Maschinen- und Anlagenführer/in

Was macht ein/e Maschinen- und Anlagenführer/in?

Maschinen- und Anlagenführer/innen richten Fertigungsmaschinen und Anlagen ein, nehmen sie in Betrieb und bedienen sie. Sie rüsten die Maschinen auch um und halten sie instand. Dabei arbeiten sie sowohl allein an einer Maschine als auch im Team. Oft geben sie an den Maschinen CNC-Steuerungsprogramme ein, während der Produktionsprozess automatisch abläuft. Wenn es darum geht, Maschinen zu verstellen, ist auch schon mal Muskelkraft erforderlich.

Die Ausbildung zum/r Maschinen- und Anlagenführer/in wird in sechs Schwerpunkten angeboten:

  • Metall- und Kunststofftechnik
  • Textiltechnik
  • Textilveredelung
  • Lebensmitteltechnik
  • Druckweiter- und Papierverarbeitung

Zu den Hauptaufgaben eines/r Maschinen- und Anlagenführers/in gehören:

  • Produktionsanlagen und Maschinen einrichten
  • Bedienung von Maschinen
  • Sicherstellen eines reibungslosen Produktionsablaufs
  • Produktionsmaschinen inspizieren und anhand von Wartungsplänen warten
  • Öle, Kühlstoffe und Schmierstoffe nachfüllen, Verschleißteile wie Dichtungen, Filter oder Schläuche austauschen
  • Waren lagern

Wo arbeitet ein/e Maschinen- und Anlagenführer/in?

Industrielle Produktionsbetriebe unterschiedlicher Branchen, besonders:

  • Metallindustrie
  • Kunststofffertigung
  • Pharmaindustrie
  • Nahrungsmittelindustrie
  • Fahrzeugbau
  • Druck- und Textilindustrie

Wie werde ich Maschinen- und Anlagenführer/in?

Maschinen- und Anlagenführer/in ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz und ist allgemein den technischen Industrieberufen zuzuordnen.

Die bundesweit geregelte Ausbildung wird in sechs Schwerpunkten angeboten:

  • Metall- und Kunststofftechnik
  • Textiltechnik
  • Textilveredelung
  • Lebensmitteltechnik
  • Druckweiter- und Papierverarbeitung

Die Ausbildung erfolgt dual im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule, sie dauert 2 Jahre.

Auch eine schulische Ausbildung wird angeboten.

Voraussetzung ist in der Regel ein guter qualifizierter Hauptschulabschluss. Diesen hatte rund die Hälfte der zukünftigen Maschinen- und Anlagenführer/innen im Jahr 2006, ein Viertel hatte einen mittleren Bildungsabschluss, 10 Prozent haben die Berufsfachschule absolviert, 6 Prozent hatten ein Berufsvorbereitungsjahr.

Im Lebensmittelbereich müssen darüber hinaus die Anforderungen nach dem Infektionsschutzgesetz erfüllt sein.

Die Schulen legen eigene Zugangskriterien fest. Teilweise wird ein Hauptschulabschluss vorausgesetzt.

Wichtig sind die Schulfächer Physik und Werken/Technik.

Die Berufsausbildung in diesem2-jährigen Ausbildungsberuf kann nach der Abschlussprüfung in einem der folgenden Ausbildungsberufe fortgesetzt werden, indem die Auszubildenden in das dritte Ausbildungsjahr einsteigen:

Scherpunkt Metall- und Kunststofftechnik:

  • Verfahrensmechaniker/in, Feinwerkmechaniker/in, Fertigungsmechaniker/in,
  • Industriemechaniker/in, Werkzeugmacher/in, Zerspanungsmechaniker/in

Schwerpunkt Textiltechnik:

  • Produktionsmechaniker/in - Textil

Schwerpunkt Textilveredelung:

  • Produktveredler/in - Textil

Schwerpunkt Lebensmitteltechnik:

  • Fachkraft für Lebensmitteltechnik
  • Fachkraft für Fruchtsafttechnik, Brauer/in und Mälzer/in

Schwerpunkt Druckweiter- und Papierverarbeitung:

  • Buchbinder/in der Fachrichtung Buchfertigung
  • Buchbinder/in der Fachrichtung Druckweiterverarbeitung
  • Verpackungsmittelmechaniker/in

Was verdient ein/e Maschinen- und Anlagenführer/in?

  • Angestellt: tarifliche monatliche Bruttogrundvergütung 2.031 €

Trends und voraussichtliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt:

Mittelmäßige Aussichten

  • Die Ausbildungsverordnung trat 2004 nach langem Ringen um eine weniger theoretische, zweijährige Ausbildung in Kraft und wurde staatlich anerkannt
  • Die neue Ausbildung entspricht dem Bedarf der Industrie nach sogenannten schlanken Industrieberufen, um die jeweiligen Fachkräfte bei der Maschinenführung zu entlasten
  • Der Trend: Integrierte Instandhaltung, auch Total Productive Maintenance (TPM) genannt, spielt eine immer größere Rolle, denn sie dient der Sicherstellung einer hundertprozentigen Verfügbarkeit der Anlagen sowie der Qualitätssicherung der Produkte - alle Mitarbeiter/innen werden in die Instandhaltungsprozesse aktiv mit einbezogen, Maschinen- und Anlagenführer/innen übernehmen in diesem Rahmen einfache Instandhaltungsarbeiten und Wartung
  • Der Bestand an Arbeitsplätzen nach seit 1999 um 36 Prozent zu, es entstanden über 7000 Arbeitsplätze - 70 Prozent für Arbeitnehmer mit abgeschlossener Berufsausbildung
  • Der Beruf Maschinen- und Anlagenführer/in wurde nach den Bedürfnissen der Industrie geschaffen, qualifizierte Mitarbeiter/innen werden immer gebraucht

Wie kann ich schon jetzt einen Einblick in diesen Beruf erhalten?

Große Industrieanlagen wie Raffinerien oder Kraftwerke lassen sich bereits gut vor den Werkstoren beobachten. Erfragen Sie in der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, ob Betriebsführungen angeboten werden. Über Versorgungs- und Fertigungsanlagen gibt es auch regelmäßig Reportagen in Wissenschaftssendungen.

Städtische Einrichtungen wie Wasserwerke, Verkehrsbetriebe und Energieversorger veranstalten in ihren Kraftwerken, Kläranlagen oder Schwimmbädern regelmäßig einen "Tag der offenen Tür", auch beim "Girls´ Day" sind viele dabei. Fragen Sie in der Öffentlichkeitsarbeit nach dem nächsten Termin und nach anderen Besichtigungsmöglichkeiten.

Empfehlenswert ist anschließend ein Praktikum. Da die Aufgaben in den Betrieben sehr unterschiedlich sind, suchen Sie sich nach der ersten Besichtigung gezielt einen Betrieb und ein ganz bestimmtes Einsatzgebiet aus.

Gibt es in Ihrem Bekanntenkreis eine/n Maschinen- und Anlagenführer/in? Arbeitet vielleicht der Vater oder die Mutter eines Klassenkameraden in diesem Beruf? Lassen Sie sich die Telefonnummer geben. Vielleicht können Sie ihn/sie einmal am Arbeitsplatz besuchen!

Stand: Oktober 2008