Fahrzeuginnenausstatter/in

Was macht ein/e Fahrzeuginnenausstatter/in?

Fahrzeuginnenausstatter/innen be- und verarbeiten Teile der Innenausstattung von Fahrzeugen in Einzel- und Serienanfertigung, in Handarbeit oder maschineller Fertigung. Sie montieren Sitze, fertigen Verkleidungen und andere Innenbauteile. Auch die Pflege und Instandhaltung gehört dazu.

Zu den Hauptaufgaben eines/r Fahrzeuginnenausstatters/in gehören:

  • Ausstattungsteile für die Innenräume von Personen- und Lastkraftwagen, Autobussen, Eisen- und Straßenbahnen, Flugzeugen und Schiffen herstellen
  • Arbeitsabläufe planen und vorbereiten
  • Werkstoffe und Hilfsmittel nach Kundenwunsch, Verwendungszweck, Verarbeitungsmöglichkeit und Wirtschaftlichkeit auswählen
  • Materialbedarf ermitteln und berechnen
  • Maschinen und Anlagen wie Schneide-, Stepp-, Näh-, Heft-, und Nagelmaschinen bedienen und überwachen
  • Schablonen anfertigen
  • Werkstoffe zuschneiden
  • Obermaterial kaschieren: durch Unterkleben einer Vlies-, Kunststoff- oder Lederschicht versteifen oder formen
  • Oberflächen durch Abnäher, Ziernähte, Keder (Wülste) usw. gestalten
  • Polster formen und mit dem Bezug versteppen
  • Polster- und Dämmstoffe konfektionieren für Fahrzeugsitze und Innenverkleidungen
  • Ausstattungsteile wie z.B. Sitze, Klimaanlagen, Verkleidungen etc. montieren
  • Elektrische und hydraulische Leitungen verkleiden
  • Maßnahmen zum Gesundheits- und Umweltschutz einhalten
  • Qualitätsvorgaben berücksichtigen

Wo arbeitet ein/e Fahrzeuginnenausstatter/in?

  • Betriebe der Fahrzeugindustrie
  • Flugzeug-, Eisenbahn- und Schiffbau
  • Handwerkliche Fahrzeugpolstereien und Autosattlereien
  • Unternehmen der Polstermöbelindustrie
  • Hersteller von Sportgeräten

Wie werde ich Fahrzeuginnenausstatter/in?

Der Beruf des/der Fahrzeuginnenausstatters/in ist dem Berufsfeld Farbtechnik und Raumgestaltung zugeordnet.

Der Beruf ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz.

Die bundesweit geregelte Berufsausbildung wird in der Industrie oder im Handel angeboten, sie erfolgt dual im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule und dauert 3 Jahre.

Die Betriebe stellen fast zu gleichen Teilen angehende Fahrzeuginnenausstatter/innen mit Hauptschulabschluss (45 Prozent in 2006) oder mit einem mittleren Bildungsabschluss ein (41 Prozent in 2006).

Wichtige Schulfächer sind Mathematik und Werken/Technik.

Fortbildungsmöglichkeiten gibt es zum/r Industriemeister/in Fachrichtung Fahrzeuginnenausstattung. Auch ein Abschluss als staatlich anerkannte/r Techniker/in für Betriebswissenschaft ist möglich, auch ein/e Technischer Fachwirt/in.

Auch ein Hochschulstudium kann angestrebt werden, zum Beispiel Ingenieur/in für Fahrzeugtechnik oder Ingenieur/in für Textiltechnik. Bewerber/innen ohne Abitur müssen dieses dann meistens auf dem zweiten Bildungsweg nachholen.

Was verdient ein/e Fahrzeuginnenausstatter/in?

  • Das Einkommen ist wesentlich von den jeweiligen Arbeits- und Qualifikationsanforderungen abhängig. Berücksichtigung finden zudem Berufserfahrung, Lebensalter, Verantwortlichkeit und Wichtigkeit der Arbeit.
  • Angestellt: monatliche tarifliche Bruttogrundvergütung 2.711 - 2.966 €

Trends und voraussichtliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt:

mittelmäßige Aussichten

  • Der Bestand an Arbeitsplätzen ist in den letzten 8 Jahren um über 30 Prozent zurück gegangen, die Arbeitslosenquote ist ab 2007 auf unter 10 Prozent gesunken, doch die Automobilbranche erwartet große Veränderungen, denn die Automobilindustrie steckt 2008/2009 in einer tiefen Krise, der Absatz ist enorm zurück gegangen
  • Das wird sich auf die Ausbildungsplatzsituation und die Berufschancen in der Automobilbranche in den nächsten Jahren auswirken
  • Der Trend: Klimasitze sind im Kommen, Sitzheizungen gehören schon beinahe zur Standardausstattung. Die neuen Sitze können Wärme und Feutigkeit aus den den Polstern absaugen und Schweißflecken auf der Kleidung des Fahrers vermeiden - das Aufgabenfeld der Fahrzeuginnenausstatter wird sich durch die neue Klima-Technologie enorm erweitern

Wie kann ich schon jetzt Einblick in diesen Beruf erhalten?

Verschönern Sie gern Autos, auch im Innenraum oder schauen Sie anderen dabei gerne zu? Machen Sie ein Praktikum in einer Fachwerkstatt für Fahrzeuginnenausstattung.

Besuchen Sie Automessen und Autoshows und sehen Sie sich die Sonderanfertigungen mit ihren zum Teil sehr kostbaren Materialien an.

Auch wenn Sie selbst noch kein Auto fahren oder haben, begleiten Sie Ihre Eltern, ältere Geschwister, Verwandte oder Freunde der Eltern beim nächsten Besuch in die Werkstatt. Fragen Sie, ob Sie einmal einen Blick in die Werkshalle oder gar die Lackiererei werfen dürfen. Wenn etwas Zeit ist, erklärt Ihnen der/die verantwortliche Meister/in bestimmt sehr gerne etwas zur Berufsausbildung - sonst vereinbaren Sie einen Termin oder einen Schnuppertag zum Hospitieren, vielleicht auch gleich ein Praktikum in den Ferien.

Besuchen Sie einen Schrottplatz für Autowiederverwertung, der Privatkunden nach Herzenslust wühlen, schrauben und hämmern lässt. Hier können Sie alle alten Fahrzeuge unter die Lupe nehmen, in den Hallen lagern Ersatzteile aller Art, auch alte Sitze, Spiegel, Polster, die sollten Sie sich auf jeden Fall anschauen.

Gibt es in Ihrem Bekanntenkreis eine/n Fahrzeuginnenausstatter/in? Arbeitet vielleicht der Vater oder die Mutter eines Klassenkameraden in diesem Beruf? Lassen Sie sich die Telefonnummer geben. Vielleicht können Sie diese/n Fahrzeuginnenausstatter/in einmal am Arbeitsplatz besuchen!

Stand: Oktober 2008