Mechatroniker/in - Kältetechnik

Was macht ein/e Mechatroniker/in für Kältetechnik?

Mechatroniker/innen für Kältetechnik planen und montieren Anlagen und Systeme der Kälte- und Klimatechnik einschließlich elektrotechnischer und elektronischer Bauteile. Bei Bedarf bauen sie die Anlagen um und warten sie. Ihre Arbeit kombiniert die Aufgaben eines/r Handwerkers/in mit denen des/r Technikers/in. In der Wartung sind sie auch dann zur Stelle, wenn eine Kühlanlage ausfällt oder gewartet werden muss. Das kann schon mal nachts oder am Wochenende sein.

Zu den Hauptaufgaben eines/r Mechatronikers/in für Kältetechnik gehören:

  • Planung von Kälteanlagen sowie kälte- und klimatechnischen Einrichtungen anhand von Zeichnungen, die sie selbst anfertigen
  • Herstellung und Vormontage einzelner Anlagenteile in der Werkstatt
  • Einbau der kompletten Anlage beim Kunden
  • Verlegung von Rohrleitungen und Ummantelungen mit wärmedämmenden Materialien
  • Einbau elektrischer Steuergeräte und Schalttafeln
  • Einsatz von Dämmmaterial, Kühlflüssigkeiten (besonders auf synthetischer Basis, aber auch Ammoniak, Butan, Propan), Abdichtungen
  • Programmierung der Steuerung und Regelung
  • Prüfung der Funktionsfähigkeit der Anlage und Inbetriebnahme derselben
  • Wartungs-, Instandsetzungs- und Reparaturarbeiten: Filter auswechseln, undichte Stellen lokalisieren, Öl- und Flüssigkeitsabscheider kontrollieren etc.
  • Einweisung von Kunden in die Bedienung der Anlagen
  • Kundenberatung, auch hinsichtlich ökologischer Gesichtspunkte
  • Demontage alter Anlagen und fachgerechtes Recycling
  • Umweltgerechte Entsorgung zum Beispiel von Kühlmitteln

Wo arbeitet ein/e Mechatroniker/in für Kältetechnik?

  • Betriebe, die Kälte, Klima- und Wärmepumpenanlagen planen
  • Spezialisierte Handwerksbetriebe
  • Unternehmen der Gebäudetechnik
  • Krankenhäuser und Kliniken
  • Industrielle Betriebe im Bereich der Kälte- und Klimatechnik

Wie werde ich Mechatroniker/in für Kältetechnik?

Mechatroniker/in für Kältetechnik ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetzt und der Handwerksordnung. Er ist dem Berufsfeld Metalltechnik, Schwerpunkt Installations- und Metallbautechnik zugeordnet. Die bundesweit geregelte Ausbildung wird ohne Spezialisierung im Handwerk und in der Industrie angeboten. Sie erfolgt dual im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule und dauert 3 1/2 Jahre.

Der Beruf wurde 2007 neu geschaffen, er ersetzt den bisherigen Beruf des/r Kälteanlagenbauers/in.

Zugangsvoraussetzungen gibt es offiziell nicht, die Betriebe stellen jedoch überwiegend Ausbildungsanfänger/innen mit einem mittleren Bildungsabschluss ein. Im Jahr 2006 hatten diesen 53 Prozent der Anfänger/innen, 32 Prozent hatten den Hauptschulabschluss, 2 Prozent waren ohne Abschluss.

Wichtige Schulfächer sind Physik, Mathematik, Chemie und Werken/Technik.

Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es zum/r Kälteanlagenbauermeister/in, auch ein staatlich geprüfte/r Techniker/in Fachrichtung Kältetechnik ist möglich.

Nach der neuen Handwerksordnung können sich Mechatroniker/innen für Kältetechnik nach erfolgreich abgelegter Meister/innenprüfung oder sechsjähriger Gesellen- bzw. Gesellinnentätigkeit (davon vier Jahre in leitender Stellung) im zulassungspflichtigen Kälteanlagenbauerhandwerk selbstständig machen.

Auch ein Studium kann angestrebt werden, zum Beispiel Ingenieur/in - Mechatronik. Bewerber/innen ohne Abitur müssen dieses dann meistens auf dem zweiten Bildungsweg nachholen.

Was verdient ein/e Mechatroniker/in für Kältetechnik?

  • Angestellt: monatliche tarifliche Bruttogrundvergütung 1.974 - 2.337 €
  • Kälteanlagenbauermeister/innen: 2.650 - 3.064 €

Trends und voraussichtliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt:

Mittelmäßige Aussichten

  • Der Bestand an Arbeitsplätzen hat bei den Mechanikern/innen allgemein seit 2007 um über 30 Prozent zugenommen, die durchschnittliche Arbeitslosenquote liegt seit 2007 wieder unter 10 Prozent
  • Trotzdem sind die Zukunftschancen sehr unterschiedlich und stark von der Branche abhängig - in der Kältetechnik wird die Kühlung von Lebensmitteln weiter zunehmen, große Anlagen entstehen, auch Eis- und Skihallen liegen im Trend - nach energiesparenden Kühlmethoden wird gesucht, den die Technik schadet zunehmend der Umwelt
  • Der Trend: Technische Neuerungen gibt es im Bereich magnetische Kühlung, verstärkt wird nach Ersatz für synthetische Kältemittel gesucht, die einen hohen Anteil an Treibhausgasen aufweisen - sollte sich die magnetische Kühlung durchsetzen, muss man sich auf diese neue Technik einstellen
  • Um Emissionen zu reduzieren, geht der Trend hin zu modernen Systemlösungen der Wärmepumpentechnologie und verstärkter Isolierung, Umweltwärme, Umgebungsluft oder Erdwärme werden genutzt
  • Der Beruf ist in dieser Form noch relativ jung, er löste 2007 den Beruf des/r Kälteanlagenbauers/in ab

Wie kann ich schon jetzt einen Einblick in diesen Beruf erhalten?

Verbinden Sie das Nützliche mit dem Vergnügen: Besuchen Sie die nächste Eishalle oder eine Skihalle, die künstliche Abfahrten mit Schnee und Eis versorgt (oder lassen Sie sich den Eintritt vielleicht zum nächsten Geburtstag schen). In diesem riesigen Kühlschrank können Sie schon gut die Kältetechnik beobachten, die die ganze Anlage durchzieht.

Fragen Sie auch nach einer Möglichkeit, einmal die Betriebsanlage zu besichtigen. Meistens geht das zu festgelegten Besichtigungszeiten oder am Tag der offenen Tür, generell sind diese Dienstleistungsbetriebe für solche Anliegen offen.

Fragen Sie auch gleich nach, ob der Betrieb ausbildet und welche Schritte Sie gehen müssen, wenn Sie sich bewerben wollen. Vielleicht bietet man Ihnen auch ein Praktikum an.

Machen Sie ein Praktikum in einem Betrieb, der Mechatroniker/innen für Kälte- und Klimatechnik beschäftigt.

Stand: Oktober 2008