Hebamme/Entbindungspfleger

Was macht ein/e Hebamme/Entbindungspfleger?

Hebammen/Entbindungspfleger beraten und betreuen werdenden Mütter und Paare hinsichtlich aller Belange einer Schwangerschaft. Sie führen Kurse zur Geburtsvorbereitung durch und begleiten die Geburt eines Kindes sowie die Versorgung und ersten Stunden und Wochen danach. Dies gilbt sowohl für die Arbeit in einer Klinik wie für die Hausgeburt, die wieder stark zugenommen hat. Ihre Arbeitszeiten sind rund um die Uhr, im Krankenhaus im Schichtdienst, als freiberufliche/r Hebamme/Entbindungshelfer muss man sich sehr gut organisieren und immer eine Vertretung benennen. Viele Geburten erfolgen nachts. Eine gewisse körperliche Kraft gehört dazu, beim Anblick von viel Blut darf einem nicht übel werden. Rechtlich tragen Hebammen/Entbindungshelfer eine große Verantwortung, sie entscheiden, wann ein Arzt/eine Ärztin hinzugezogen werden muss.

Zu den Hauptaufgaben einer Hebamme gehören:

  • Beratung und Betreuung von werdenden Müttern in der Schwangerschaft und nach der Geburt im Wochenbett
  • Eigenverantwortliche Begleitung einer Geburt: Entspannungsübungen, Verabreichen von Schmerzmitteln, Führen des Kopfes eines Kindes bei der Geburt
  • Betreuung und Versorgung der Neugeboren durch Abnabeln, Messen, Wiegen, Waschen, Temperatur messen, Anlegen zum ersten Stillen etc.
  • Nach der Geburt: Betreuung der Mutter, Kontrolle der Plazenta/Nachgeburt, Reinigen aller Geräte, Anmelden beim Standesamt
  • Nachsorge in den ersten Wochen nach der Geburt, Kontrolle der Entwicklung des Neugeborenen durch Messen, Wiegen, auch das Baden, Beruhigen etc.
  • Beratung in der Säuglingspflege und Ernährung sowie Stillberatung
  • Vorsorge und Nachsorgeuntersuchungen der Mütter
  • Kurse durchführen zur Geburtsvorbereitung, Rückbildung, Babymassage etc.

Wo arbeitet ein/e Hebamme/Entbindungspfleger?

  • Geburtsabteilungen von Krankenhäusern
  • Hebammenpraxen
  • Geburtshäuser
  • Selbständig mit eigener Praxis / freiberufliche Hebamme bzw. Entbindungspfleger

Wie werde ich Hebamme/Entbindungspfleger?

Hebamme/Entbindungspfleger ist eine bundesweit einheitlich geregelte schulische Ausbildung an Berufsfachschulen für Hebammen und Entbindungspfleger.

Die Ausbildung dauert 3 Jahre.

Voraussetzung für die Aufnahme ist ein mittlerer Bildungsabschluss. Mit Hauptschulabschluss muss man zusätzlich eine einschlägige Berufsausbildung mit mindestens zweijähriger Dauer abgeschlossen haben oder die Berechtigung zum Krankenpflegehelfer vorweisen. Außerdem ist eine gesundheitliche Eignung nachzuweisen.

Die persönliche Eignung wird meistens anhand der schriftlichen Bewerbungsunterlagen und in einem Gespräch geprüft. Gute Schulnoten, besonders in Biologie, Chemie, Mathematik und Deutsch entscheiden mit über die Aufnahme.

Aufstiegsweiterbildungen gibt es zum Beispiel zum/r Pflegedienstleiter/in oder zum/r staatlich anerkannten Stationsleiter/in in der Kinderkrankenpflege.

Viele freiberufliche Hebammen und Entbindungshelfer bilden sich in Naturheilverfahren wie Akupunktur und Homöopathie weiter.

Ab dem Wintersemester 2008/2009 kann "Midwifery" als Bachelor-Studiengang an der Fachhochschule Osnabrück studiert werden. Das Studium umfasst auch einen praktischen Teil in Kooperation mit den Hebammenschulen. Zunächst ist das Angebot auf bereits examinierte Kräfte beschränkt, das wird sich jedoch in den nächsten Jahren ändern.

