Tiermedizinische/r Fachangestellte/r

Was macht ein/e Tiermedizinische/r Fachangestellte/r?

Tiermedizinische Fachangestellte assistieren Tierärzten/innen bei allen Aufgaben in einer Tierpraxis oder Tierklinik. Dazu gehören die Untersuchung, Behandlung und Betreuung von Tieren sowie die Beratung der Tierhalter/innen. In der Ausbildung wird verstärkt Tierschutz, Vorbeugung und Rehabilitation von Krankheiten bei Tieren vermittelt, darüber hinaus spielt die Tierverhaltenskunde und Tierernährung eine Rolle.

Zu den Hauptaufgaben des/r Tiermedizinischen Fachangestellten gehören:

  • Organisation des Sprechstundenablaufs: Termine vergeben, Empfang von Tieren und ihren Haltern, Dokumentation der Behandlung in Patientenakten
  • Betreuung der Tiere vor, während und nach der Behandlung
  • Assistenz bei der Behandlung und bei chirurgischen Eingriffen
  • Anfertigen von Röntgenaufnahmen
  • Betreuung der Tiere auf der Krankenstation
  • Laborarbeiten
  • Beratung der Tierhalter/innen, zum Beispiel zur Haltung, zur Prävention von Krankheiten oder über die Rehabilitation nach der Behandlung
  • Einhalten von Ordnung und Hygiene in der Praxis
  • Verwalten der tierärztlichen Apotheke
  • Erste Hilfe bei Notfällen
  • Alle allgemeinen anfallenden Verwaltungs- und Büroarbeiten
  • Dokumentation der Leistungen für die Abrechnungen

Tiermedizinische Fachangestellte sollten tierlieb, aber auch nicht zu empfindlich sein, wenn ein Tier eingeschläfert werden muss oder Tiere mit schweren Krankheiten und Verletzungen betreut werden.

Wo arbeitet ein/e Tiermedizinische/r Fachangestellte/r?

  • Tierarztpraxen und Tierkliniken
  • Veterinärmedizinische Laboratorien
  • Zoologische Gärten und Tierheime
  • Tierhaltung
  • Medizinische Forschung in der chemischen Industrie
  • Institutionen und Organisationen des Gesundheits- und Veterinärwesens

Wie werde ich Tiermedizinische/r Fachangestellte/r?

Tiermedizinische/r Fachangestellte/r ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz. Er ist keinem Berufsfeld zugeordnet und wird im Bereich der freien Berufe ohne Spezialisierung im tiermedizinischen Bereich ausgebildet.

Die Ausbildung dauert 3 Jahre, sie erfolgt dual im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule.

Die neue Ausbildungsordnung ist 2006 in Kraft getreten und hat den bisherigen Beruf des/r Tierarzthelfers/in ersetzt.

Die Betriebe stellen überwiegend Bewerber/innen mit einem mittleren Bildungsabschluss ein. Diesen hatte 2006 rund 45 Prozent, 12 Prozent hatten den Hauptschulabschluss. Interesse an den Fächern Deutsch, Mathematik, Biologie und Chemie ist wichtig, außerdem Spaß an der Arbeit mit dem Computer.

Nach der Ausbildung gibt es eine Reihe an Qualifizierungslehrgängen wie zum Beispiel Laborkunde, Hygiene oder Tierschutz.

Eine Aufstiegsmöglichkeit ist ein späteres Studium der Tiermedizin oder der allgemeinen Biologie. Tiermedizinische Fachangestellte ohne Abitur müssen dieses dann meistens auf dem zweiten Bildungsweg nachholen.

Was verdient ein/e Tiermedizinische/r Fachangestellte/r?

  • Angestellt: tarifliche monatliche Bruttogrundvergütung 1.470 - 1.557 €

Trends und voraussichtliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt:

Gute Aussichten

  • Die Ausgaben für Haustiere steigen, Tierpensionen und Tierkliniken boomen
  • Der Trend: Tierpsychologie und Homöopathie für Tiere
  • Auch Hunde-und Katzenpensionen im Luxusbereich liegen im Trend: wer Spaß am Verwöhnen der Tiere und Lust auf eine äußerst anspruchsvolle Kundschaft hat, findet hier gute Beschäftigungsmöglichkeiten
  • Die Deutschen geben so viel wie noch nie für ihre Haustiere aus
  • Je exotischer, je besser, wer sich spezialisiert, hat ebenfalls gute Chancen
  • Die Arbeitslosenquote ist niedrig bei den Tiermedizinischen Fachangestellten
  • Nachteile: Bis auf ein Studium und Qualifizierungslehrgänge gibt es kaum Weiterbildungsmöglichkeiten für den Beruf, die Bezahlung ist gering
  • Ein Beruf (noch) in Frauenhand: 99 Prozent der Angestellten sind weiblich

Wie kann ich schon jetzt einen Einblick in diesen Beruf erhalten?

Ihren Zugang zu Tieren können Sie testen, wenn Sie in der Urlaubszeit die Betreuung der Tiere von Freunden und Nachbarn übernehmen. Sie brauchen Pflege rund um die Uhr und gehorchen nicht immer. Auch ein regelmäßiger Spaziergang mit dem Hund des/r Nachbars/in vermittelt einen ersten Einblick in die Tierwelt.

Tierheime bieten darüber hinaus Patenschaften an: wenn man ein Tier nicht bei sich aufnehmen kann, kann man es regelmäßig besuchen, pflegen, ausführen, für einen sauberen Platz im Tierheim sorgen und damit eine engere Bindung aufbauen.

Kontakt mit größeren Tieren bekommt man in Streichelzoos, auf Kinderbauernhöfen (hier beißen die Tiere bestimmt nicht) sowie auf Reiterhöfen und Gnadenhöfen.

Wohnen Sie in der Nähe von landwirtschaftlichen Betrieben, können Sie dort nachfragen, ob Sie beim nächsten Besuch des Tierarztes oder Hufschmiedes, bei der Schafschur oder gar bei der Geburt eines Kalbes dabei sein dürfen.

Auch wenn sich Mensch oder Tier verletzen, sollten sie zupacken und die Wunden versorgen. So können Sie testen, wie gut Sie Blut sehen können.

Ein Praktikum, zum Beispiel in einem Zoo oder auf einem Bauernhof, auch in den Ferien oder am Nachmittag, ist leicht zu bekommen, wenn man sich rechtzeitig bewirbt und keine Bezahlung erwartet. Fleißige Hände werden immer gebraucht.

Stand: September 2008