Stuckateur/in

Was macht ein/e Stuckateur/in?

Stuckateure/innen kommen auf Baustellen zum Einsatz, nachdem der Rohbau mit seinen tragenden Teilen fertiggestellt ist. Die Stuckateure/innen geben im Innenausbau und an Häuserfassaden den Gebäuden jetzt ihr individuelles Aussehen. Mit klassischen Stuckarbeiten wie Gesimsen, Rosetten und Säulenkapitellen gestalten sie die Räume. Auch alte und moderne Spezialputztechniken wie Stuccolustro oder Sgraffitoarbeiten kommen zum Einsatz. Der Gesamteindruck vermittelt am Ende ein Gebäude aus Marmor und edlen Materialien, das in Wirklichkeit nur edel verziert ist.

Stuckateure/innen übernehmen am Bau folgende Hauptaufgaben:

  • Anbringen von Innen- und Außenputz an Rohbauten
  • Herstellung und Montierung leichter Trennwände
  • Einbau von Fertigdecken
  • Anbringen von Fassadenverkleidung
  • Anbringen von Dämmmaterialien zum Schallschutz oder zur Wärmedämmung
  • Ausführung von Stuckarbeiten an Fassaden, in Innenräumen und an Decken
  • Restaurierungsarbeiten, z.B. bei der Altbausanierung in der Denkmalpflege

Wo arbeitet ein/e Stuckateur/in?

  • Handwerksfachbetriebe für Stuckateure/innen
  • Industriebetriebe im Bereich Innenausbau, Fassaden- und Trockenbau
  • Einzelfachhandel und Großhandel für Bauelemente und Baustoffe
  • Restaurierungsbetriebe

Wie werde ich Stuckateur/in?

Der Beruf des/r Stuckateurs/in ist dem Berufsfeld Bautechnik zugeordnet.

Der anerkannte Ausbildungsberuf ist im Berufsbildungsgesetz und der Handwerksordnung bundesweit geregelt und wird in Betrieben des handwerklichen und des industriellen Baugewerbes ausgebildet. Die duale Ausbildung erfolgt im Ausbildungsbetrieb sowie in der Berufsschule und dauert drei Jahre.

Sie kann auch in zwei Stufen erfolgen: nach zwei Jahren mit dem Abschluss zum Ausbaufacharbeiter, nach dem dritten Jahr und einer weiteren Prüfung mit dem Abschlusstitel Stuckateur/in.

Die Betriebe stellen überwiegend angehende Stuckateure/innen mit Hauptschulabschluss ein, diesen haben fast Dreiviertel der Berufseinsteiger im Jahr 2006. Rund 17 Prozent hatten einen mittleren Bildungsabschluss, ohne Abschluss waren 5 Prozent.

Selbständig machen können sich Stuckateure/innen nach erfolgreich abgelegter Meisterprüfung oder sechsjähriger Gesellentätigkeit (davon vier Jahre in leitender Stellung) im zulassungspflichtigen Stuckateurhandwerk.

Auch ein/e Meister/in - Polier/in im Ausbau oder der Meistertitel als Maler/in und Lackierer/in sind möglich, außerdem ein Abschluss zum/r Techniker/in - Bautechnik oder Baudenkmalpflege/Altbausanierung. Als Aufstiegsweiterbildung gibt es außerdem den/die Stuckateur/in - Restaurierungsarbeiten.

Was verdient ein/e Stuckateur/in?

  • Angestellt: monatliche tarifliche Bruttogrundvergütung ca. 2.726 €

Trends und voraussichtliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt:

Mittelmäßige bis gute Aussichten

  • Die Bautätigkeit geht zwar generell zurück, die Nachfrage nach Instandsetzung historischer und alter Bausubstanz nimmt jedoch zu
  • Niedrige Energiebilanz und seit 2008 der Energiepass für Altbauten bieten neue Tätigkeitsfelder, der Trend geht zu Wärmedämmung gegen Wärmeverlust und Solarputz, der mit seiner besonderen Oberfläche aus mikrofeinen Keramik-Hohlkugeln eine gute Energiebilanz und weniger Algenbefall verspricht
  • Die Mehrkosten werden sich aufgrund gestiegener Energiekosten in wenigen Jahren rechnen, das müssen sie in Gesprächen ihren Kunden vermitteln - kommunikative Fähigkeiten sind zunehmend gefragt
  • Fachtechniken wie Stuccolustro liegen besonders beim Ausbau von Gastronomiebetrieben, Design-Hotels und Kultureinrichtungen im Trend, nur wenige beherrschen die Technik
  • Generell herrscht hohe Arbeitslosigkeit am Bau, auch Stuckateuren weniger
  • Der Bestand an Beschäftigten geht in dieser Branche rapide zurück

Wie kann ich schon jetzt einen Einblick in diesen Beruf erhalten?

Besuchen Sie Baustoffhandlungen und Baumärkte und schauen Sie sich dort die vorrätigen Stuckelemente wie Säulen, Schmuckbänder und Balustraden an. Fachhandlungen halten umfangreiche Prospekte zum Thema Innenausbau/Raumgestaltung bereit. Nehmen Sie diese mit und lassen Sie sich über Renovierungsmöglichkeiten beraten oder sagen Sie gleich, dass Sie sich für das Arbeitsfeld interessieren.

Vielleicht haben Sie Spaß am Modellieren, lassen sie sich von Treppenhäusern und Decken zu eigenen Versuchen inspirieren.

Auch auf Baustellen in der Nähe, besonders bei der Altbausanierung, können Sie den Fortgang von Fassaden- und Stuckarbeiten beobachten.

Stand: September 2008