Vermessungstechniker/in

Was macht ein/e Vermessungstechniker/in?

Vermessungstechniker/innen führen Lage- und Höhenmessungen im Gelände durch. Sie analysieren und ergänzen bestehende Unterlagen und überprüfen die bestehenden Vermessungspunkte. Von diesen Vermessungspunkten aus nehmen sie neue Messungen vor und übertragen Markierungen für neue Gebäude oder Straßen in das Gelände. Auf Basis der Messungen werden zum Beispiel Autokarten erstellt oder auch Planungsunterlagen für Häuser, Brücken und Straßen. Dazu stehen sie in Signalkleidung an Autobahnen, auf Brücken oder Hausdächern, meistens jedoch mitten im unerschlossenen Gelände - Gummistiefel gehören ins Gepäck. Außerhalb der Messphasen arbeiten Vermessungstechniker/innen überwiegend im Büro. Zu den Hauptaufgaben eines/r Vermessungstechnikers/in gehören:

  • Vermessungen im Gelände anhand von Vermessungspunkten durchführen
  • Die Position geplanter neuer Gebäude und Straßen festlegen
  • Im Gelände Markierungen für neue Gebäude, Straßen, Brücken anbringen
  • Vermessungsergebnisse auswerten
  • Planungsunterlagen aktualisieren
  • Karten und Pläne mithilfe von Computern oder per Hand erstellen
  • Messungsdaten verwalten
  • Information und Beratung von Auskunftssuchenden

Wo arbeitet ein/e Vermessungstechniker/in?

  • Architektur- und Ingenieurbüros
  • Öffentlicher Dienst: Landesvermessungsämter und Katasteramt
  • Behörden für Geoinformation, Landentwicklung und Liegenschaften
  • Unternehmen für Hoch- und Tiefbau im Tunnel-, Brücken- und Straßenbau

Wie werde ich Vermessungstechniker/in?

Vermessungstechniker/in ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz, er ist keinem bestimmten Berufsfeld zugeordnet und wird im öffentlichen Dienst ausgebildet.

Die bundesweit geregelte Berufsausbildung dauert drei Jahre, sie wird dual im Betrieb und in der Berufsschule durchgeführt.

Zugangsvoraussetzung ist in den meisten Fällen ein mittlerer Bildungsabschluss, diesen haben rund 60 Prozent, 38 Prozent haben die Hochschulreife.

Außerdem ist die gesundheitliche Eignung durch ein ärztliches Attest nachzuweisen, mitunter wird ein Führungszeugnis verlangt.

Wichtig sind außerdem gute Noten in Mathematik, Geographie, Werken/Technik und Physik. Erfahrungen in EDV und Datenverarbeitung sind ebenfalls von Vorteil.

Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es zum/r Techniker/in - Vermessungstechnik oder Techniker/in - Geologietechnik.

Auch ein späteres Hochschulstudium ist möglich, zum Beispiel ein Ingenieurstudiengang in Vermessungswesen oder Karthographie bzw. Geotechnik. Bewerber/innen ohne Abitur müssen dieses dann auf dem zweiten Bildungsweg nachholen.

Was verdient ein/e Vermessungstechniker/in?

  • Angestellt: öffentlicher Dienst/Beschäftigte bei Kommunen 2.082 - 2.304 €
  • Das Erreichen der jeweils nächsten Gehaltsstufe ist von ununterbrochener Tätigkeit in der Entgeltgruppe, Leistung sowie Region abhängig
  • Tarifbereich Angestellte in Ingenieur-, Architektur- und Planungsbüros: Technische Angestellte mit abgeschlossener Berufsausbildung 1.646 - 1.895 €

Trends und voraussichtliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt:

Mittelmäßige bis schlechte Aussichten

  • Seit dem Jahr 1999 sank die Zahl an Auszubildenden zum/r Vermessungstechniker/in kontinuierlich von 4.293 auf 2.811 im Ausbildungsjahr 2006/2007
  • Der Kostendruck und die Privatisierung im öffentlichen Dienst haben zu einem starken Rückgang der Vermessungstechniker/innen geführt

Wie kann ich schon jetzt einen Einblick in diesen Beruf erhalten?

Manchmal sind Vermessungstechniker/innen bei ihrer Arbeit im Gelände zu beobachten. Sie stehen an unmöglichen Orten ganz still, halten Stangen in die Luft und schauen durch optische Apparate. Beobachten Sie diese bei der Arbeit.

In Neubaugebieten oder neu ausgezeichneten Gewerbegebieten kann man die Grundstücksmarkierungen der Vermessungstechniker/innen gut erkennen. Später werden sie durch Grenzsteine ersetzt. Suchen Sie danach, auch die Vermessungspunkte sind markiert und befinden sich manchmal mitten auf dem Gehweg.

In der Bibliothek gibt es kartographische Werke mit präzisen Messdaten und detaillierten Angaben, zum Beispiel zur Höhe eines Berges. Schauen Sie sich diese Bücher an.

Grundbücher können öffentlich eingesehen werden bei den dafür zuständigen Behörden bzw. Gemeinden.

Stand: September 2008