Steinmetz/in und Steinbildhauer/in

Was macht ein/e Steinmetz/in und Steinbildhauer/in?

Steinmetze/innen und Steinbildhauer/innen bearbeiten Naturstein und Kunststeine mit Werkzeugen und Maschinen zu Fassadenplatten, Treppen, Steinmauern und Fensterbänken oder fertigen Schriften und Ornamente. Die Steine werden gespalten, behauen, zugeschnitten, geschliffen und poliert. Zu den Materialien gehören u.a. Marmor, Schiefer, Granit oder Sandstein und auch künstliche Steine wie Terrazzo. Steinmetze/innen und Steinbildhauer/innen gestalten mit Stein Neubauten, Denkmale und Grabanlagen. Sie restaurieren außerdem Baudenkmäler und historische Kunst- und Bauwerke.

Während der Berufsausbildung findet im dritten Lehrjahr eine Spezialisierung auf eine der beiden folgenden Fachrichtungen statt:

  • Steinbildhauerarbeiten
  • Steinmetzarbeiten

Vertreter der Fachrichtung Steinbildhauerarbeiten gestalten den Naturstein künstlerisch-kreativ. Dazu stellen sie nach Kundenvorgaben oder eigenen Entwürfen Modelle aus Gips oder Ton her, die sie maßgerecht in Denkmäler und Skulpturen umsetzen. Sie fertigen Ornamente und Symbole aus Stein und restaurieren Bildhauerarbeiten.

Zu den Hauptaufgaben eines/r Steinmetzes/in und Steinbildhauers/in gehören:

  • Geeignetes Natursteinmaterial auswählen
  • Bodenplatten und Fliesen im Innen- und Außenbereich fertigen und verlegen
  • Fensterbänke, Türumrahmungen und Treppen aus Stein einbauen
  • Arbeitsplatten bearbeiten und installieren, zum Beispiel in Küchen
  • Fassadenelemente aus Natur- und Kunststein montieren
  • Treppen, Steinumrahmungen und andere Bauteile versetzen
  • Grabmale und Gedenksteine gestalten, herstellen, versetzen
  • Restaurierung von Baudenkmälern und historischen Kunst- und Bauwerken

Wo arbeitet ein/e Steinmetz/in und Steinbildhauer/in?

  • Handwerksbetriebe und Werkstätten für Natursteinverarbeitung
  • Steinmetz-, Steinbildhauer- und Grabsteinwerkstätten
  • Bauwesen im Bereich Produktion, Fertigung, Sanierung, Restaurierung
  • Kalkstein- und Marmorwerke, Sandsteinwerke
  • Kunststeinbetriebe
  • Domhütten und Restaurierungsbetriebe für historische Gebäude
  • Museumswerkstätten und Kirchenbauämter

Wie werde ich Steinmetz/in und Steinbildhauer/in?

Steinmetz/in und Steinbildhauer/in ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach der Handwerksordnung. Er wird im Handwerk in zwei Fachrichtungen ausgebildet:

  • Steinbildhauerarbeiten
  • Steinmetzarbeiten

Die Ausbildung dauert drei Jahre. Sie erfolgt dual im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Die Spezialisierung nach Fachrichtungen findet erst im dritten Lehrjahr statt. Eine schulische Ausbildung wird ebenfalls angeboten.

Die Betriebe stellen überwiegend angehende Steinmetze/innen und Steinbildhauer/innen mit Hauptschulabschluss ein. 2006 hatten diesen 48 Prozent der Berufsanfänger/innen, 32 Prozent hatten einen mittleren Bildungsabschluss. Die Schulen legen eigene Zugangskriterien fest, ein Hauptschulabschluss wird vorausgesetzt.

Selbständig machen können sich Steinmetze/innen und Steinbildhauer/innen nach erfolgreich abgelegter Meister/innenprüfung oder sechsjähriger Gesellentätigkeit, davon vier Jahre in leitender Stellung.

Aufstiegsweiterbildungen gibt es außerdem zum/r Steinmetz/in und Steinbildhauer/in - Denkmalpflege, zum/r Gestalter/in - Stein, zum/r Techniker/in - Steintechnik oder Techniker/in - Baudenkmalpflege/Altbauerneuerung.

Ein späteres Studium in den Fachbereichen Restauration oder Bildende Künste bzw. Freie Kunst ist ebenfalls möglich. Die künstlerische Befähigung muss hier allerdings nachgewiesen werden. Bewerber/innen ohne Abitur müssen dieses dann meistens auf dem zweiten Bildungsweg nachholen.

Was verdient ein/e Steinmetz/in und Steinbildhauer/in?

  • Das Einkommen ist abhängig von Berufserfahrung, Lebensalter, Verantwortlichkeit und Qualifikation sowie Branche und Region
  • Angestellt: tarifliches Monatsgrundeinkommen (brutto) durchschnittlich 2.256 €
  • Steinmetz- und Steinbildhauermeister/innen monatlich brutto 2.902 - 3.266 €

Trends und voraussichtliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt:

Mittelmäßige Aussichten, im Bereich Bau gute Aussichten

  • Die Zukunft liegt im Bereich Bau und ist stark abhängig von Trends und Konjunktur in der Bauchbranche: Das Interesse am Naturstein ist gestiegen, er findet bei der Gartengestaltung und im Gebäudebau vielfach Verwendung - allerdings als Luxusobjekt für prestigeträchtige Fassaden
  • Rückläufig ist der Bedarf an Grabgestaltung, immer mehr Deutsche entscheiden sich für ein Urnenbegräbnis - auch wegen der Kosten
  • Der Bestand an Arbeitsplätzen nimmt seit drei Jahren beständig zu, die Arbeitslosigkeit geht 2007 erstmals wieder zurück - und das rasant
  • Rund 15 Prozent der Beschäftigten sind Frauen

Wie kann ich schon jetzt einen Einblick in diesen Beruf erhalten?

Betrachten Sie die Grabanlagen und Grabsteine auf Friedhöfen. Große Friedhöfe bieten Führungen durch die historischen Grabanlagen an. Hier gibt es auch Erklärungen zu den Steinmetz- und Bildhauerarbeiten.

Viele Küchenfachgeschäfte bieten maßgefertigte Arbeitsplatten aus Natur- und Kunststeinen an. Vielleicht plant in ihrem Bekanntenkreis jemand eine neue Küche.

Auch beim Bau von öffentlichen Gebäuden wie Museen und Bibliotheken, aber auch bei Banken und Versicherungen werden oft Natursteine für Fassade und Bodenbelag eingesetzt. Schauen Sie sich diese Gebäude beim nächsten Besuch genau an.

Ein Gefühl für das Material vermitteln Bildhauerkurse, die zum Beispiel in Volkshochschulen, Museen und manchmal in Steinbrüchen angeboten werden, meistens von Bildhauern/innen. Hier kann man auch verschiedene Werkzeuge zur Steinbearbeitung kennen lernen und Steine jeder Größe bearbeiten.

Interessantes zur Jahrtausende alten Geschichte der Steinbearbeitung findet sich unter http://de.wikipedia.org/wiki/Steinmetz

Stand: Oktober 2008