Polizeivollzugsbeamt(er/in) (mittlerer Dienst)

Was macht ein/e Polizeivollzugsbeamt(er/in) (mittlerer Dienst)?

Polizeivollzugsbeamte im mittleren Dienst arbeiten entweder im Einzeldienst bei den Polizeidienststellen oder in der Dienstrichtung Schutzpolizei. Dazu gehören die Bereitschaftspolizei und die Wasserschutzpolizei.

Alle Polizeivollzugsbeamten sind einer Dienststelle zugeordnet. Sie arbeiten sowohl im Büro auf der Wache als auch im Freien - bei jeder Wetterlage.

Die Streifentätigkeit ist mit häufigem Autofahren verbunden, in Innenstadtrevieren ist man auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs, bei der berittenen Polizei mit dem Pferd. Bei der Bereitschaftspolizei wechseln die Einsätze, zum Teil erfolgt er auch in anderen Bundesländern, meistens jedoch im Freien.

Beim Einzeldienst gehören zu den Hauptaufgaben des/r Polizeivollzugsbeamt(en/in):

Im Streifendienst draußen:

  • Hilfe leisten in Notsituationen und Streit schlichten
  • Bei Ordnungswidrigkeiten Sachverhalt festhalten und Bußgelder verhängen
  • Mitarbeit bei Fahndung, Festnahmen und Aufklärung von Verbrechen
  • Personalien feststellen, Zeugen/innen befragen, Beweisstücke sicherstellen
  • Nach gesuchten Personen oder Sachen fahnden
  • Verkehrsunfälle aufnehmen und bearbeiten
  • Verkehr regeln, zum Beispiel bei Ampelausfall und Verkehrskontrollen
  • Verkehrserziehung in Schulen und Kindergärten
  • Bürgerberatung zum Schutz vor Straftaten und Einbrüchen
  • Einsätze an sozialen Brennpunkten

Im Innendienst Koordination aller anfallenden Aufgaben wie:

  • Anrufe entgegennehmen und weiterleiten
  • Anzeigen, Berichte, Stellungnahmen, Protokolle anfertigen

Bei der Bereitschaftspolizei gehören zu den Hauptaufgaben:

  • Sicherung sportlicher oder politischer Großveranstaltungen durch Absperrungen und Objektschutz sowie Personenschutz
  • Großangelegte Suche nach vermissten Personen
  • Begleitschutz

Wo arbeitet ein/e Polizeivollzugsbeamt(er/in) (mittlerer Dienst)?

Polizeivollzugsbeamte/innen sind einer Dienststelle (Wache/Revier) innerhalb ihres Bundeslandes zugeordnet. Sie arbeiten sowohl im Büro auf der Wache als auch im Freien bei der sogenannten Streifentätigkeit in ihrem Revier.

Die Streifentätigkeit ist mit häufigem Autofahren verbunden, in Innenstadtrevieren ist man auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs. Bei der Bereitschaftspolizei wechseln die Einsätze, zum Teil erfolgt der Einsatz auch in anderen Bundesländern, meistens jedoch im Freien.

Wie werde ich Polizeivollzugsbeamt(er/in) (mittlerer Dienst)?

Die Ausbildung zum/r Polizeivollzugsbeamt(en/in) (mittleren Dienst) erfolgt im Rahmen eines Vorbereitungsdienstes an Polizeischulen und an Polizeidienststellen. Sie dauert je nach Bundesland 2 bis 2,5 Jahre. In den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Saarland wird die Ausbildung im mittleren Dienst nicht mehr durchgeführt, sie stellen nur noch für den gehobenen Dienst ein (Voraussetzung ist dann mindestens die Fachhochschulreife). Diese Entwicklung wird sich vermutlich in anderen Bundesländern fortsetzen.

Voraussetzung für den mittleren Dienst ist ein mittlerer Bildungsabschluss. Mit Hauptschulabschluss muss man eine abgeschlossene förderliche Berufsausbildung oder ähnliches nachweisen. Zusätzlich muss man die sogenannte Polizeidiensttauglichkeit und die beamtenrechtlichen Voraussetzungen (Führungszeugnis) erfüllen. Dazu gehören eine ärztliche Untersuchung, bei der Hör- und Sehfähigkeit sowie die körperliche Fitness geprüft werden. Alle Bewerber/innen müssen an einem Auswahlverfahren teilnehmen.

Was verdient ein/e Polizeivollzugsbeamt(er/in) (mittlerer Dienst)?

  • Das Grundgehalt eines Beamten regelt das Bundesbesoldungsgesetz, das nach Besoldungsgruppen bemessen wird. Daneben spielt das Dienstalter und der jeweilige Einsatzort, die Leistung und Familienstand eine Rolle
  • Der Bruttogrundgehaltssatz nach der Bundesbesoldungsordnung beträgt in der Stufe 1 der Besoldungsgruppe A 6 monatlich brutto 1.722 €, in der Stufe 11 der Besoldungsgruppe A 9 monatlich brutto 2.663 €
  • Die Grundgehaltssätze der Bundesländer orientieren sich an diesen Beträgen, können aber davon abweichen

Trends und voraussichtliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt:

Gute Aussichten

  • Es wird nur nach Bedarf ausgebildet, wer die Eingangstests und Auswahlverfahren besteht, hat gute Chancen auf eine Festanstellung und als Beamte/r eine lebenslange Arbeitsplatzgarantie
  • Weiterbildung und der Wunsch zum Aufstieg sind wichtig - mittelfristig wird der mittlere Dienst wohl in allen Bundesländern abgeschafft und von den Beamten des gehobenen Dienstes übernommen - dies wird dann das Ziel auch für Sie sein!
  • Die Bundesländer Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und das Saarland stellen bereits keine Beamten im mittleren Dienst mehr ein, es wird nur noch der gehobene Dienst ausgebildet

Wie kann ich schon jetzt einen Einblick in diesen Beruf erhalten?

Jede Polizeidienststelle (Wache/Revier) veranstaltet regelmäßig einen "Tag der offenen Tür". Gehen Sie hin und schauen sich alles genau an. Auch außerhalb dieser Veranstaltung gibt ein/e Beamter/Beamtin gerne Auskunft, wenn es die Zeit zulässt.

Die Polizei ist im Rahmen ihrer Öffentlichkeitsarbeit mit Informationsständen bei Stadtfesten und anderen öffentlichen Veranstaltungen präsent. Nutzen Sie die Gelegenheit und stellen Sie alle Fragen, die Sie zu diesem Beruf haben.

Gut beobachten können Sie eine/n Polizeivollzugsbeamten/in im Einsatz beim Regeln des Verkehrs oder auch bei Großveranstaltungen.

Darüber hinaus ist Bürgernähe ein wichtiges Kriterium der Polizei. Trauen Sie sich und sprechen Sie eine/n Polizeivollzugsbeamten/in bei seinem/ihrem Streifengang oder Streifenfahrt an.

Informationen, Termine und die Links zu den Polizeipräsidien der Bundesländer unter www.polizei.de.

Fernsehserien und Krimis geben zwar sehr oft ein verklärtes Bild vom Mythos des Typs Polizist/in, Aufgabenfelder und Requisiten einer Polizeiwache sind aber zum Teil sehr gut wiedergegeben. Die Polizei unterstützt Filmproduktionen gerne mit Original-Requisiten in Originalpolizeidienststellen - Dreharbeiten sind immer eine spannende Abwechslung.

Stand: Oktober 2008