Fluggerätemechaniker/in

Was macht ein/e Fluggerätemechaniker/in?

Fluggerätemechaniker/innen stellen Fluggeräte aller Art her und fertigen Triebwerke. Im Anschluss übernehmen sie deren Wartung und Instandhaltung. Um als Fachkraft ein defektes Teil auszutauschen, werden sie schon mal einem Flugzeug auf einen weit entlegenen Flughafen hinterher geschickt, um es vor Ort zu reparieren. Flugtauglichkeit und gutes Englisch gehören deshalb dazu wie technisches Verständnis und Geschicklichkeit.

Die Ausbildung zum/r Fluggerätemechaniker/in erfolgt im ersten und zweiten Lehrjahr gleich, danach gibt es eine Spezialisierung in einer der folgenden drei Fachrichtungen:

  • Fachrichtung Fertigungstechnik
  • Fachrichtung Instandhaltungstechnik
  • Fachrichtung Triebwerkstechnik

Zu den Hauptaufgaben eines/r Fluggerätemechanikers/in gehören:

Fachrichtung Fertigungstechnik:

  • Fluggeräte und Triebwerke herstellen, warten und instandhalten
  • Einzelteile anhand technischer Zeichnungen zu Baugruppen zusammenfügen
  • Technische Systemkomponenten in die Rohkarosserie montieren
  • Innenausstattungen einbauen

Fachrichtung Instandhaltungstechnik:

  • Für die Funktionstüchtigkeit von Fluggeräten sorgen
  • Baugruppen montieren und reparieren

Fachrichtung Triebwerkstechnik:

  • Triebwerke herstellen und instand halten

Wo arbeitet ein/e Fluggerätemechaniker/in?

  • Luft- und Raumfahrtindustrie bei Herstellern von Flugzeugen
  • Fluggesellschaften und Flughäfen
  • Fluggerätehersteller und Fluggeräteverleiher
  • Bei der Luftwaffe der Bundeswehr auf deren Stützpunkten

Wie werde ich Fluggerätemechaniker/in?

Fluggerätemechaniker/in ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz. Die bundesweit geregelte Ausbildung wird in der Flugzeugindustrie in den folgenden drei Fachrichtungen ausgebildet:

  • Fertigungstechnik
  • Triebwerkstechnik
  • Instandhaltungstechnik

Die Ausbildung dauert 3 1/2 Jahre.

Zugangsvoraussetzung ist in der Regel mindestens ein mittlerer Bildungsabschluss. Diesen hatten im Jahr 2006 von den Berufseinsteigern 62 Prozent. 5 Prozent hatten einen Hauptschulabschluss, 8 Prozent eine Berufsfachschule besucht.

Wichtige Schulfächer sind Mathematik, Werken/Technik, Physik und Englisch.

Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es zum/r Industriemeister/in der Fachrichtung Flugzeugbau/Luftfahrttechnik oder zum/r Industriemeister/in der Fachrichtung Metall. Auch ein Abschluss als staatlich geprüfte/r Techniker/in Fachrichtung Maschinentechnik mit dem Schwerpunkt Luftfahrzeugtechnik oder Fertigungstechnik ist möglich.

Sonstige Aufstiegsweiterbildungen sind zum Beispiel Prüfer/Prüferin - Luftfahrzeuge oder der/die REFA-Prozessorganisator/in.

Auch ein Studium ist möglich, zum Beispiel im Bereich Ingenieurswesen für Luft- und Raumfahrttechnik oder Fahrzeugtechnik. Bewerber/innen ohne Abitur müssen dieses dann meistens auf dem zweiten Bildungsweg nachholen.

Was verdient ein/e Fluggerätemechaniker/in?

  • Angestellt: monatliche tarifliche Bruttogrundvergütung 2.294 - 2.520 €
  • Industriemeister/in - Flugzeugbau/Luftfahrttechnik: 2.733 - 2.969 €

Trends und voraussichtliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt:

Gute Aussichten in den nächsten 10 Jahren

  • Der Bestand an Arbeitsplätzen hat mit der Anzahl der Flugzeuge ständig zugenommen, die Arbeitslosenquote liegt unter 3 Prozent, es herrscht so gut wie Vollbeschäftigung, gute Mitarbeiter werden weltweit gesucht
  • Kurzfristige Konjunktureinbrüche haben bisher kaum Auswirkung auf technische Fachkräfte, so lange sie flexibel sind und den Standort oder das Land auch mal wechseln
  • Langfristig ist eine Prognosen schwierig: wie weit Flugzeuge und deren Wartung in 30 bis 40 Jahren aufgrund von Klimawandel und Rohstoffknappheit noch eine Rolle spielen, kann niemand sicher voraussehen
  • Fluggerätemechaniker/innen sollten sich rechtzeitig nach Alternativen umsehen, wenn eine Veränderung der Branche abzusehen ist

Wie kann ich schon jetzt einen Einblick in diesen Beruf erhalten?

Flugzeugwerften wie zum Beispiel Lufthansa Technik in Hamburg bieten im Rahmen ihrer Öffentlichkeitsarbeit Werksführungen an. Nehmen Sie an einer Teil, hier können Sie direkt vor einer Turbine stehen und den Fluggerätemechanikern/innen über die Schulter schauen.

Auch die regelmäßig veranstalteten Tage der offenen Tür in den Flughäfen oder auf den Luftwaffenstützpunkten der Bundeswehr bieten sehr gute Einblicke. Erkundigen Sie sich bei Ihrem nächstgelegenen Flughafen in der Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit nach aktuellen Terminen - und bei der Bundeswehr (www.bundeswehr.de)

In Hamburg gibt es außerdem jährlich die dreitägigen "Airport-Days", dann landen seltene Maschinen, die man hautnah erleben und besichtigen kann.

Stand: Oktober 2008