Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzen

Was macht ein/e Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzen?

Kaufleute für Versicherungen und Finanzen beraten und betreuen gewerbliche und private Kunden im Innen- und Außendienst. Sie verkaufen und beraten über Versicherungs- und Finanzprodukte. Der Beruf wird in zwei Fachrichtungen ausgebildet:

  • Versicherung
  • Finanzberatung

Es gibt gemeinsame und sehr unterschiedliche Aufgabenfelder.

Zu den Hauptaufgaben eines/r Kaufmanns/-frau für Versicherungen und Finanzen in der Fachrichtung Versicherung gehören:

  • Kundenberatung im Innen- und Außendienst
  • Kunden-Neugewinnung
  • Versicherungsbedarf analysieren
  • Angebote für Neupolicen erstellen
  • Schadensaufnahme, Anlegen von Schadensakten, Schadensregulierung
  • Leistungsfälle bearbeiten und Prämien berechnen
  • Rechnungswesen

Wo arbeitet ein/e Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzen?

  • Bei Versicherungsgesellschaften und Finanzdienstleistern
  • Selbstständige/r Vermittler/in, Makler/in oder Berater/in
  • Wirtschaftsunternehmen der Industrie und des Handels

Wie werde ich Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzen ?

Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzen ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz. Er ist keinem Berufsfeld zugeordnet und wird im Versicherungs- und Finanzgewerbe in den zwei Fachrichtungen "Finanzberatung" oder "Versicherung" angeboten.

In der Fachrichtung Versicherung bestehen weitere Differenzierungsmöglichkeiten in Form von Wahlqualifikationseinheiten, dadurch lässt sich die Ausbildung sehr flexibel gestalten. Sie dauert 3 Jahre und erfolgt dual im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule.

Zugangsvoraussetzungen sind nicht festgelegt, es werden jedoch bevorzugt Bewerber mit mindestens mittlerem Bildungsabschluss eingestellt. Mehr als die Hälfte der Ausbildungsanfänger hatte 2006 Abitur, 23 Prozent die mittlere Reife, 2 Prozent den Hauptschulabschluss, 17 Prozent waren Absolventen einer Berufsfachschule.

Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es später zum/r Fachwirt/in - Versicherung bzw. Finanzberatung, auch zum/r Fachberater/in - Finanzdienstleistungen oder Betriebswirt/in (Fachschule) - Versicherung bzw. Finanzen und Investment.

Mögliche Studiengänge liegen im Bereich der Betriebswirtschaftslehre mit den Ausrichtungen Versicherung, Bank und Finanzdienstleistungen oder Steuern und Prüfungswesen. Bewerber ohne Abitur müssen dieses dann meistens auf dem zweiten Bildungsweg nachholen.

Die Ausbildung ist relativ neu, sie hat nach Überarbeitung und Anpassung 2006 den Ausbildungsberuf "Versicherungskaufmann/-frau" abgelöst.

Was verdient ein/e Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzen?

  • Angestellt: monatliche tarifliche Bruttogrundvergütung 2.153 - 2.461 €
  • Das Einkommen ist abhängig von Arbeits- und Qualifikationsanforderungen, Berufserfahrung, Lebensalter, Verantwortlichkeit, Wichtigkeit der Arbeit
  • In dieser Branche sind auch leistungsabhängige Zahlungen möglich

Trends und voraussichtliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt:

Gute Aussichten

  • Die staatliche Rentenversicherung und die Krankenversicherung weisen immer mehr Lücken auf, die durch private Anbieter ausgefüllt werden können
  • Ob Riesterrente oder Zusatzversicherung, der Markt bietet Platz für neue Produkte in den Bereichen Altersvorsorge, Kapitalanlage, Baufinanzierung
  • Gleichzeitig ist der Konkurrenzdruck groß, die Bereitschaft des Verbrauchers zum günstigeren Anbieter zu wechseln, hat massiv zugenommen
  • Direkt-Versicherer und Direkt-Banken sind gefragt - gleichzeitig wieder auch die individuelle und persönliche Beratung
  • Die Arbeitslosenquote liegt seit Jahren relativ gering bei 4 bis 5 Prozent, der Bestand an Mitarbeitern ist leicht gestiegen

Wie kann ich schon jetzt einen Einblick in diesen Beruf erhalten?

Lesen Sie die Online- Angebote bei Versicherern und Finanzdienstleistern.

Bei wem haben Sie oder Ihre Eltern eine Versicherung oder Kapitalanlage abgeschlossen? Ihr/e Versicherungsmakler/in bzw. Finanzberater/in sollte Ihnen Auskünfte über den Beruf geben können.

Wenden Sie sich direkt an Versicherungen und Anlageberatungsagenturen und erkundigen Sie sich nach den Ausbildungsmöglichkeiten. Viele bieten Informationsveranstaltungen an. Die Unternehmen halten außerdem jede Menge Informationsbroschüren und Mappen bereit - schließlich sind sie moderne Dienstleister.

Stand: September 2008