Neben dem Studiengang "Midwifery" gibt es zum Beispiel Pflegewissenschaften oder Pflegepädagogik, auch Gesundheitswirt/in. Bewerber/innen ohne Abitur müssen dieses dann meistens auf dem zweiten Bildungsweg nachholen.

Was verdient ein/e Hebamme/Entbindungspfleger?

  • Angestellt: monatliche Bruttogrundvergütung für angestellte in Krankenhäusern und Kliniken nach Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst, Tarifvertrag West 2.214 - 2.624 €
  • Das Einkommen ist aber stark von Arbeitszeiten, Wochenend- und Nachtzulagen und dem Umfang der Schichtarbeit abhängig, dazu kommen Lebensalter und regionale Unterschiede der Tarifverträge
  • Ein/e freiberufliche/r Hebamme /Entbindungspfleger bestimmt selbst wie viel sie/er arbeitet und verdient, die Krankenkassen zahlen feste Sätze und haben Obergrenzen für ihre Leistungen

Trends und voraussichtliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt:

Gute Aussichten

  • Wer einen Ausbildungsplatz bekommt und die Ausbildung schafft, hat fast eine Jobgarantie, denn Arbeitslosigkeit ist so gut wie nicht vorhanden
  • Sogenannte Patientenhotels liegen im Trend, sie verbinden Pflege und Komfort und bieten Hebammen und Entbindungspflegern neue Arbeitsbereiche
  • Im August 2008 wurde die Altersuntergrenze von 17 Jahren aufgehoben, Interessenten/innen können sofort an die Schule ihre Ausbildung anknüpfen
  • Neu: das erste Studienangebot in Deutschland:
  • Bachelor of Science "Midwifery/Hebammenkunde" ab Wintersemester 2008/2009 an der Fachhochschule Osnabrück, zunächst nur für examinierte Hebeammen/Entbindungspfleger, die ersten 3 Einführungssemester entfallen Bachelor of Science "Midwifery/Hebammenkunde" ab Wintersemester 2008/2009 an der Fachhochschule Osnabrück, zunächst nur für examinierte Hebeammen/Entbindungspfleger, die ersten 3 Einführungssemester entfallen

  • Der Trend: Pränataldiagnostik mit Nanotechnologie vermindert die Risiken für die Schwangeren - Hebammen und Entbindungspfleger müssen sich immer mehr mit moderner Technik auskennen und diese einsetzen können

Wie kann ich schon jetzt einen Einblick in diesen Beruf erhalten?

Hebammen/Entbindungshelfer sind in Deutschland sehr gut organisiert, denn Schwangere oder Paare mit Kinderwunsch sollen sie natürlich leicht finden. In den Familienberatungsstellen gibt es Listen mit den freiberuflichen Hebammen, Geburtshäusern und Geburtskliniken vor Ort. Kliniken und Geburtshäuser veranstalten regelmäßig Infoabende, die einen ersten Überblick über die vielfältigen Möglichkeiten der Geburtsbegleitung vermitteln. Hier können Sie jederzeit dabei sein, die Teilnahme ist kostenlos, man muss sich nur trauen. Meistens schließt sich eine Führung durch die Entbindungsstation an - denn werdende Mütter sind gern gesehene und umworbene Patienten der Kliniken.

Besonders die freiberuflichen Hebammen/Entbindungspfleger bieten Praktikumsmöglichkeiten für Schülerinnen und Schüler, die ein ernsthaftes Interesse an ihrem Beruf zeigen. Bei der Geburt eines Kindes ist man nicht dabei, aber bei der Betreuung der Wöchnerinnen zu Hause oder bei den Geburtsvorbereitungskursen. Auch Kurse zur Babymassage kann man dann als Praktikant/in begleiten.

Informationen und Ansprechpartner erhält man im Internet beim Bund Deutscher Hebammen e.V. unter www.bdh.de, beim Bund freiberuflicher Hebammen e.V. unter www.bfhd.de sowie unter www.hebammen.de

Stand: Oktober 2008