Servicefahrer/in

Was macht ein/e Servicefahrer/in?

Ein/e Servicefahrer/in übernimmt alle anfallenden Arbeiten im Zusammenhang mit Auslieferungstouren unterschiedlichster Art.

Zu den wesentlichen Aufgaben eines/r Servicefahrers/in gehören:

  • Auslieferungstouren zusammenstellen
  • Fahrzeuge sachgemäß und zweckgemäß beladen
  • Lieferscheine und Waren entgegennehmen, Menge und Zustand der Waren überprüfen
  • Fahrzeug prüfen, Kunden anfahren und ggf. bei Stau Routen anpassen

Serviceleistungen bei den Kunden:

  • Pakete abgeben und annehmen
  • Möbel oder Geräte aufstellen
  • Wartungs- und kleinere Reparaturarbeiten durchführen
  • Kunden in die Bedienung einweisen
  • Waren in die Lagerräume transportieren
  • Lagerräume und Regale im Einzelhandel auffüllen
  • Lieferscheine quittieren lassen, Zahlungen und Rücksendungen entgegen nehmen und weiterleiten
  • Termine, Aufträge und Reklamationen bearbeiten
  • Kundenberatung im Bereich Verkauf und Service

Wo arbeitet ein/e Servicefahrer/in?

Servicefahrer/innen sind in Unternehmen beschäftigt, die Servicedienstleistungen bei Kunden erbringen. Dazu gehören:

  • Textilmietservice
  • Unternehmen, die mobile Sanitärsysteme oder Büromaschinen vermieten
  • Private Post- und Kurierdienste
  • Einzelhandelsunternehmen mit Fahrverkauf von Tiefkühlprodukten
  • Soziale Dienste, die Mittagsessen ausliefern
  • Menü-Bring-Dienste und Pizzaservice
  • Selbständig mit eigenem Betrieb

Wie werde ich Servicefahrer/in?

Servicefahrer/in ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz und keinem bestimmten Berufsfeld zugeordnet. Die bundesweit geregelte Berufsausbildung erfolgt dual in Industrie und Handel durch Unternehmen, die Serviceleistungen bei Kunden erbringen und in diesem Zusammenhang Waren ausliefern oder abholen und in der Berufsschule (Blockunterricht in zum Teil länderübergreifenden Fachklassen). Die Ausbildung dauert zwei Jahre.

Als Ausbildungsberuf gibt es den/die Servicefahrer/in seit dem 1. August 2005. Die Betriebe stellen überwiegend angehende Servicefahrer/innen mit Hauptschulabschluss ein. Rund 16 Prozent der Ausbildungsanfänger/innen hatten im Jahr 2006 zudem eine Berufsfachschule besucht, 9 Prozent ein Berufsgrundbildungsjahr hinter sich, 4 Prozent waren ohne Schulabschluss.

Manche Ausbildungsbetriebe verlangen zudem ein Mindestalter von 18 Jahren, einige bereits die Fahrerlaubnis der Klasse B.

Wichtige Schulfächer sind Mathematik, Englisch und/oder weitere Fremdsprachen und Werken/Technik, auch EDV-Erfahrungen sind von Vorteil.

Zur Weiterbildung gibt es eine Reihe an Qualifizierungslehrgängen wie zum Beispiel "Umgang mit Gefahrgut", als Aufstiegsweiterbildung ist der/die Fachwirt/in - Verkehr oder der/die Fachkaufmann/-frau - Einkauf und Logistik u.a. möglich.

Was verdient ein/e Servicefahrer/in?

  • Das Einkommen ist von Verantwortlichkeit, Arbeitsmenge sowie den Arbeitszeiten (Nachtfahrten, Touren am Wochenende sowie an Feiertagen) abhängig, außerdem von den jeweiligen Anforderungen und von Berufserfahrung
  • Angestellt: monatliche tarifliche Bruttogrundvergütung 1.791 €

Trends und voraussichtliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt:

Mittelmäßige bis gute Aussichten

  • Die Nachfrage nach Servicefahrern steigt mit dem Transportaufkommen, leider auch der Konkurrenzdruck durch Fahrer ohne Ausbildung
  • Nur noch 55 Prozent der Berufskraftfahrer hatten 2007 eine Berufsausbildung
  • Dienstleistung, Kundenservice und Qualität spielen eine zunehmende Rolle, entscheidend ist jedoch auch die Branche: bei Lebensmitteln kommt es zum Beispiel auf Frische, Qualität und sachgerechte Lagerung sowie Hygiene an
  • Mit zunehmendem Verkehrsaufkommen steigen die Berufschancen, aber auch Stress und Unfallgefahr nehmen zu, Verantwortungsbewusstsein ist wichtig

Wie kann ich schon jetzt einen Einblick in diesen Beruf erhalten?

Fahren Sie gerne Auto? Oft werden Aushilfsjobs als Begleitung von Kurier- und Auslieferungsfahrern angeboten. Auch wenn Sie noch nicht selbst fahren dürfen: beobachten Sie Verkehr, Routenplan und Zeitplan sowie die Parkplatzsituation. Im Umgang mit Verkehr und Kunden kommt es auf Geduld und Gelassenheit an. Die Touren sind dagegen oft auf Schnelligkeit ausgelegt. Testen Sie auch ihren Orientierungssinn. Und fragen Sie auch nach einem Praktikum.

Stand: Oktober 2008