Fachangestellte/r für Arbeitsförderung

Was macht ein/e Fachangestellte/r für Arbeitsförderung?

Fachangestellte für Arbeitsförderung arbeiten in den örtlichen Agenturen der Bundesagentur für Arbeit. Hier erbringen sie interne und externe Dienstleistungen auf der Grundlage des Sozialgesetzbuchs (SGB III) sowie der Arbeitsgemeinschaften (ARGEn). Sie beraten ihre Kunden am Service-Tresen oder persönlich im Büro, helfen bei der Berufsorientierung oder Suche nach einem Arbeitsplatz und bei beruflicher Wiedereingliederung und nehmen Leistungsanträge entgegen, die sie weiter bearbeiten. Fachangestellte für Arbeitsförderung arbeiten immer in Berater-Teams. Sie müssen viel Verständnis für wirtschafts- und sozialpolitische Fragen besitzen und gut mit Menschen umgehen können bzw. kooperativ handeln.

Zu den Hauptaufgaben eines/r Fachangestellten für Arbeitsförderung gehören:

  • Im Kundenbereich Auskünfte erteilen, Arbeitslosenmeldungen und Leistungsanträge entgegen nehmen
  • Anträge auf Arbeitslosengeld, Unterhaltsgeld, Insolvenzgeld und andere Sozialleistungen prüfen und bearbeiten
  • Kunden beim Ausfüllen der Anträge unterstützen, Arbeitsunterlagen für die Arbeitsvermittler/innen vorbereiten
  • Bei der Arbeitsvermittlung mitwirken
  • Arbeitslose über beruflichen Bildungsmaßnahmen informieren
  • Weiterbildungsmaßnahmen und Umschulungen abrechnen
  • Kassenanweisungen und Statistiken erstellen
  • Kunden telefonische Auskünfte erteilen
  • Personalakten führen

Wo arbeitet ein/e Fachangestellte/r für Arbeitsförderung?

  • Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg
  • Örtliche Agenturen der Bundesagentur für Arbeit

Wie werde ich Fachangestellte/r für Arbeitsförderung?

Der Beruf des/der Fachangestellten für Arbeitsförderung ist dem Berufsfeld Wirtschaft und Verwaltung, Schwerpunkt Recht und öffentliche Verwaltung, zugeordnet. Fachangestellte/r für Arbeitsförderung ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz und wird ohne Spezialisierung im öffentlichen Dienst ausgebildet. Die Ausbildung erfolgt dual im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule, sie dauert 3 Jahre.

Zugangsvoraussetzung ist in der Regel ein mittlerer Bildungsabschluss, diesen hatten 65 Prozent der Ausbildungseinsteiger im Jahr 2006. Weitere 7 Prozent hatten eine Berufsfachschule besucht, 1 Prozent den Hauptschulabschluss.

Wichtige Schulfächer sind Deutsch, Mathematik und Wirtschaft, darüber hinaus sind Computer- und EDV-Kenntnisse gefragt.

Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es zum/r geprüften Verwaltungsfachwirt/in oder zum/r Betriebswirt/in (Fachschule) für Verwaltung oder Recht.

Auch ein Hochschulstudium im Bereich Arbeitsmarktmanagement, mit dem Berufsziel Beschäftigungsorientierter Berater/in und Fallmanager/in oder mit dem Ziel Verwaltungswirt/in bzw. Verwaltungsbetriebswirt/in kann folgen. Bewerber/innen ohne Abitur müssen dieses dann meistens auf dem zweiten Bildungsweg nachholen.

Was verdient ein Fachangestellte/r für Arbeitsförderung?

  • Arbeitnehmer/innen der Bundesagentur für Arbeit haben einen eigenen Tarifvertrag, den TV-BA.
  • Das Monatsbruttoentgelt beträgt in der Einstiegsstufe 2.062 €

Trends und voraussichtliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt:

Zur Zeit gute, später vielleicht nur noch mittelmäßige Aussichten

  • Die modernisierte Ausbildungsverordnung trat 1999 in Kraft
  • Im Jahr 2005 wurden Arbeitslosen- und Sozialhilfe zu Hartz IV zusammengelegt, Service-Center eingerichtet und verstärkt Computer mit neuen Programmen angeschafft
  • Der Beruf verändert sich ständig mit den Bedürfnissen der Arbeitslosen, den Förderprogrammen und Reformen der Bundesregierung und der Automatisierung durch Software - lebenslanges Lernen und Anpassungsweiterbildungen gehören dazu, Verwaltungsaufgaben gibt es immer, sie ändern sich nur
  • Es werden nur so viele Nachwuchskräfte ausgebildet, wie auch eingesetzt werden können, manchmal gibt es Engpässe, langfristig planen ist schwierig

Wie kann ich schon jetzt einen Einblick in diesen Beruf erhalten?

Besuchen Sie die Arbeitsagentur in Ihrem Ort. Erzählen Sie am Empfang von Ihrem

Berufswunsch und Fragen Sie nach Beratungsmöglichkeiten. Hier kann man Ihnen genau zeigen, was den Beruf ausmacht. Einer der Berufsberater/innen gibt ihnen bestimmt einen Termin zu einem Informationsgespräch, vielleicht noch am gleichen Tag.

Bringen Sie Zeit mit, am besten an einem Vormittag in den Ferien. Sie können durch alle Flure gehen und dann den Service am Tresen beobachten und zwischendurch auch mal Fragen stellen. Lassen Sie sich Formulare geben und versuchen Sie, diese auszufüllen - fiktiv mit Ihren Daten. Vielleicht nimmt sich eine/r der Angestellten einen Moment Zeit für Sie und berichtet über seinen Arbeitsalltag.

Stand: Oktober 2008