Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r

Was macht ein/e Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r?

Der Beruf des/r Zahnmedizinischen Fachangestellten gehört zur Gruppe der zahnmedizinischen Berufe. Zahnmedizinische Fachangestellte sind in der medizinischen Assistenz und in den Bereichen Prophylaxe und Praxisorganisation und -verwaltung tätig. In der Zahnartpraxis sind sie am Empfang die ersten Ansprechpartner für Patienten, Krankenkassen, Labors und Pharmareferenten, sie assistieren aber auch den Zahnärzten/innen während der Behandlung und führen eigene Prophylaxemaßnahmen durch.

Zu den Hauptaufgaben des/r Zahnmedizinischen Fachangestellten gehören:

  • Betreuen der Patienten vor, während und nach der Behandlung
  • Assistenz des/r Zahnarztes/in bei der Behandlung: Füllungen anrühren, Abdruckmassen vorbereiten, Gebissabdrücke nehmen
  • Vor-/Nachbereitung der Instrumente und Materialien im Behandlungszimmer
  • Durchführen von Hygienemaßnahmen
  • Mitwirken bei der Erstellung von Röntgenaufnahmen
  • Aufklären von Patienten über die Möglichkeiten der Karies- und Parodontalprophylaxe oder Anleiten dieser zur Mundhygiene
  • Dokumentation von Behandlungsabläufen
  • Erfassung erbrachter Leistungen für die Abrechnung
  • Organisation von Praxisabläufen
  • Empfang und Datenaufnahmen
  • Terminplanung
  • Erledigen des Schriftverkehrs

Wo arbeitet ein/e Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r?

  • Zahnarztpraxen
  • Zahn-, Mund- und Kieferkliniken
  • Universitäre Zentren für Zahn, Mund- und Kieferheilkunde
  • Öffentliches Gesundheitswesen und Krankenkassen

Wie werde ich Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r?

Der Beruf des/r Zahnmedizinischen Fachangestellten ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz, er gehört zum Bereich Freie Berufe. Die dreijährige Ausbildung ist bundesweit einheitlich geregelt. Sie wird ohne Spezialisierung in Zahnarztpraxen, kieferorthopädischen oder kieferchirurgischen Praxen, z.T. auch in Zahnkliniken angeboten. Die Ausbildung erfolgt in der Regel dual im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule.

Auch eine schulische Ausbildung ist möglich. Die Schulen legen eigene Zugangskriterien fest, die in jedem Bundesland anders sein können. Es wird mindestens ein Hauptschulabschluss vorausgesetzt.

Die Betriebe stellen überwiegend angehende Zahnmedizinische Fachangestellte mit einem mittleren Bildungsabschluss ein. Im Jahr 2006 hatten 62 Prozent die mittlere Reife, 26 Prozent einen Hauptschulabschluss.

Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es zum/r Zahnmedizinischen Verwaltungsassistenten/in oder zum/r zahnmedizinischen Fachassistenten/in sowie zum/r Fachwirt/in - Sozial- und Gesundheitswesen. Auch Prophylaxeassistent/in, Dentalhygieniker/in und Betriebswirt/in - Sozialwesen sind mögliche Aufstiegsweiterbildungen.

Ein Studium kann angestrebt werden, z.B. zum/r Gesundheitswirt/in oder zum/r Zahnarzt/ärztin. Ohne Abitur muss dieses dazu meistens auf dem zweiten Bildungsweg nachgeholt werden.

Was verdient ein/e Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r?

  • Das Einkommen schwankt je nach Erfahrung, Alter, Kompetenz und Betriebszugehörigkeit sowie Region und Tarif
  • Angestellt: monatliche tarifliches Bruttogrundvergütung 1.356 - 1.807 €
  • Tarifregister Nordrhein-Westfalen für Angestellte 1.516 - 1.962 €

Trends und voraussichtliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt:

Mittelmäßige Aussichten

  • Kosten für Zahnersatz müssen zunehmend vom Patienten getragen werden - dieser wird zum kritischen Kunden und vergleicht das Angebot der Praxis
  • Das Interesse an Prophylaxe und zahnästhetischen Leistungen wächst - ständige Weiterbildung und kundenorientiertes Verhalten werden für Zahnmedizinische Fachangestellte immer wichtiger
  • Digitalisierung in der Zahnarztpraxis: An der Rezeption wird die Versichertenkarte eingelesen, Patientendaten werden am Bildschirm abgerufen, Diagnosen, zahnmedizinische Eingriffe und Therapien werden am PC dokumentiert. Für das digitale Röntgen setzen Zahnmedizinische Fachangestellte eine 3D-Röntgensoftware ein. Mithilfe eines Speicher-Folienscanners können sie so das Röntgenbild am PC-Monitor darstellen
  • Die Zahl der Auszubildenden nimmt seit 2005 beständig ab, die Arbeitslosenzahlen blieben seitdem relativ niedrig (im Durchschnitt 8 Prozent) - der Frauenanteil in diesem Beruf liegt nach wie vor bei 99,3 Prozent

Wie kann ich schon jetzt Einblick in den Beruf erhalten?

Ein Praktikum im Dentallabor, oder ein Tag der offenen Tür im Dentalzentrum kann Einblicke geben. Ein/e kompetente/r Ansprechpartner/in ist sicherlich auch der/die eigene Zahnarzt/ärztin und seine/ihre Mitarbeiter/innen. Vielleicht wird hier ein praktischer "Schnuppertag" angeboten - fragen Sie nach!

Beobachten Sie genau die Abläufe in der Praxis bei Ihrem nächsten Zahnarztbesuch.

Stand: September 2008