Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in

Was macht ein/e Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in?

Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/innen betreuen und versorgen eigenverantwortlich kranke und pflegebedürftige Säuglinge, Kinder und Jugendliche. Sie führen eigenständig ärztlich veranlasste Maßnahmen aus, assistieren bei Untersuchungen und Behandlungen und dokumentieren Patientendaten.

Wie in allen pflegerischen Berufen ist im Schichtdienst eine Betreuung rund um die Uhr zu gewährleisten, auch am Wochenende.

Zu den Hauptaufgaben eines/r Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in gehören:

  • Pflegemaßnahmen planen, koordinieren, dokumentieren, sichern
  • Grundpflege für behinderte, kranke oder sonst pflegebedürftige Säuglinge, Kinder und Jugendliche
  • Patienten bei der Körperpflege helfen
  • Patienten mit Nahrung versorgen, ggf. bei der Nahrungsaufnahme helfen
  • Ärztliche Verordnungen ausführen
  • Verbände anlegen, erneuern,
  • Physikalische Therapie wie Kühlung, Wärme durchführen
  • Patienten für Transfusionen, Punktionen, Sondierungen, Infusionen, Operationen sowie diagnostische und therapeutische Maßnahmen vorbereiten
  • Pflege von Neugeborenen- und Wochenbettpflege
  • Pflege in Fachabteilungen wie der Frühgeborenenstation, der Kinder- und Jugendpsychiatrie, der Infektionsabteilung
  • Patienten beobachten und psychosozial betreuen
  • Nachtwachen durchführen
  • Einhaltung aller Hygienevorschriften und gesetzlichen Bestimmungen
  • Kinder beim Spiel anleiten
  • Bei Angst und Schmerzen trösten
  • Eltern und andere Bezugspersonen pflegerisch beraten
  • An Visiten der leitenden Ärzte teilnehmen

Wo arbeitet ein/e Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in?

  • Kinderkrankenhäuser
  • Kinderstationen von Krankenhäusern
  • Facharztpraxen für Kinder und Jugendliche
  • Gesundheitszentren
  • Wohnheime für Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen
  • Kurzzeitpflege und ambulante Pflege
  • Kinderheime

Wie werde ich Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in?

Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in ist eine bundesweit einheitlich geregelte schulische Ausbildung an Berufsfachschulen für Krankenpflege.

Die Ausbildung dauert 3 Jahre. Modellversuche, in denen durch ein Aufbaumodul ein weiterer Abschluss erworben werden kann, sehen eine Ausbildungsdauer von insgesamt 3 1/2 Jahren vor.

Darüber hinaus kann man die Berufsfachschulausbildung als Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in mit einem Hochschulstudium kombinieren.

Vorausgesetzt wird ein mittlerer Bildungsabschluss. Auch Schüler/innen mit Hauptschulabschluss können aufgenommen werden, sofern sie zusätzlich über eine abgeschlossene Berufsausbildung von mindestens zweijähriger Dauer verfügen oder die Erlaubnis als Krankenpflegehelfer/in vorlegen bzw. eine erfolgreich abgeschlossene landesrechtlich geregelte Ausbildung von mindestens einjähriger Dauer in der Krankenpflegehilfe oder Altenpflegehilfe absolviert haben.

Die gesundheitliche Eignung für den Beruf muss durch ein ärztliches Attest nachgewiesen werden.

Spezialisierungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten bestehen:

  • als pflegerische Leitung einer Station oder Einheit
  • auf der Intensivstation
  • im Operationssaal

Auch ein Studium kann später angestrebt werden, zum Beispiel als Pflegewissenschaftler/in bzw. Pflegemanager/in oder im Fach Pflegepädagogik, auch ein Bachelor-Abschluss als Gesundheitswirt/in ist möglich. Bewerber/innen ohne Abitur müssen dieses dann meistens auf dem zweiten Bildungsweg nachholen.

Was verdient ein/e Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in?

  • Angestellt im öffentlichen Dienst im Pflegedienst bei den Kommunen Monatsbruttoentgelt, Tarif West, 2.214 - 2.624 €

Trends und voraussichtliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt:

Gute Aussichten

  • Ab Januar 2009 haben Pflegebedürftige und ihre Angehörigen einen Rechtsanspruch auf individuelle Beratung, Unterstützung und Hilfestellung durch Pflegeberater/innen (Fall- oder Casemanager/innen), die das gesamte Leistungsgeschehen für die Pflegebedürftigen koordinieren - eine Weiterbildung als Pflegeberater/in birgt weitere Berufsmöglichkeiten
  • Von den Einsparungen im Gesundheitsbereich ist die Pflege von Kindern und Jugendlichen weniger betroffen
  • Pflegekräfte werden auch in Zukunft in Deutschland stark nachgefragt sein, ein Engpass ist abzusehen und in 2008 bereits da
  • Ein Trend aus Europa: das System der "Family Health Nurses" - Pflegeberater/innen und Gesundheitsmanager/innen in Personalunion, besonders für sozial benachteiligte Familien und Migranten

Wie kann ich schon jetzt einen Einblick in diesen Beruf erhalten?

Mögen Sie den Umgang mit Säuglingen und Kleinkindern? Haben Sie schon einmal auf kleinere Kinder aufgepasst? Sonst suchen Sie sich zunächst einen Job als Babysitter, auch bei größeren Kindern.

Kaufhäuser, Fitness-Studios oder Sportvereine brauchen manchmal Unterstützung bei der Kinderbetreuung, fragen Sie nach einem Job und Praktikumsmöglichkeiten.

Gibt es in Ihrem Bekanntenkreis eine/n Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in? Arbeitet vielleicht der Vater oder die Mutter eines Klassenkameraden in diesem Beruf? Lassen Sie sich die Telefonnummer geben. Vielleicht können Sie diese/n Krankenpfleger/schwester einmal am Arbeitsplatz besuchen!

Stand: Oktober 2008