Informatikkaufmann/-frau

Was macht ein/e Informatikkaufmann/-frau?

Informatikkaufleute beschäftigen sich mit allen Aufgaben rund um den Einsatz von informations- und telekommunikationstechnischen Systemen (IT-Systemen) in einem Unternehmen. Egal ob Computer, Scanner, Drucker, Telefonanlagen oder entsprechende Programme gekauft, installiert, eingesetzt oder reklamiert werden sollen, sie sind der oder die erste Ansprechpartner/in. Sie erstellen Anwendungslösungen und beraten oder schulen die Benutzer dazu, außerdem verwalten Sie alle IT-Systeme in einem Unternehmen.

Zu den Hauptaufgaben eines/r Informatikkaufmanns/-frau gehören:

  • Bedarf an IT-Systemen ermitteln
  • Die nötige Hardware und Software einkaufen durch Vergleich von Angeboten und Verhandlungen mit Händlern
  • Einführung der neuen Geräte und Anwendungen im Unternehmen
  • Beratung und Unterstützung der Fachabteilungen wie Buchhaltung, Einkauf, Vertrieb, Personalstelle etc.
  • Ansprechpartner/in für Hersteller und Anbieter von IT-Systemen
  • Individuelle Lösungen entwerfen und realisieren
  • Anwendungssysteme einbinden, installieren und anpassen
  • Systemverwaltung
  • Betreuung und Schulung der Anwender/innen
  • Dokumentation

Wo arbeitet ein/e Informatikkaufmann/-frau?

  • Alle Zweige von Industrie und Handel sowie Dienstleistungsunternehmen
  • Banken und Versicherungen
  • Informationstechnologie und Telekommunikationsbranche
  • Selbständig mit einem Dienstleistungs- oder Handelsbetrieb

Wie werde ich Informatikkaufmann/-frau?

Informatikkaufmann/-frau ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz und gehört zu den Berufen der Informationstechnik. Er wird ohne Spezialisierungen in Unternehmen der Industrie und des Handels, aber auch in Banken, bei Versicherungen und in Krankenhäusern ausgebildet. Die bundesweit einheitlich geregelte Ausbildung erfolgt dual im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule, sie dauert 3 Jahre.

Eine schulische Ausbildung wird ebenfalls angeboten.

Zugangsvoraussetzungen sind nicht festgelegt, häufig wird aber mindestens ein mittlerer Bildungsabschluss erwartet. Im Jahr 2006 verfügten 26 Prozent der Ausbildungsanfänger/innen über mittlere Reife. Den Hauptschulabschluss besaßen 5 Prozent, 23 Prozent absolvierten eine Berufsfachschule, der Rest hatte das Abitur. Wichtig sind gute Noten in den Fächern Mathematik, Informatik, Wirtschaft, Deutsch und Englisch.

Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es sehr viele, zum Beispiel zum/r Fachwirt/in - Computermanagement, Betriebswirt/in (Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie) - Informatikverarbeitung oder zum/r staatlich geprüften Wirtschaftsinformatiker/in.

Mögliche Studienfächer sind Wirtschaftsinformatik, allgemeine Informatik oder auch Informationsmanagement. Bewerber/innen ohne Abitur müssen dieses dann meistens auf dem zweiten Bildungsweg nachholen.

Was verdient ein/e Informatikkaufmann/-frau?

  • Angestellt: monatliches tarifliches Bruttogrundgehalt 2.351 - 2.520 €
  • Einstiegsgehalt monatlich brutto/Tarifgebiet West: 2.023 - 2.212 €
  • Einstiegsgehalt monatlich brutto/Tarifgebiet Ost: 1.836 - 1.888 €

Trends und voraussichtliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt:

Gute Aussichten

  • Die IT-Branche wächst, sie ist immer noch die Schlüsseltechnologie auf dem Gebiet der Unternehmensentwicklung
  • Trendthemen mit Zukunft: der Bereich Sicherheit von IT-Systemen und Green-IT: energiesparende und umweltfreundliche Systeme
  • Weitere Zukunftsfelder sind Software-Ergonomie, die Vereinfachung von Datenspeicherung und Datensuche, und die Bedienung über Gestik und Sprache
  • Fremdsprachenkenntnisse sind bei internationaler Vernetzung gefragt, ebenso interkulturelle Kompetenzen und Erfahrungen

Wie kann ich schon jetzt einen Einblick in diesen Beruf erhalten?

Wenn Sie nicht schon ohnehin auf dem neuesten Stand sind, vergleichen Sie die Angebote von Computern, Software und (Mobil-)Telefonen, lassen Sie sich im Handel beraten, recherchieren Sie online und in Prospekten. Überschlagen sie einmal, was in Ihrer Schule für eine gute Vernetzung notwendig ist und was eventuell geändert werden könnte.

Machen Sie den elterlichen Haushalt flott - denn meistens bleibt dafür im Alltag keine Zeit: Suchen Sie einen geeigneten Telefonanbieter für den Bedarf ihrer Familie (Flatrate, DSL, Mobile - oder nicht bzw. wenn ja, zu welchen Konditionen), Kabelfernsehen und Internetanschlüsse, Computer, Software, Fax und Drucker ermitteln und Preise kalkulieren. Sie müssen nicht gleich alles kaufen - berechnen Sie fiktiv, was nötig wäre für ein effizientes Home Office im kaufmännischen Bereich. Soll ein Vertrag dann nach Beratung mit den Eltern geändert oder neu abgeschlossen werden, übernehmen Sie so weit wie möglich diese Aufgabe.

Stand: September 2008