Industriemechaniker/in

Was macht ein/e Industriemechaniker/in?

Industriemechaniker/innen stellen die unterschiedlichsten Geräte und Produktionsanlagen her, richten sie ein oder bauen sie um. Oder sie sind in den Betrieben beschäftigt, die diese Fertigungssysteme einsetzen. Hier müssen sie die Anlagen aufstellen, überwachen, warten und reparieren. Industriemechaniker/innen sorgen dafür, dass die Produktion niemals still steht und alles stets betriebsbereit ist. Sie arbeiten entweder in den Werkhallen ihres Arbeitgebers oder als Servicekraft beim Kunden.

Zu den Hauptaufgaben eines/r Industriemechanikers/in gehören:

  • Anlagen und Maschinen montieren, einrichten, justieren, prüfen
  • Bauteile und Betriebsmittel sowie Ersatzteile beschaffen
  • Warten, Reparieren und Instandsetzen von Maschinen
  • Prüfverfahren anwenden, um Störungsursachen zu ermitteln
  • Defekte Teile auswechseln oder in der Werkstatt reparieren
  • Ersatzteile herstellen durch drehen, fräsen, bohren, schleifen
  • Einbau reparierter Teile durch Fügetechniken wie schweißen, verschrauben
  • Prüf- und Wartungsprotokolle schreiben
  • Unterstützung von Entwicklungsingenieuren/innen bei der Konstruktion neuer Maschinen, Herstellen von Mustern und Unikaten
  • Montage- und Demontageanleitungen schreiben
  • Kundendienst: Service, Wartung, Reparatur
  • Kundenberatung und Kundenschulung
  • Mitarbeiterschulung in der Bedienung von Anlagen

Wo arbeitet ein/e Industriemechaniker/in?

  • Maschinen- und Anlagenbau in Unternehmen aller Wirtschaftszweige
  • Besonders: Elektroindustrie, Fahrzeugbau, Chemie, Nahrungsmittelindustrie

Wie werde ich Industriemechaniker/in?

Industriemechaniker/in ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz. Er ist dem Berufsfeld Metall zugeordnet und wird ohne Spezialisierungen in Industrie und Handel ausgebildet, verfügt jedoch über Differenzierungsmöglichkeiten durch betriebliche Einsatzgebiete. Die Ausbildung erfolgt dual im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule, sie dauert 3,5 Jahre.

Eine schulische Ausbildung wird ebenfalls angeboten.

Die Ausbildung wurde 2004 modernisiert, Fachrichtungen durch Einsatzgebiete ersetzt. Die Grundausbildung ist für alle fünf industriellen Metallberufe gleich, nach zwei Jahren entscheiden sich Betriebe und Auszubildende, in welchem Einsatzgebiet die Ausbildung vertieft wird. Ein späterer Berufswechsel innerhalb der Metallberufe wird somit leichter. Auch die Abschlussprüfung wurde neu ausgerichtet, die erste Prüfung nach zwei Jahren macht bereis 40 Prozent der Gesamtnote aus.

Gute Voraussetzung für einen Ausbildungsplatz ist ein mittlerer Bildungsabschluss, 2006 hatten diesen 54 Prozent der Ausbildungsanfänger/innen, 22 Prozent besaßen den Hauptschulabschluss, 10 Prozent hatten eine Berufsfachschule absolviert.

Wichtige Schulfächer sind Physik, Mathematik, Werken/Technik und Informatik.

Weiterbildungsmöglichkeiten bestehen zum/r Industriemeister/in - Metall und zum/r Techniker/in - Betriebstechnik oder Automatisierungstechnik. Auch ein späteres Studium ist möglich, Studiengänge sind Ingenieur/in - Maschinenbau und Bachelor of Engineering - Mechatronik. Industriemechaniker/innen ohne Abitur müssen dieses auf dem zweiten Bildungsweg meistens nachholen.

Was verdient ein/e Industriemechaniker/in?

  • Angestellt: monatliches tarifliches Bruttogrundgehalt 2.023 - 2.699 €
  • Mittlere Vergütungsgruppe Industriemeister/in Metall/Bayern 2.733 - 2.969 €
  • Das Einkommen ist von Arbeits- und Qualifikationsanforderungen, Berufserfahrung, Lebensalter, Verantwortlichkeit und Wichtigkeit der Arbeit abhängig

Trends und voraussichtliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt:

Mittelmäßige Aussichten

  • Im Maschinenbau-Handwerk ging die Zahl der Stellen insgesamt drastisch zurück, allerdings auch die Arbeitslosenzahlen (2005: 11,9 Prozent)
  • Qualitätsmanagement bedeutet für die Zukunft mehr Verantwortung
  • Ständige Weiterbildung in technischen Neuerungen, z. Bsp. CNC-Technik
  • Die Branche Maschinenbau kennt kaum arbeitslose Ingenieure/innen
  • Der Frauenanteil macht unter 1 Prozent in diesem Beruf aus

Wie kann ich schon jetzt einen Einblick in diesen Beruf erhalten?

Schauen Sie sich einmal im Innenleben eines (ausgedienten!) Haushaltsgeräts um, zum Beispiel beim Computer oder einer Waschmaschine. All diese Dinge muss jemand aus vorgefertigten Teilen zusammenbauen, warten und reparieren.

Viele Industrieanlagen und Kraftwerke oder Hochöfen bieten Besichtigungsmöglichkeiten, sie erlauben zu bestimmten Terminen geführten Besuchergruppen den Zutritt, zum Beispiel zum Volkswagenwerk in Wolfsburg. Die Autostadt in Wolfsburg oder die Gläserne Produktion in Dresden bieten weitere Einblicke in die Fahrzeugproduktion.

Empfehlenswert ist ein Praktikum. Da die Aufgaben in den Betrieben sehr unterschiedlich sind, suchen Sie sich nach einer ersten Besichtigung gezielt einen Betrieb und ein ganz bestimmtes Einsatzgebiet aus.

Stand: September 2008