Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker/in

Was macht ein/e Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker/in?

Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker/innen fertigen Rollladensysteme wie Jalousien oder Markisen, Fensterkombinationen, Verdunklungs- und Sonnenschutzeinrichtungen sowie Rolltore und Rollgitter und Einbruchssicherungen an und installieren und warten diese beim Kunden vor Ort. Zum leichten Bedienen der Anlagen bauen sie Antriebe und Steuerungsanlagen ein und programmieren diese nach den Bedürfnissen ihrer Kunden. Die Kunden wünschen sich immer mehr Technik auch zur Einbruchsicherung, hier werden sie von der Fachkraft beraten.

Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker/innen brauchen Grundfertigkeiten der Metallbearbeitung, Kenntnisse des Wärme- und Schallschutzes sowie der Mechanik und Elektrik. Auch schwindelfrei sollten sie sein, wenn sie in den obersten Stockwerken ihre Systeme montieren.

Zu den Hauptaufgaben gehören:

  • Information und Beratung der Kunden vor Ort
  • Vermessen der Anlagen
  • Konstruktion des geeigneten Systems in der Werkstatt unter Einsatz von Materialien wie: Metalle, Kunststoffe, Hölzer, Textilien
  • Bearbeiten und behandeln der Oberflächen
  • Transport zum Kunden und Montage vor Ort
  • Einbau von Dämmmaßnahmen und Sicherheitssystemen
  • Einbau und Installation von Antrieben und Steuerungsanlagen
  • Nach Bedarf Vernetzung mit anderen Anlagen wie zum Beispiel Alarmanlagen
  • Überprüfung und regelmäßige Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten

Wo arbeitet ein/e Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker/in?

  • Fachbetriebe des Handwerks für Rollladen- und Sonnenschutz
  • Betriebe im Bereich Bauinstallation, auch für Türen- und Fensterbau
  • Hersteller von Metall-, Holz- und Kunststoffrollläden und -toren
  • Fachhandel
  • Selbständigkeit mit eigenem Betrieb

Wie werde ich Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker/in?

Der Beruf des/r Rollladen- und Sonnenschutzmechatronikers/in ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach der Handwerksordnung. Er wird ohne Schwerpunkte im Handwerk ausgebildet. Die bundesweit geregelte Ausbildung dauert drei Jahre und wird mit dem Gesellenbrief abgeschlossen.

Die Betriebe stellen überwiegend angehende Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker/innen mit Hauptschulabschluss ein. Im Jahr 2006 hatten diesen 57 Prozent der angehenden Auszubildenden, 25 Prozent hatten einen mittleren Bildungsabschluss, 5 Prozent eine Berufsfachschule besucht. Ohne Hauptschulabschluss waren 3 Prozent. Wichtige Schulfächer sind Mathematik, Physik und Werken/Technik.

Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es zum/r Rollladen- und Jalousiebauermeister/in, der Vorbereitungskurs auf die Meisterprüfung kann direkt an die Berufsausbildung anschließen.

Der Beruf wurde 2004 neu geordnet und löste den Ausbildungsberuf Rollladen- und Jalousiebauer/in ab. Der Beruf ist jetzt ein zulassungsfreies Handwerk, das bedeutet, dass sich Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker/innen als Geselle/Gesellin auch ohne Meisterprüfung oder langjährige Berufserfahrung und ohne Eintrag in die Handwerksrolle selbständig machen können mit einem eigenen Betrieb.

Was verdient ein/e Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker/in?

  • Es treten regionale und branchenabhängige Einkommensunterschiede auf
  • Angestellt: tarifliche monatlichen Bruttogrundvergütung 2.066 €
  • Rollladen- und Jalousiebauermeister/innen monatlich brutto: 2.747 - 3.233 €

Trends und voraussichtliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt:

Gute Aussichten mit neuester Technik

  • Rollladen und Sonnenschutzsysteme sind ein Teil des Energiemanagements, das bei den steigenden Energiekosten immer wichtiger wird
  • Einbruchschutz ist bei steigender Kriminalität ein gefragter Aspekt, sowohl beim Neubau als auch bei Nachrüstung, hier können die Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker/innen helfen
  • Neue Technologien: Automatische Steuerung durch Zeitschaltuhren, Temperaturmessgeräte, Fernsteuerung vom Urlaubsort via Internet
  • Der Trend besonders bei Gewerbebauten: SMI-Technologie (Standard Motor Interface), Schnittstellen, die gebäudetechnische Geräte miteinander verknüpfen, zum Beispiel Rollladen, Klimaanlage, Lüftung und Alarmanlage

Wie kann ich schon jetzt einen Einblick in diesen Beruf erhalten?

Schauen Sie, wer in ihrem Freundes- und Bekanntenkreis oder in der Nachbarschaft Sonnenschutz, Außenjalousien oder vielleicht ein neues Rolltore oder Einbruchschutz installieren lässt. Fragen Sie, ob Sie dabei sein oder gleich helfen dürfen. Sagt Ihnen die Arbeit zu, fragen Sie den ausführenden Fachbetrieb nach Praktikumsmöglichkeiten.

Schauen Sie sich in Ihrer Schule oder in einem anderen Gebäudekomplex mit vielen Glasflächen genau um: Gibt es hier ähnliche Systeme zur Verdunkelung oder zum Sonnenschutz? Wie werden sie gesteuert? Schützen sie auch vor Einbruch? Wie wird die Aula verdunkelt, wie die Sportanlagen?

Prüfen Sie auch, vielleicht auf einem Aussichtsturm, ob Sie schwindelfrei sind.

Stand: Oktober 2008