Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte/r

Was macht ein/e Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte/r?

Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte unterstützen Rechtsanwälte/innen, die auch als Notare/Notarinnen tätig sind, bei rechtlichen Dienstleistungen für ihre Mandanten. Hier werden Beurkundungen, Mahnungen, Vollmachten, eidesstattliche Erklärungen und Verträge aller Art sowie Vertretungen in Rechtsangelegenheiten bearbeitet. Die Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten unterstützen sie dabei.

Die Ausbildung gibt es, je nach Kanzlei, auch in den einzelnen Fachrichtungen Rechtsanwaltsfachangestellte/r oder Notarfachangestellte/r bzw. Patentanwaltsfachangestellte/r. Zu ihren Hauptaufgaben in einer Kanzlei gehören:

  • Vertretungs- und Beurkundungsaufträge entgegennehmen
  • Vereinbaren von Besprechungsterminen vorbereiten und begleiten
  • Führen von Akten und Registern
  • Führen des Termin-, Fristen- und Wiedervorlagekalenders
  • Bereitstellung aller erforderlichen Unterlagen und Informationen
  • Dokumente anfordern und vorbereiten für Beurkundungen in notariellen Angelegenheiten, zum Beispiel bei Grundstückskaufverträgen
  • Schriftstücke nach Vorgabe vorbereiten und erstellen
  • Gebühren berechnen und Rechnungen erstellen
  • Überwachen und Verbuchen der Zahlungseingänge
  • Bearbeiten der gesamten Korrespondenz
  • Kanzleiinterne Buchhaltung
  • Beantragen von Mahn- und Vollstreckungsbescheiden
  • Mitwirkung bei der Vorbereitung von Monats- und Jahresabschlüssen

Wo arbeitet ein/e Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte/r?

  • Rechtsanwaltskanzleien mit Notariat, auch mit internationaler Ausrichtung
  • Notariate
  • Inkassobüros
  • Wirtschaftsprüfern/innen und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften
  • Rechts- und Mahnabteilungen von Versandhäusern und Warenhausketten
  • Banken und Sparkassen

Wie werde ich Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte/r?

Der Beruf des/r Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten gehört zur Gruppe der juristischen Berufe. Er ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz und wird ohne Spezialisierung im Bereich der freien Berufe ausgebildet. Die bundesweit einheitlich geregelte Ausbildung dauert drei Jahre, die erfolgt dual im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule.

Die Ausbildung gibt es, je nach Kanzlei und Bundesland, auch in den Fachrichtungen Rechtsanwaltsfachangestellte/r oder Notarfachangestellte/r bzw. Patentanwaltsfachangestellte/r.

Die Betriebe stellen überwiegend angehende Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte mit einem mittleren Bildungsabschluss ein. 2006 hatten diesen 61 Prozent der Berufsanfänger/innen, 2 Prozent hatten einen Hauptschulabschluss, 4 Prozent andere Abschlüsse. Wichtig sind gute Noten in Deutsch, Mathematik und Wirtschaft sowie fundierte Computerkenntnisse.

Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es zum/r geprüften Kanzleimanger/in, zum Fachwirt/in Recht bzw. Fachwirt/in - Notariat oder zum/r Betriebswirt/in - Recht.

Auch ein späteres Studium ist möglich, neben allgemeiner Rechtswissenschaft - auch als Jura-Studium bezeichnet - kommen Wirtschaftsrecht oder allgemeine Betriebswirtschaftslehre in Frage. Bewerber/innen ohne Abitur müssen dieses dann meistens auf dem zweiten Bildungsweg nachholen.

Was verdient ein/e Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte/r?

  • Die Angaben richten sich nach Empfehlungen des deutschen Anwalt-Vereins, sie können je nach Bundesland stark variieren
  • Angestellt: monatliche Bruttogrundvergütung Berufsanfänger 1.534 - 2.301 €

Trends und voraussichtliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt:

Gute Aussichten

  • Die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt ist hoch, die Arbeitslosigkeit liegt unter dem Durchschnitt
  • Die Kanzleien bilden nur nach Bedarf aus, gute Kräfte werden übernommen

Wie kann ich schon jetzt einen Einblick in diesen Beruf erhalten?

Vielleicht kennen Sie jemanden, der in einem Rechtsfall einen Anwalt/eine Anwältin eingeschaltet hat oder eventuell ein Haus oder Grundstück kaufen/verkaufen möchte und dafür eine/n Notar/in braucht. Fragen Sie, ob Sie den nächsten Besuch in der Kanzlei begleiten dürfen - natürlich mit der notwendigen Diskretion und Loyalität.

Auch das Durchlesen eines Schreibens aus der Kanzlei oder der Entwurf für einen Kaufvertrag vermitteln einen ersten Eindruck von der speziellen Sprache der Paragraphen und Verordnungen.

Einen guten Einblick vermittelt ein Praktikum in einer Rechtsanwalts- und/oder Notariatskanzlei.

Stand: September 2008