Fachkraft für Lebensmitteltechnik

Was macht eine Fachkraft für Lebensmitteltechnik?

Fachkräfte für Lebensmitteltechnik produzieren in Betrieben der Lebensmittelindustrie Fertiggerichte, Konserven, Tiefkühlkost und Backwaren. Die einzelnen Schritte und Prozessabläufe bei der Lebensmittelherstellung sind genau festgelegt, ebenso die Rezepturen und Zutaten, die von Ihnen in großen Gebinden ausgewogen werden. Hier heißt es schon mal zupacken und mehrere Kilo schwere Säcke und Eimer leeren, Gewürze werden dagegen mit der Wage portioniert. Auch die Hygiene-Vorschriften müssen genau eingehalten werden, Arbeitskleidung und Abdeckung der Haare sind Pflicht. Dieser traditionell im Handwerk angesiedelte Beruf hat sich in den letzten 30 Jahren immer mehr zum industriellen Beruf gewandelt, Lebensmittel werden nicht mehr regional, sondern weltweit produziert und abgefüllt.

Zu den Hauptaufgaben einer Fachkraft für Lebensmitteltechnik gehören:

  • Lebensmittel und Speisen mit Hilfe von Maschinen herstellen
  • Alle Produktionsabläufe vom Eingang der Rohwaren bis zum fertig verpackten Produkt überwachen
  • Lieferungen der Rohstoffe annehmen, Qualität und Mengen prüfen, fachgerecht lagern und weiterleiten
  • Zubereitung der benötigten Zutaten, zum Beispiel Hefe ansetzen, Gewürzmischungen herstellen, Gelatine auflösen, Vorteige zubereiten, Nüsse malen, Flüssigkeiten anrühren, aber auch Gemüse reinigen und zerkleinern
  • Bei der Herstellung von Aromen werden z.T. auch Halbprodukte hergestellt
  • Destillieren, dämpfen, sterilisieren oder pasteurisieren von Lebensmitteln, um sie haltbar zu machen
  • Erforderlichen Maschinen und Anlagen vorbereiten
  • Produktionsanlagen bedienen und überwachen, anschließend wieder reinigen
  • Produktionsvorgänge bei Abweichungen oder Störungen korrigieren
  • Fertige Produkte kontrollieren, besonders Qualität und richtige Menge, portionsweise verpacken, etikettieren und in Gebinden zusammenstellen
  • Weiterleitung zur fachgerechten Lagerung der Produkte
  • Endprodukte an die jeweiligen Abnehmer verschicken

Wo arbeitet eine Fachkraft für Lebensmitteltechnik?

  • Betriebe der Lebensmittelindustrie, z. B. in der Fisch-, Fleisch-, Obst- und Gemüseverarbeitung
  • Industrielle Großbäckereien
  • Molkereibetriebe
  • Industrielle Herstellung von Zuckerwaren und Babynahrung
  • Kaffeeröstereien

Wie werde ich Fachkraft für Lebensmitteltechnik?

Der Beruf der Fachkraft für Lebensmitteltechnik gehört zur Gruppe der lebensmitteltechnischen Berufe.

Der anerkannte Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz wird ohne Spezialisierung nach Fachrichtungen oder Schwerpunkten in der Industrie ausgebildet.

Die duale Ausbildung erfolgt im Betrieb und in der Berufsschule, sie dauert 3 Jahre.

Die Betriebe stellen bevorzugt Bewerber/innen mit einem mittleren Bildungsabschluss ein. Diesen hatten im Jahr 2006 49 Prozent, 19 Prozent hatten einen Hauptschulabschluss, 14 Prozent die Berufsfachschule besucht.

Wichtig sind gute Noten in den Fächern Mathematik, Chemie und Biologie, darüber hinaus gute Computer- und Datenverarbeitungskenntnisse.

Als Weiterbildungsmöglichkeiten bestehen für Fachkräfte für Lebensmitteltechnik z.B. die zum/r Industriemeister/in - Lebensmittel, zum/r staatlich geprüften Techniker/in - Lebensmitteltechnik mit Schwerpunkt Lebensmittelverarbeitung oder Lebensmittelverpackung, auch Bäckereitechnik.

Ein Hochschulstudium kann ebenfalls angestrebt werden, z. B. zum/r Ingenieur/in für Lebensmitteltechnologie oder zum/r Ökotrophologen/in. Bewerber/innen ohne Abitur müssen dieses dazu meistens auf dem zweiten Bildungsweg nachholen.

Was verdient eine Fachkraft für Lebensmitteltechnik?

  • Angestellt: monatliche tarifliche Bruttogrundvergütung 2.037 - 2.322 €

Trends und voraussichtliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt:

Gute Aussichten

  • Der Trend zu Fertiggerichten nimmt zu, auch die Qualität dieser Produkte und das gute Abschneiden bei Lebensmitteltests hat dazu
  • Zunehmend sind biologisch angebaute und umweltschonend hergestellte und verpackte Produkte gefragt - die richtige Branche hat gute Zukunftschancen
  • Der Trend: Fingerfood und Ethno Food - dazu gehören Sushi oder Tapas, die für leichte, gesunde, internationale Küche stehen - hier gibt es für Fachkräfte noch viele Herausforderungen und Beschäftigungsmöglichkeiten
  • Ebenfalls neu ist Mood Food, das die Glückshormone stimulieren und Wohlbefinden auslösen soll durch entsprechende Zutaten - auch hierfür werden Experten mit Qualifikationen gesucht, die Nachfrage steigt
  • High-Tech-Designer-Lebensmittel ohne Fett und Zucker mit gesunden Extras: die Lebensmittelindustrie setzt schon lange auf diesen Trend, Novel Food bietet cholesterinsenkende Margarine oder calciumangereichertes Müsli
  • Der Bestand an Arbeitsplätzen ist zwar um 10 Prozent gesunken seit 2000, die Arbeitslosenquote sank gegenläufig aber auf weit unter 10 Prozent, es gab 2007 kaum Arbeitssuchende

Wie kann ich schon jetzt einen Einblick in diesen Beruf erhalten?

Der Werksverkauf in der Lebensmittelindustrie, zum Beispiel bei Feinkostherstellern, bietet oft nicht nur preisgünstige frische Ware ab Werk, sondern einen ersten Einblick, wenn am Nachmittag die Produktionshallen gereinigt werden. Schauen Sie sich beim Einkauf um und fragen Sie, ob Sie einmal nach Feierabend die Hallen besichtigen dürfen.

Große Lebensmittel verarbeitende Werke, zum Beispiel die Firma Iglu, aber auch Kraft Foods, bieten eine umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit. Da die Besucher aus hygienischen Gründen die Werkshallen nicht betreten dürfen, fährt sie eine eigens konstruierte Elektrobahn hygienisch verpackt zur Spinatsaison durch die Produktionshallen - alles im Stundentakt.

Oft gibt es Ferienjobs in der Lebensmittelindustrie, denn gerade im Sommer herrscht Hochsaison, wenn das Obst und Gemüse reif wird, wird rund um die Uhr gearbeitet, gekocht und eingefroren. Fragen Sie nach einem Ferienjob! Der ist meistens gar nicht so schlecht bezahlt, zumindest besser als ein Praktikum, und bietet sehr gute Einblicke in den Tagesablauf und die Vielfalt der Produktion.

Stand: Oktober 2008