Florist/in

Was macht ein/e Florist/in?

Floristen/innen gestalten, arrangieren und verkaufen Blumen, Pflanzen und Gebinde, sowie Tisch- und Raumschmuck mit Blumen und Pflanzen. Sie gestalten Pflanzenschmuck für Feste wie Jubiläen, Geschäftseröffnungen, dekorieren für Familienfeiern wie Hochzeiten und Taufen, binden Blumensträuße für Geburtstage und Hochzeitstage und arrangieren saisonalen Blumenschmuck wie Adventsgestecke zu Weihnachten oder Ostersträuße. Für Begräbnisse binden sie Kränze und Gestecke und liefern den Grabschmuck auf den Friedhof. Dazu werden Schleifen und Stoffe bestickt. Sie beraten ihre Kunden und liefern ihnen die gewünschten Bestellungen zum verabredeten Zeitpunkt. Oft übernehmen sie auch die Aufgaben des Blumenversands. Zu den Hauptaufgaben eines/r Floristen/in gehören:

  • Blumen- und Pflanzenschmuck für alle Anlässe entwerfen und anfertigen
  • Innen- und Außenräume mit Pflanzen und floristischen Werkstücken gestalten
  • Schnittblumen, Topfpflanzen, floristische Arrangements und Zubehör sowie kunsthandwerkliche und dekorative Artikel verkaufen
  • Kundenberatung
  • Wareneinkauf nach Saison und Kundenwünschen im Großhandel und auf dem Blumengroßmarkt
  • Preis- und Materialkalkulation für Blumenschmuck und Gebinde
  • Abrechnung und Buchhaltung
  • Fachgerechte Lagerung und Pflege der Waren

Wo arbeitet ein/e Florist/in?

  • Blumenfachgeschäfte
  • Gärtnereien und Gartencenter
  • Einzelhandel mit Blumenverkaufsabteilung
  • Blumengroßhandel
  • Hotels und Kongresszentren
  • Bestattungsunternehmen
  • Selbständig mit eigenem Blumengeschäft

Wie werde ich Florist/in?

Florist/in ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz. Die bundesweit einheitlich geregelte Ausbildung wird im Handel angeboten. Sie dauert 3 Jahre. Eine schulische Ausbildung ist ebenfalls möglich.

Die Betriebe stellen zu gleichen Teilen zukünftige Floristen/innen mit Hauptschulabschluss oder mit einem mittleren Bildungsabschluss ein. Im Jahr 2006 hatten darüber hinaus 11 Prozent eine Berufsfachschule besucht. Nur 1 Prozent war ohne Abschluss. Wichtige Schulfächer sind Mathematik, Biologie, Deutsch und Kunst. Gute Noten sind hier von Vorteil.

Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es zum/r Floristmeister/in. Diese Ausbildung kann direkt an die Berufsausbildung anschließen. Selbständig machen kann man sich auch ohne Meister/innenprüfung mit einem eigenen Blumenfachgeschäft. Die Übernahme eines Betriebes ist ebenfalls möglich.

Weitere Aufstiegsweiterbildungen sind staatlich geprüfte/r Florist/in oder staatlich geprüfte/r Wirtschafter/in Fachrichtung Floristik.

Was verdient ein/e Florist/in?

  • Angestellt: monatliche tarifliche Bruttogrundvergütung 1.202 - 1.592 €
  • Floristmeister/innen (angestellt): 1.768 - 2.156 €

Trends und voraussichtliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt:

Mittelmäßige bis schlechte Aussichten

  • Blumengeschäfte haben durch den Versandhandel via Internet Konkurrenz
  • Viele kleine Geschäfte mussten schließen, es fehlen Nachwuchs und Kunden
  • Blumenbotschaften haben immer noch eine wichtige gesellschaftliche Bedeutung, diese nimmt wieder zu
  • Veränderungen der Kundenwünsche müssen Floristen/innen erkennen und auch ausgefallene Kundenwünsche wie Maiglöckchen im November erfüllen
  • Der Trend: Zertifikate für Schnittblumen aus fairem Handel und ökologischer Produktion, zum Beispiel das FLP (Flower Label Programm), denn nach wie vor wird beim Blumenanbau viel Chemie eingesetzt in riesigen Monokulturen mit Raubbau an der Natur - die meisten Rosen werden aus Afrika eingeflogen
  • Floristen müssen hier in Zukunft beim Einkauf vermehrt darauf achten - und die Kunden im Verkaufsgespräch dazu beraten, denn Ökologie ist teurer
  • Die Arbeitslosenrate unter den Floristen/innen ist nach wie vor hoch, trotz Rückgang ab 2007 liegt sie bei über 10 Prozent

Wie kann ich schon jetzt einen Einblick in diesen Beruf erhalten?

Beobachten und beurteilen Sie beim nächsten offiziellen Familienfest den Blumenschmuck und die Blumengeschenke: wie sind die Sträuße gebunden, wie ist der Tisch dekoriert, ist alles frisch und passen die Farben und Formen zusammen?

Auch beim Besichtigen von Kirchen oder beim Besuch von Restaurants und Hotels sollten Sie auf die Blumendekoration achten.

Das gleiche kann man bei einem Spaziergang über den örtlichen Friedhof machen.

Fragen Sie im nächsten Schritt in einem Blumengeschäft in der Nachbarschaft nach Praktikumsmöglichkeiten. Auch ein Besuch auf dem Blumengroßmarkt ist interessant. Hier haben Sie keinen freien Zugang, ein/e Florist/in muss Sie mitnehmen.

Und nutzen Sie jede Gelegenheit zu Hause oder in der Schule bei der nächsten Abschlussfeier, um die Blumendekoration oder den Weihnachts- oder Osterschmuck zu übernehmen.

Stand: Oktober 2008