Fachkraft für Lagerlogistik

Was macht eine Fachkraft für Lagerlogistik?

Fachkräfte für Lagerlogistik wirken bei logistischen Planungs- und Organisationsprozessen mit. Sie schlagen Güter um und lagern diese fachgerecht und jederzeit auffindbar, bis sie zum Einsatz kommen oder weiterverkauft werden.

In Logistikzentren, Industriebetrieben, Speditionen und im Versandhandel sind Fachkräfte für Lagerlogistik für Waren aller Art zuständig.

Zu den Hauptaufgaben einer Fachkraft für Lagerlogistik gehören:

  • Güter annehmen und kontrollieren anhand der Begleitpapiere
  • Entladung organisieren
  • Güter sortieren und sachgerecht an vorher bereits eingeplanten Plätzen lagern
  • Waren unter optimalen Bedingungen lagern, dazu müssen z.B. Temperatur und Luftfeuchtigkeit reguliert werden
  • Güter und Waren kommissionieren und für einen Auftrag zusammen stellen
  • Im Warenausgang Auslieferungstouren planen
  • Günstigste Versandart ermitteln
  • Lieferungen zusammenstellen und Waren verpacken
  • Begleitpapiere wie Lieferscheine oder Zollerklärungen erstellen
  • LKW´s, Container oder Eisenbahnwaggons beladen
  • Gabelstapler bedienen und Fracht gegen Verrutschen oder Auslaufen sichern
  • Den innerbetrieblichen Informations-, Material- und Wertefluss von der Beschaffung bis zum Absatz optimieren
  • Warenbezugsquellen erkunden, Angebote vergleichen, Waren bestellen
  • Lagerkennziffern berechnen
  • Inventurarbeiten durchführen
  • Einfache Jahresabschlüsse berechnen

Wo arbeitet eine Fachkraft für Lagerlogistik?

  • in allen Branchen, besonders in Betrieben mit Lagerhaltung

Wie werde ich Fachkraft für Lagerlogistik?

Fachkraft für Lagerlogistik ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz. Der Monoberuf wird ohne Spezialisierung nach Fachrichtungen oder Schwerpunkten in Handel und Handwerk ausgebildet.

Die Ausbildung erfolgt dual im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule, sie dauert 3 Jahre.

Auch eine schulische Ausbildung ist möglich.

Zugangsvoraussetzung ist in vielen Betrieben ein mittlerer Bildungsabschluss, diesen hatten 2006 rund 38 Prozent der zukünftigen Fachkräfte für Lagerlogistik, 31 Prozent hatten einen Hauptschulabschluss, 17 Prozent eine Berufsfachschule besucht.

Wichtig sind gute Noten in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch.

Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es zum/r Meister/in der Fachrichtung Lagerwirtschaft oder zum/r staatlich anerkannten Techniker/in für Betriebswissenschaft, ein Abschluss als Technische/r Fachwirt/in ist ebenfalls möglich. Eine weitere Aufstiegsweiterbildung ist die zur Fachkraft für Logistik und Materialwirtschaft.

Auch ein Studium kann angestrebt werden. In Frage kommt das Fach Betriebswirtschaft, hier gibt es den Fachbereich Logistik. Allgemeine Betriebswirtschaft ist ebenfalls eine Möglichkeit. Bewerber/innen ohne Abitur müssen dieses dann meistens auf dem zweiten Bildungsweg nachholen.

Was verdient eine Fachkraft für Lagerlogistik?

  • Angestellt: monatliche tarifliche Bruttogrundvergütung 1.950 - 2.245 €

Trends und voraussichtliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt:

Schlechte bis mittelmäßige Aussichten

  • Der Zukunfts-Trend: RFID-Technologie bietet neue Potenziale - hier geht es um Radio Frequency Identification, kurz RFID, eine Technik, die Objekte per Funkt identifizieren kann. Der Vorteil gegenüber den Bar-Codes: die Erfassung erfolgt in Echtzeit, Waren sind damit jederzeit lokalisierbar
  • Fachkräfte für Lagerlogistik werden sich langfristig mit dieser und anderen neuen Techniken vertraut machen müssen
  • Die jetzige Ausbildungsordnung ist 2004 in Kraft getreten und hat den Beruf Fachkraft für Lagerwirtschaft abgelöst
  • Der Bestand an Arbeitsplätzen ist seit 2000 um 16 Prozent schrittweise zurück gegangen, es gibt ca. 251.820 Stellen, im Jahr 1999 waren es noch über 300.000 Arbeitsplätze, seitdem wurden fast 50.000 Plätze abgebaut
  • Die Arbeitslosenzahlen sind im gleichen Zeitraum gestiegen, ab 2007 wieder mit dem Trend gesunken, liegen aber bei rund 15 Prozent immer noch hoch - 2007 waren es noch 46.578 Arbeitslose!

Wie kann ich schon jetzt Einblick in den Beruf bekommen?

Viele Handelshäuser und Versandhäuser betreiben riesige Lager vor den Toren der Städte in verkehrsgünstig gelegenen Gewerbegebieten. Fragen Sie nach, ob Sie hier ein Praktikum absolvieren können oder das Lager wenigstens einmal gezeigt bekommen. Viele Hochlager sind heutzutage High-Tech-Stationen, die von ferngesteuerten Gabelstaplern bestückt werden. Beim Tag der offenen Tür gewähren die Unternehmen hier Einblicke in Technik und Organisation. Fragen Sie nach dem nächsten Termin oder der Möglichkeit, an einer Führung teilzunehmen.

In Gewerbegebieten an der Autobahn findet man auch ein Möbelhaus aus Schweden, bei dem man sich die Waren selbst mit einer Artikelnummer aus dem Hochregal holen kann. Nehmen Sie sich Zeit und betrachten Sie das System einmal ganz genau. Nach diesem Prinzip ist jedes Lager aufgebaut. Testen Sie Ihre Geschicklichkeit und picken Sie Artikel per Zufall aus dem Katalog (gibt es am Eingang), die Sie dann im Lager suchen.

Vielleicht können Sie bei Werksführungen oder an Tagen der offenen Tür in großen Betrieben auch das Lager besichtigen, das vermittelt einen ersten Eindruck.

Machen Sie Praktikum in einem Betrieb, in dem Fachkräfte für Lagerlogistik beschäftigt sind. Große Supermärkte oder Warenhäuser stellen manchmal Schüler/innen als Aushilfskräfte zum Auffüllen der Warenregale oder zur Durchführung von Inventuren ein. Hier können Sie sich gleich noch etwas dazu verdienen.

Stand: Oktober 2008