in - Fachrichtung Maschinenbau oder Fachrichtung Mechatronik folgen. Zerspanungsmechaniker/innen ohne Abitur können dieses dazu meist auf dem zweiten Bildungsweg nachholen.

Die Betriebe stellen überwiegend angehende Zerspanungsmechaniker/innen mit mittlerem Bildungsabschluss ein. Rund 30 Prozent haben einen Hauptschulabschluss, gut ein Zehntel der Ausbildungsanfänger/innen hat eine Berufsfachschule absolviert.

Auch eine schulische Ausbildung ist möglich. In der Regel wird hier mindestens der Hauptschulabschluss vorausgesetzt.

Was verdient ein/e Zerspanungsmechaniker/in?

  • Angestellt: tarifliche monatliche Bruttogrundvergütung 2.699 € (laut WSI-Tarifhandbuch 2008)
  • Das Einkommen ist wesentlich von Anforderungen, Betriebszugehörigkeit, Alter, Verantwortlichkeit sowie Region und Branche abhängig

Trends und voraussichtliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt:

gute Aussichten

  • Die Ausbildungszahlen sind seit 2005 rasant gestiegen: Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen verzeichnen einen Zuwachs von 19 Prozent, gefolgt von Bayern mit 15 Prozent - 2007 erreichten die Arbeitslosenzahlen Tiefststand, ein Drittel der Beschäftigten ist älter als 50 Jahre
  • Neue Technologien wie High Performance Cutting (HPC) haben die Branche belebt und das Interesse an der Ausbildung verstärkt. High Performance Cutting (Hochleistungsbearbeitung) ermöglicht Kostenreduzierung durch Optimierung der Prozesskette. Zerspanungsmechaniker/innen müssen bei HPC den gesamten Fertigungsprozess mit einbeziehen, auch Werkzeugwechselkosten und Kosten für den Kühlschmierstoff werden berücksichtigt
  • Ein weiterer Trend: Ultraschall - Schleifen wird effizienter. Bearbeitungskräfte beim Schleifen sprödharter Hochleistungswerkstoffe wie Hochleistungskeramik, Glas oder Glaskeramik werden durch den Einsatz von Ultraschall verringert, die Bearbeitungsgeschwindigkeit wird erhöht, Produktivität gesteigert

Wie kann ich schon jetzt Einblick in den Beruf erhalten?

Präzisionsbearbeitung von harten Materialien erfordert große Messgenauigkeit, zum Beispiel bei Flugzeugtriebwerken, hier hängt die Sicherheit davon ab.

Schauen Sie sich beim Tag der offenen Tür in der Industrie oder auf Flugzeugwerften und Flughäfen Motoren und Turbinen an. Auch ein Betrieb, der Motoren repariert, schafft Einblicke in das sonst so verborgene Innenleben eines Motors. Bei den Einzelteilen entscheiden hundertstel Millimeter über Leistung und Langlebigkeit.

Besuchen Sie Industrie- und Werkzeugmaschinenmessen (zum Beispiel Hannover Messe). Hier werden Prototypen neuer Maschinen und Präzisionsprodukte vorgestellt. Zu Schauzwecken sind die Maschinen auf kleine Kunststücke programmiert.

Ein Praktikum in einem metallverarbeitenden Betrieb vermittelt erste Eindrücke.

Stand: September 2008