Friseur/in

Was macht ein/e Friseur/in?

Friseure/innen beschäftigen sich mit allen Dingen, Aufgaben und Ideen rund um das Thema Haare: waschen, schneiden, trocknen, pflegen, färben, frisieren, wellen, glätten, hochstecken, flechten, binden, verlängern und verschönern. Dazu beraten sie ihre Kunden individuell in Fragen der Frisur, der Haarpflege und des Stylings.

Darüber hinaus schneiden, färben, zupfen sie die Augenbrauen, pflegen Fingernägel und bieten Kosmetik für Gesicht und Hals an. Auch das Auftragen von Make-up oder eine Gesichtsmassage gehört zu ihren Aufgabenfeldern. Die Kopfhaut kann ebenfalls massiert werden, um die Haarwurzeln anzuregen.

Friseure sollten sich für Trends interessieren, sowie kontaktfreudig und zugewandt sein. Sie sollten gut zuhören können und eine freundliche Ausstrahlung haben. Ein gepflegtes Äußeres ist von Vorteil. Da Friseure/innen mit chemischen Substanzen in Berührung kommen, sollte man unbedingt testen, ob man zu Hautallergien neigt und diese Mittel gut vertragen kann.

Zu den Hauptaufgaben eines/r Friseurs/in gehören:

  • Kundenberatung und Kunden aufmerksam zuhören, sie mit Kaffee und Zeitschriften sowie mit Zuwendung versorgen
  • Haare, Kopfhaut etc. im Hinblick auf die Behandlung beurteilen
  • Schneidetechniken und Pflegetechniken vorstellen
  • Typberatungen durchführen
  • Haare waschen, schneiden, legen, formen, trocknen
  • Haare färben oder bleichen, Farb-Strähnen und Dauerwellen auftragen
  • Haar-, Haut-, und Körperpflegemittel verkaufen
  • Kundenkartei pflegen und Sonderaktionen planen
  • Werkzeuge, Maschinen, Arbeitsgeräte und Räume pflegen und reinigen
  • Arbeitsflächen und Räume dekorieren
  • Sich ständig über Trends, Stile und neue Produkte informieren

Wo arbeitet ein/e Friseur/in?

  • Fachbetriebe des Friseurhandwerks
  • Hotels und Bäderbetriebe
  • Krankenhäuser und Wohn- und Pflegeanlagen
  • Einzel- bzw. Großhandel für Haarpflege- und Kosmetikartikel
  • Gelegentlich bei Film und Theater sowie in der Modebranche
  • Selbständig mit eigenem Friseursalon

Wie werde ich Friseur/in?

Der Beruf des/r Friseurs/in gehört zur Gruppe der Körperpflegeberufe und ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach der Handwerksordnung. Die Ausbildung ist bundesweit einheitlich geregelt und wird im Friseurhandwerk angeboten. Die Ausbildung dauert 3 Jahre.

Durch Wahlqualifikationseinheiten verfügt der Beruf über eine flexible Ausbildungsstruktur.

Auch eine schulische Ausbildung ist möglich.

Nach der neuen Handwerksordnung können sich Friseure/innen nach erfolgreich abgelegter Meister/innenprüfung oder sechsjähriger Gesellen/innentätigkeit (davon 4 Jahre in leitender Stellung) im zulassungspflichtigen Friseurhandwerk selbständig machen.

Zugangsvoraussetzung ist ein Hauptschulabschluss. Diesen hatten im Jahr 2006 rund 52 Prozent der Berufseinsteiger, 31 Prozent hatten einen mittleren Bildungsabschluss und 5 Prozent eine Berufsfachschule besucht. Wichtige Schulfächer sind Werken, Chemie und Deutsch.

Neben zahlreichen Qualifizierungslehrgängen wie Visagistik, Kundenbindung oder Friseurkosmetik gibt es die Weiterbildungsmöglichkeit zum/r Friseurmeister/in, die gleich nach der Ausbildung folgen kann.

Auch ein/e Fachkaufmann/-frau in der Handwerkswirtschaft ist möglich.

Mit der Hochschulzugangsberechtigung kann man sich zum/r Maskenbildner/in oder Kosmetologen/in weiterbilden.

Was verdient ein/e Friseur/in?

  • Angestellt: monatliche tarifliche Bruttogrundvergütung 1.300 - 1.703 € (Tarifregister für Nordrhein-Westfalen) - es gibt starke regionale Unterschiede
  • Meister/innen angestellt laut Tarif/West: 1.456 - 2.163 €

Trends und voraussichtliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt:

Mittelmäßige Aussichten

  • Immer noch ein Traumberuf für viele - etwas Enthusiasmus gehört dazu, denn das Gehaltsniveau ist nach wie vor niedrig, besonders im Osten
  • Die Arbeitslosenzahl ist in den vergangenen zwei Jahren gesunken, liegt aber immer noch über 10 Prozent, Frauen wie Männer sind gleich stark betroffen
  • Die Kundenberatung bekommt einen immer größeren Stellenwert, viele Kunden wollen mehr Aufmerksamkeit und Beratung als eine neue Frisur
  • Friseure/innen haben es schwer, wenn sie einen neuen Salon aufmachen - besser ist es, einen alteingesessenen mit Stammkundschaft zu übernehmen
  • Friseurketten eröffnen immer weitere Filialen: hier gibt es zwar neue Beschäftigungsfelder, die Bezahlung und die Arbeitszeiten sind dagegen eher schlecht
  • Wichtig sind Zusatzqualifikationen in Kosmetik und Wellness

Wie kann ich schon jetzt einen Einblick in diesen Beruf erhalten?

Erzählen Sie beim nächsten Friseurbesuch dem/r Friseur/in von Ihrem Berufswunsch. Während er/sie Ihre Frisur in Form bringt, berichtet er oder sie bestimmt gerne vom Arbeitsalltag. So können Sie bereits einen ersten Eindruck gewinnen!

Der nächste Schritt ist ein Praktikum in einem Friseursalon. Hier kann man Kaffee kochen, Aufräumen, Handtücher oder Haare waschen - und eine Menge von den Aufgaben und Ideen eines/r Friseurs/in mitbekommen.

Manchmal werden auch Modelle gesucht, die sich von Auszubildenden die Haare frisieren lassen. Das dauert zwar, aber stellen Sie sich zur Verfügung. Sie bekommen einen kostenlosen Haarschnitt und jede Menge Anleitung vom/von der Meister/in.

Stand: Oktober 2008