Operationstechnische/r Assistent/in

Was macht ein/e Operationstechnische/r Assistent/in?

Operationstechnische Assistenten betreuen Patienten vor und nach Operationen. Sie bereiten Operationen vor und assistieren den Ärzten/Ärztinnen bei der Durchführung. Für die Einhaltung aller Vorschriften und die Hygiene im Operationssaal ist er oder sie mit verantwortlich. Sterile Arbeitskleidung, Kittel, Hauben, Handschuhe und Mundschutz müssen dort bei Einsätzen immer getragen werden. Im Operationssaal sind Teamarbeit und Konzentration gefragt, eine Operation kann mehrere Stunden dauern, alle Arbeitsschritte sind genau durchgeplant.

Besonders einfühlsam gehen sie mit Patienten um, die Angst vor dem medizinischen Eingriff haben. Auch im Aufwachraum werden diese dann wieder von ihnen betreut.

Zu den Hauptaufgaben eines/r Operationstechnischen Assistenten gehören:

  • Dem/der operierenden Arzt/Ärztin die gewünschten Instrumente zureichen
  • Geräte wie Beatmungsgeräte und Absauggeräte sowie Blutdruckmessgeräte bedienen und kontrollieren
  • Atmung und Kreislauf des Patienten überwachen
  • Patienten für die Operation vorbereiten
  • Instrumente und technische Geräte pflegen
  • Verwaltungsaufgaben übernehmen wie zum Bsp. den OP-Bericht schreiben
  • Vorratshaltung und Ersatzbeschaffung von Operationsmaterial überwachen

Wo arbeitet ein/e Operationstechnische/r Assistent/in?

  • Krankenhäuser und Spezialkliniken
  • Ambulanten OP-Zentren
  • Arztpraxen

Wie werde ich Operationstechnische/r Assistent/in?

Bei dem Ausbildungsgang Operationstechnische/r Assistent/in handelt es sich um eine schulische Ausbildung an Berufsfachschulen nach den Richtlinien der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) oder nach landesrechtlichen Regelungen. Die Ausbildung dauert 3 Jahre.

Eine staatliche Anerkennung des Berufes ist noch nicht erfolgt, das Bundesgesundheitsministerium wurde durch die Gesundheitsministerkonferenz der Länder dazu aufgerufen. 2007 gab die Deutsche Krankenhausgesellschaft eine modifizierte Ausbildungs- und Prüfungsempfehlung heraus. Die Ausbildung wird bereits an über 70 Schulen angeboten, die Nachfrage nach Fachkräften steigt.

Für die Ausbildung wird in der Regel ein mittlerer Bildungsabschluss vorausgesetzt. Auch ein Hauptschulabschluss ist in Verbindung mit einer abgeschlossenen Berufsausausbildung ausreichend. Außerdem muss die gesundheitliche Eignung nachgewiesen werden. Einige Schulen verlangen einen Aufnahmetest. Besonderen Wert wird auf gute Noten in den Fächern Mathematik und in den Naturwissenschaften gelegt, auch Englisch und Deutsch sollte mit guten Noten abgeschlossen werden.

Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es später zum/r Fachwirt/in Sozial- und Gesundheitswesen oder zum Staatlich anerkannten Stationsleiter/in in der Krankenpflege/Altenpflege oder Kinderkrankenpflege.

Was verdient ein/e Operationstechnische/r Assistent/in?

  • Angestellt: Monatsbruttogehalt, Tarifbereich öffentlicher Dienst / Tarif West 2.175 - 2.407 €

Trends und voraussichtliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt:

Gute Aussichten

  • Medizinisches Fachpersonal wird in Deutschlang händeringend gesucht, es herrscht auch in den nächsten Jahren so gut wie Vollbeschäftigung
  • Die Deutsche Krankenhausgesellschaft ist um eine staatliche Anerkennung und vor allem um eine bundeseinheitliche staatliche Ausbildungsregelung sehr bemüht - der Vorgang liegt jetzt beim Bundesgesundheitsministerium und kann rein formell noch etwas dauern
  • Bis dahin regelt jedes Bundesland und jede Schule die Prüfungsordnung für sich - ein Vergleich lohnt sich
  • Das Berufsbild entwickelte sich in den USA, in Deutschland erst seit den 90er Jahren - 2004 gab es bereits über 70 Schulen, die die Ausbildung anbieten
  • Der Bedarf wird auch weiterhin steigen

Wie kann ich jetzt schon einen Einblick in diesen Beruf erhalten?

Der Einblick in den Operationssaal eines Krankenhauses ist schwierig, denn alles muss steril sein und bleiben. Vielleicht kann man eine Einweihung eines neuen Krankenhaustraktes oder den Tag der offenen Tür für einen Besuch nutzen.

Lokale Chirurgen bieten in ihren Praxen eher die Möglichkeit zum Hospitieren oder zu einem Praktikum. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Hausarzt oder Ärztin...! Der/die eigene Hausarzt/-ärztin ist sicherlich ein/e kompetente Ansprechpartner/in.

Wenn ein Verwandter oder eine Freundin ins Krankenhaus muss, begleiten Sie ihn/sie von der Einweisung bis zur Diagnose - oft ist das möglich, wenn der Patient diesen Beistand wünscht.

Absolvieren Sie einen Erste-Hilfe-Kursus oder eine Sanitätskurs, dieser ist für den Führerschein ohnehin wichtig. Gehen Sie Blut spenden!

Ein Praktikum in einer medizinischen Einrichtung, vielleicht sogar der Wehrersatzdienst in einer solchen, kann ebenfalls wertvolle Erkenntnisse liefern.

Stand: Oktober 2008