Papiertechnologe/in

Was macht ein/e Papiertechnologe/in?

Papiertechnologen/innen stellen Papier, Karton, Pappe oder dafür notwendige Vorprodukte her und bereiten sie für die jeweilige Weiterverarbeitung auf. Denn Papier ist nicht gleich Papier, es hat unterschiedliches Gewicht und unterschiedliche Strukturen, je nach Verwendungszweck.

Der Beruf des/der Papiertechnologen/in gehört zur Gruppe der Industrieberufe. Er wird in zwei Fachrichtungen ausgebildet:

  • Papier - Karton - Pappe
  • Zellstoff

Papiertechnologen/innen arbeiten mit verschiedenen speziellen Maschinen. Mit Rohstoffen wie Holz, Baumwolle oder Altpapier, Wasser, Leim und Farbe stellen sie Papier, Pappe oder Karton sowie Zellstoffe her. Bis zum fertigen Produkt entstehen dabei sehr viele Arbeitsschritte. Auch große Mengen an Wasser kommen zum Einsatz. Für die oft hoch technisierten Anlagen sind Steuerungs- und Datentechnik sehr wichtig. Beim Mischen der Zusatzstoffe muss sehr sorgfältig gearbeitet werden, sie bestimmen die Qualität des Produkts.

Damit hat sich das ursprüngliche Handwerk des Papierschöpfens seit dem Mittelalter stark gewandelt, es wurde von moderner Industrie-Produktion abgelöst.

In einem Industriebetrieb übernimmt ein/e Papiertechnologe/in meistens folgende Hauptaufgaben:

  • Einrichten der Maschinen
  • Mahlen, reinigen und entfärben der verwendeten Faserstoffe
  • Anmischen und zugeben von Leim, Hilfs- und Farbstoffen
  • Prüfen der Fertigungsqualität und bei Bedarf die Einstellungen ändern
  • Überprüfen des Feuchtigkeitsgehaltes von Rohstoffen sowie der fertigen Papier-, Karton- und Pappe-Bahnen
  • Zuschneiden des fertigen Produkts zu kleineren Rollen oder Bogen
  • Kontrolle der Anzeigen, z. B. von Temperatur und Druckverhältnissen
  • Warten und reinigen von Maschinen und Fertigungsanlagen, auch kleiner Dinge reparieren

Wo arbeitet ein/e Papiertechnologe/in?

  • Industrieunternehmen zur Herstellung von Papier
  • Kartonagen- und Pappwerke
  • Zellstoffwerke
  • Tapetenfabriken
  • Verpackungsmittelhersteller

Wie werde ich Papiertechnologe/in?

Der Beruf des/der Papiertechnologe/in ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz, er ist keinem Berufsfeld zugeordnet. Die Ausbildung ist bundesweite geregelt, sie erfolgt in der Industrie in den zwei Fachrichtungen

  • Papier - Karton - Pappe
  • Zellstoff

Sie findet dual im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt und dauert 3 Jahre.

Der Beruf wurde 2005 aus anderen Berufszweigen, u.a. dem des Papiermachers, neu geschaffen und modernen Anforderungen, wie zum Beispiel Teamarbeit, angepasst.

Es gibt die Weiterbildungsmöglichkeit zum/zur Industriemeister/in in der Fachrichtung Papiererzeugung oder zum/zur staatlich geprüften Techniker/in der Fachrichtung Papiertechnik.

Daneben kann ein Hochschulstudium angestrebt werden, z. B. das zum/r Ingenieur/in für Papiertechnik oder Verfahrenstechnik. Bewerber/innen ohne Abitur müssen dieses dann meistens auf dem zweiten Bildungsweg nachholten.

Was verdient ein/e Papiertechnologe/in?

  • Angestellt: monatliche tarifliche Grundvergütung (Brutto) von 2.097 - 2.339 €

Trends und voraussichtliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt:

Mittelmäßige bis gute Aussichten

  • Der Beruf wurde erst 2005 aus dem Vorläuferberuf Papiermacher/in neu geschaffen und modernen Anforderungen, wie zum Beispiel Teamarbeit und Kommunikation, angepasst
  • Der Bestand an Arbeitsplätzen ist in den letzten Jahren nur leicht gesunden, die Arbeitslosenquote liegt gleichbleibend niedrig und sinkt weiter im Trend
  • Drei Viertel der Angestellten in der Papierherstellung sind unter 50 Jahren alt, Pensionierungen lassen noch auf sich warten
  • Mit dem wachsenden Kommunikationsbedarf und dem Preisverfall bei Druckerzeugnissen ist der Bedarf an Papier gewachsen und wächst weiter
  • Nachhaltige Rohstoffquellen und Recycling werden in Zukunft eine wichtige Rolle spielen - der Rohstoff Holz ist kostbar

Wie kann ich schon jetzt einen Einblick in diesen Beruf erhalten?

Vergleichen Sie im Alltag die Verpackungen und Kartons: Wie ist das Material strukturiert, besteht es aus mehreren Schichten, kann man es leicht oder nur sehr schwer zerreißen und wie sieht die Reißkante aus?

Auch das Tapetensortiment im Fachhandel ist hilfreich, je nach Weiterverarbeitung und Qualität gibt es gut sichtbare Holzanteile oder Präge-Muster. In Fachkatalogen für Bürobedarf werden unterschiedlichste Papiersorten (glatt / gestrichen /gebleicht etc.) für verschiedene Drucker und Kopierer angeboten.

Papierfabriken suchen in der Ferienzeit oft Aushilfen. Fragen Sie nach!

Einige Fabriken und Papier-Recyclinganlagen bieten auch öffentliche Werksbesichtigungen an. Fragen Sie in der Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit nach einer Besichtigungsmöglichkeit und sagen Sie, dass Sie sich für Papiertechnologie interessieren. Viele Unternehmen halten darüber hinaus Imagebroschüren und Informationsmappen über ihre Produktionsabläufe und die dazugehörigen Ausbildungsberufe bereit.

Stand: Oktober 2008