Orthopädiemechaniker/in und Bandagist/in

Was macht ein/e Orthopädiemechaniker/in und Bandagist?

Orthopädiemechaniker/innen und Bandagisten/Bandagistinnen fertigen orthopädietechnische Hilfsmittel wie z.B. passende Prothesen und Bandagen, aber auch Rollstühle an. Daneben warten und reparieren sie alle Erzeugnisse der Orthopädie- und Rehabilitations-Technik.

Zu den Hauptaufgaben eines/r Orthopädiemechanikers/in und Bandagisten/in gehört:

  • Herstellung von Bandagen, Korsetts und Einlagen
  • Prothesen für Gliedmaßen oder Teile davon herstellen und reparieren
  • Anpassung von Rollstühlen und ähnlichen Hilfsmitteln an die individuellen Bedürfnisse von Kunden
  • Kundenberatung bei der Wahl des passenden Hilfsmittels
  • Maß nehmen, Modelle und Konstruktionszeichnungen erstellen
  • Patienten in den Gebrauch von Hilfsmitteln und Prothesen einweisen
  • Reparatur und Pflege der Hilfsmittel
  • Verkauf von weiteren Produkten, zum Beispiel zur Pflege der Prothese
  • Erstellung eines Patientenberichts

Wo arbeitet ein/e Orthopädiemechaniker/in und Bandagist/in?

  • Werkstätten, die an orthopädische Fachgeschäfte angegliedert sind
  • Sanitätshäuser
  • Krankenhäuser mit orthopädischer Abteilung
  • Orthopädische Praxen
  • Im Ausland beim ( humanitären) Einsatz für Minenopfer
  • Selbständig mit eigenem Betrieb

Wie werde ich Orthopädiemechaniker/in und Bandagist/in?

Der Beruf Orthopädiemechaniker/in und Bandagist/in gehört zur Gruppe der handwerklichen Berufe im medizinischen Bereich.

Orthopädiemechaniker/in und Bandagist/in ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach der Handwerksordnung. Die duale Ausbildung ist bundesweit geregelt, sie erfolgt im Handwerksbetrieb und in der Berufsschule und dauert 3 1/2 Jahre.

Die Betriebe stellen überwiegend angehende Orthopädiemechaniker/innen und Bandagisten/innen mit einem mittleren Bildungsabschluss ein. Im Jahr 2006 hatten diese 53 der Ausbildungsanfänger/innen, 24 Prozent hatten einen Hauptschulabschluss, 2 Prozent keinen Abschluss.

Wichtig sind die Schulfächer Werken/Technik sowie Mathematik und Biologie.

Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es zum/r Orthopädietechnikermeister/in, auch ein Abschluss zum/r staatlich geprüften Techniker/in Fachrichtung Medizintechnik ist möglich.

Nach der neuen Handwerksordnung können sich Orthopädiemechaniker/innen und Bandagisten/innen nach erfolgreich abgelegter Meister/innenprüfung in die Handwerksrolle eintragen und im Orthopädietechnikerhandwerk oder im verwandten Orthopädie-Schuhmacherhandwerk mit Spezialisierung auf diabetesadaptierte Fußbettung selbstständig machen. Ein bestehender Betrieb kann ebenfalls dann übernommen werden.

Auch ein Studium im Bereich Ingenieurswesen / Orthopädie- und Rehatechnik oder Medizintechnik kann folgen. Bewerber/innen ohne Abitur müssen dieses dann meistens auf dem zweiten Bildungsweg nachholen.

Was verdient ein/e Orthopädiemechaniker/in und Badagist/in?

  • Angestellt: tarifliche monatliche Bruttogrundvergütung 1.350 bis 1.765 €
  • Orthopädietechnikermeister/innen: 2.257 - 2.710 €

Trends und voraussichtliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt:

Gute Aussichten

  • Die Nachfrage nach orthopädischen Hilfsmitteln steigt stark an durch die Zunahme von Diabetes
  • Die Altersstruktur der Bevölkerung mit einem ständig wachsenden Anteil von alten Menschen lässt die Nachfrage nach orthopädischen Leistungen ansteigen
  • Krankheiten wie Rheuma, Allergien und Neurodermitis nehmen stark zu. Fachgerechte Bandagen und Hilfsmittel werden benötigt
  • Eine neue Zielgruppe sind Kinder, das Sortiment für diese umfasst Lauflernschuhe, Therapieschuhe zur Korrektur von Fehlstellungen oder Reha-Kinderwagen. Auch Auto-Kindersitze gehören dazu.
  • Im Trend: Die Bereiche Wellness, Beauty und Fitness - hier bieten Orthopädiemechaniker zum Beispiel Geräte zur Lichttherapie, Pocket-Laser und Geräte zur Hand- und Fußpflege an

Wie kann ich schon jetzt einen Einblick in diesen Beruf erhalten?

Gibt es in Ihrem Bekanntenkreis eine/n Orthopädiemechaniker/in? Arbeitet vielleicht der Vater oder die Mutter eines Klassenkameraden in diesem Beruf? Suchen Sie Rehabilitationseinrichtungen auf, vielleicht gibt es eine Möglichkeit für ein Praktikum?

Besuchen Sie Rehabilitationseinrichtungen in Ihrer Nähe. Vielleicht nutzen Freunde oder Verwandte orthopädische Produkte. Suchen Sie ein Sanitätshaus auf und informieren Sie sich über die Produkte.

Gibt es eine Werkstatt vor Ort? Dann fragen Sie nach, ob sie für ein paar Tage hospitieren dürfen - oder gleich nach einem Praktikum.

Auch in Schuhgeschäften, Arztpraxen oder Rehkliniken kann man sich gründlich umsehen und informieren: Wie sind Schuhe gefertigt? Welche Rollstühle und andere Hilfsmittel gibt es vor Ort? Wie gelangen die Patienten ins Therapiebecken? Schauen Sie sich alles einmal genau an!

Stand: Oktober 2008