Mechatroniker/in

Was macht ein/e Mechatroniker/in?

Mechatroniker/innen bauen mechanische, elektrische und elektronische Komponenten zu komplexem Systemen zusammen. Die fertigen Anlagen werden von ihnen in Betrieb genommen und programmiert, zugehörige Software installiert. Dabei richtet er/sie sich nach Schaltplänen und Konstruktionszeichnungen und prüft die Anlagen sorgfältig, bevor sie an die Kunden übergeben werden. Im Anschluss halten Mechatroniker/innen die von ihnen installierten Systeme instand, reparieren und warten sie.

Ihre Arbeitsbereiche umfassen den Metallbau, die Elektrotechnik und die elektronische Datenverarbeitung. Dieser relativ junge Beruf, der 1998 auf Bestreben und nach Bedürfnissen der Industrie neu als Ausbildungsberuf zugelassen wurde, beschäftigt sich mit allen Prozessen von Automatisierung, Steuerung, Regelung.

Zu den Hauptaufgaben eines/r Mechatronikers/in gehören:

  • Mechanische, hydraulische, pneumatische, elektrische, elektronische und informationstechnische Systeme und Komponenten zu funktionsgerechten Einheiten zusammenbauen
  • Werkzeugmaschinen mit selbsteinstellenden Werkzeugen oder Schweißroboter bauen und montieren
  • Bearbeitung von Werkstoffen
  • Bau von mechanischen, elektromechanischen, elektrischen und elektronischen Komponenten
  • Zusammenbau der Komponenten zu mechatronischen Systemen und Anlagen
  • Fertigung und Montage der Systeme und Anlagen sichern
  • Programmierung und Inbetriebnahme der Anlagen
  • Qualität überwachen durch messen, prüfen, regeln, Programme optimieren
  • Ersatzteile einbauen, Verschleißteile auswechseln, Fehler und Störungsursachen suchen und beheben
  • Einweisen der Kunden in die Bedienung der Anlagen
  • Kundendienst im Bereich Beratung, Planung, Wartung, Instandhaltung

Wo arbeitet ein/e Mechatroniker/in?

  • Industrie im Bereich der Herstellung von Prozesssteuerungseinrichtungen
  • Schienen-, Luft- und Raumfahrzeugbau
  • Chemie- und Automobilindustrie
  • Industrieunternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus
  • Hersteller von Kränen, Pumpen und Verpackungsmaschinen
  • Forschung und Entwicklung, Bereich Ingenieur- und Naturwissenschaften
  • Unternehmen des Fahrzeug- und Elektromaschinenbaus
  • Unternehmen der Metallerzeugung und -umformung

Wie werde ich Mechatroniker/in?

Mechatroniker/in ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz und keinem Berufsfeld zugeordnet. Die bundesweit geregelte Ausbildung wird ohne Spezialisierung nach Fachrichtungen in Industrie und Handwerk ausgebildet. Die Ausbildung erfolgt dual im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Eine schulische Ausbildung wird ebenfalls angeboten.

Die Ausbildung dauert 3,5 Jahre.

Die Betriebe stellen überwiegend angehend Mechatroniker/innen mit einem mittleren Bildungsabschluss ein. Im Jahr 2006 hatten diesen 62 Prozent der angehenden Auszubildenden, 9 Prozent hatten eine Berufsfachschule besucht, 7 Prozent brachten einen Hauptschulabschluss mit. Die Schulen legen eigene Zugangskriterien fest, die unterschiedlich sind. Teilweise wird der Hauptschulabschluss vorausgesetzt.

Wichtige Schulfächer sind Mathematik, Physik, Informatik, Englisch und Werken/Technik.

Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es zum Beispiel zum/r Industriemeister/in Fachrichtung Elektrotechnik oder zum staatlich geprüften Techniker/in Fachrichtung Maschinentechnik Schwerpunkt Mechatronik oder Schwerpunkt Energietechnik.

Darüber hinaus ist eine ganze Reihe an Qualifizierungslehrgängen möglich.

Auch ein Studium kann angestrebt werden, zum Beispiel Ingenieur/in für Mechatronik oder Ingenieur/in Elektrotechnik - Automatisierungstechnik oder Energietechnik. Bewerber/innen ohne Abitur müssen dieses dann meistens auf dem zweiten Bildungsweg nachholen.

Was verdient ein/e Mechatroniker/in?

  • Das Einkommen ist von Arbeits- und Qualifikationsanforderungen, Berufserfahrung, Lebensalter, Verantwortlichkeit und Region bzw. Tarif abhängig
  • Angestellt: monatliche tarifliche Bruttogrundvergütung 2.294 - 2.520 €

Trends und voraussichtliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt:

Mittelmäßige Aussichten bis auch gute Aussichten - je nach Branche

  • Gerade in der Fahrzeugindustrie werden die Verbindungen zwischen Mechanik und Elektronik immer wichtiger - gute Kräfte werden gesucht, besonders im Ingenieursbereich, aber auch Meister/innen und Fachtechniker/innen
  • Allerdings erlebt der Fahrzeugbau 2008/2009 eine seiner größten Krisen weltweit, die Auswirkung auf die Ausbildungs- und Arbeitsplatzsituation ist deshalb noch nicht genau abzusehen - Mechatroniker/innen können aber auch auf andere Branchen ausweichen
  • Auch hier gibt es Bereiche mit schlechten und mit guten Zukunftsperspektiven, man sollte sich genau überlegen und informieren, in welcher Branche man die Ausbildung machen möchte - denn prinzipiell werden Mechatroniker/innen immer mehr gebraucht in der Industrie, die Automatisierung nimmt weiter zu

Wie kann ich schon jetzt einen Einblick in diesen Beruf gewinnen?

Industrieanlagen, Fabriken, Kraftwerke und andere Anlagen können am Tag der offenen Tür besichtigt werden. Dann sehen sie die Anlagen in Betrieb. Erkundigen Sie sich bei Industrieunternehmen in Ihrer Nähe durch einen Anruf in der Abteilung Besucherservice oder Öffentlichkeitsarbeit.

Besonders die Autoindustrie bietet Besuchern Führungen durch die Produktionsanlagen an. Besuchen Sie zum Beispiel das Volkswagenwerk in Wolfsburg, die Autostadt nebenan oder VWs Gläserne Produktion in Dresden. Termine gibt es direkt beim Besucherservice.

Sie können auch zu Hause starten und ausgediente größere elektronische Geräte oder einen alten Computer oder ein Keyboard einmal auseinandernehmen, um die einzelnen Bauteile genau kennen zu lernen.

Schauen Sie sich in einer Autowerkstatt um. Vor Reparaturen erfolgen Diagnosen anhand von Prüf- und Messgeräten, die genau bestimmen können, wo Reparaturen anstehen. Diese Geräte muss jemand bauen, warten und immer wieder neu einstellen. Lassen Sie sich die Geräte erklären, wenn etwas Zeit ist - oder vereinbaren Sie einen Termin.

Machen Sie ein Praktikum in einem Betrieb, in dem Mechatroniker beschäftigt sind.

Brancheninformationen gibt es auch unter www.elektroniknet.de

Stand: Oktober 2008