Tischler/in

Was macht ein/e Tischler/in?

Tischler/innen kümmern sich um Innenausbauten und fertigen Einrichtungsgegenstände wie Schränke, Sitzmöbel und Tische, aber auch Fenster, Türen und Ladeneinrichtungen an. Als Material verwenden sie alle Arten von Holz und Holzwerkstoffe, auch immer öfter moderne Kunststoffe. Die Materialien bearbeiten sie mit einer Vielzahl unterschiedler Geräte und Techniken. Darüber hinaus reparieren und restaurieren sie beschädigte Möbel und Antiquitäten. In Theatern und bei Film- und Fernsehausstattern sind Tischler/innen für das Anfertigen von Kulissenteilen und Studioausstattung zuständig. Zu den Hauptaufgaben des/r Tischlers/in gehören:

  • Entwürfe anfertigen
  • Hölzer auswählen und bearbeiten durch sägen, hobeln, schleifen etc.
  • Holzoberflächen behandeln und Holzverbindungen herstellen
  • Verschrauben und verleimen der Einzelbauteile zu fertigen Holzprodukten
  • Holzbauteile für den Ausbau und Innenausbau, wie zum Beispiel Türen, Treppen, Fußböden und Paneele herstellen
  • Montage vor Ort auf Baustellen, im Messebau, bei Renovierungen
  • Konstruktion/Montage von Einbaumöbeln, Raumteilern, Wandverkleidungen
  • Holzmöbel herstellen und reparieren bzw. restaurieren
  • Holzwerkstücke furnieren
  • Kunststoffe, Glas und Metalle bearbeiten
  • Maschinen zur Holzbe- und -verarbeitung pflegen und warten

Wo arbeitet ein/e Tischler/in?

  • Kleine und mittlere Handwerksbetriebe wie Bau- und Möbeltischlereien
  • Betriebe für Fenster- und Innenausbau
  • Möbelhäuser und Büroausstatter im Bereich Montage, Kundendienst und Maßanfertigung
  • Baumärkte im Bereich Service, Kundendienst, Montage
  • Theater, Fernseh- und Filmstudios
  • Messebau
  • Restaurationswerkstätten

Wie werde ich Tischler/in?

Der Beruf des/r Tischlers/in ist dem Berufsfeld Holztechnik zugeordnet und ein anerkannter Ausbildungsberuf nach der Handwerksordnung. Er wird in Betrieben des Tischlerhandwerks ausgebildet. Die Ausbildung erfolgt dual im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule, sie dauert drei Jahre.

Ein schulische Ausbildung ist ebenfalls möglich.

Die Betriebe stellen überwiegend angehende Tischler/innen mit Hauptschulabschluss ein, im Jahr 2006 hatten diesen 33 Prozent, 23 Prozent besaßen die mittlere Reife, 3 Prozent keinen Abschluss. Außerdem hatten 25 Prozent ein Berufsgrundbildungsjahr und 6 Prozent eine Fachschule abgeschlossen. Wichtig sind gute schulische Leistungen in Mathematik, Physik, Chemie und Werken/Technik.

Eine Weiterbildung zum/r Tischlermeister/in - oder zum/r Techniker/in - Holztechnik ermöglichen gute Aufstiegschancen, auch Restaurator/in im Tischlerhandwerk oder ein Fortbildungslehrgang zum/r Requisiteur/in sind möglich (wenn der/die Tischler/in vorher 2 Jahre beim Film oder Theater gearbeitet hat).

Die Studiengänge Ingenieur/in - Holztechnik und Holzwirt/in bieten spätere Aufstiegschancen. Tischler/innen ohne Abitur müssen dieses dann meistens auf dem zweiten Bildungsweg nachholen.

Wie verdient ein/e Tischler/in?

  • Angestellt: monatliche tarifliche Grundvergütung (Brutto) ca. 2.221 €
  • Tischlermeister im Angestelltenverhältnis (brutto) 2.503- 3.034 €

Trends und voraussichtliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt:

mittlere bis schlechte Aussichten - Ökologie liegt im Trend

  • CE-Zeichen der Europäischen Gemeinschaft wird als neues Qualitätssiegel und Normmaß für Bauprodukte umgesetzt
  • Im Prüfbereich, gerade bei Herstellern, gibt es neue Einsatzmöglichkeiten
  • Ökologische Materialien (Lasuren etc.) und Gebäude aus Holz nehmen zu
  • Barrierefreies Bauen für ältere Menschen und Menschen mit Beeinträchtigungen ist mit zunehmendem Durchschnittsalter gefragt
  • Bestand an Arbeitsplätzen hat im produzierenden Bereich Holz in den letzten sechs Jahren über 30 Prozent abgenommen, hier herrscht eine enorm hohe Arbeitslosigkeit - im Jahr 2006 begannen noch 9.750 eine Tischler-Ausbildung

Wie kann ich schon jetzt einen Einblick in diesen Beruf erhalten?

Besorgen Sie sich Holzreste, Schrauben und Holzleim aus dem Baumarkt und gestalten Sie zum Beispiel einen kleinen Tisch oder ein Regal. Oder bearbeiten Sie das Holz einfach nach Lust und Laune zu einer abstrakten Skulptur. So lernen Sie das Material und die notwendigen Werkzeuge kennen.

Auch im Baumarkt können Sie sich in der Abteilung Holz genau umsehen. Oft werden als Service Hölzer nach Maß zugeschnitten. Beobachten Sie diese Arbeit.

Wird in ihrem Freundes- oder Bekanntenkreis im Bereich Holzbau renoviert oder vertäfelt, packen Sie mit an. Ist ein Tischler dabei, fragen Sie ihn, ob Sie ihn für ein paar Tage begleiten dürfen (Hospitation).

Auch ein längeres Praktikum kann hilfreich sein, dann darf man oft schon erste kleinere Aufgaben selbst übernehmen.

Stand: September 2008