Eisenbahner/in - Betriebsdienst

Was macht ein/e Eisenbahner/in im Betriebsdienst?

Eisenbahner im Betriebsdienst sorgen für den reibungslosen Betrieb des Personen- und Güterverkehrs auf der Schiene. Dabei werden sie entweder als Lokführer/innen eingesetzt, oder sie haben als Fahrdienstleiter/in im Stellwerk die Übersicht und Aufsicht über die Fahrstrecken und Fahrzeiten. In jedem Fall sorgen sie dafür, dass ein Zug pünktlich den Bahnhof verlassen kann oder ihn erreicht. Auch die Betriebssicherheit wird überwacht. Ihre Ausbildung ist zunächst gleich. Erst im 3. Ausbildungsjahre erfolgt die Spezialisierung in einer der Fachrichtungen:

  • Betriebsdienst Fachrichtung Fahrweg
  • Betriebsdienst Fachrichtung Lokführer/in und Transport

In der Fachrichtung Lokführer/in und Transport kann man später alle Schienenfahrzeuge steuern: S-Bahn- oder U-Bahnzüge, Triebfahrzeuge, Nah- und Fernverkehrszüge sowie Schnellzüge und moderne High-Tech-Züge wie den ICE. Schicht- und Wochenend-, sowie doppelte oder geteilte Dienste gehören zu diesem Beruf ein Leben lang dazu. Auch auf langes Sitzen im engen Führerstand muss man sich einstellen. Manche Betriebe bieten deshalb umfangreiche Gesundheitsmaßnahmen an.

Zu den Hauptaufgaben eines/r Eisenbahners/in im Betriebsdienst gehören:

  • Lokomotiven und Triebfahrzeuge führen oder deren Einsatz im Stellwerk leiten
  • Züge rangieren, einstellen, sammeln nach Anweisungen des/r Fahrdienstleiters/in im Stellwerk bzw. Anweisen weiterleiten an den/die Lokführer/in
  • Wagen in der richtigen Anzahl und Reihenfolge an die jeweilige Lok ankoppeln und verbinden der Luftleitungen
  • Die Betriebssicherheit prüfen, zum Beispiel anhand von Bremsproben
  • Im Fahrbetrieb je nach Antriebsart Energie sparende Maßnahmen einsetzen
  • Einhalten aller umfangreichen gesetzlichen und betriebsinternen Regeln: Notrufe absetzen, gefährdete Züge anhalten, Gleise abriegeln, Züge evakuieren
  • Im Stellwerk bei Gefahren oder Störungen: Gleissperrungen vornehmen, Oberleitungen ausschalten, Nothalte veranlassen, ggf. Notfallmanagement und Alarmierungsplan - dazu werden umfangreiche Übungen durchgeführt

Wo arbeitet ein/e Eisenbahner/in im Betriebsdienst?

Unternehmen des schienengebundenen Güter- und Personenverkehrs wie

  • Deutsche Bahn AG und Privatbahnen (BOB, Metronom etc.)
  • Verkehrsbetriebe des städtischen Nahverkehrs in S- und U-Bahnen
  • Werkbahnen im Bergbau, in der Eisen- und Stahlproduktion, in Hafenanlagen
  • Schienenfahrzeugbau

Wie werde ich Eisenbahner/in im Betriebsdienst?

Eisenbahner/in im Betriebsdienst ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz. Die bundesweit einheitlich geregelte Ausbildung wird in Eisenbahnunternehmen in den folgenden zwei Fachrichtungen angeboten:

  • Lokführer/in und Transport
  • Fahrweg

Die Ausbildung dauert drei Jahre, sie erfolgt dual im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Die Spezialisierung in einer Fachrichtung findet erst im 3. Ausbildungsjahr statt, die ersten beiden Jahre sind für alle gleich.

Zugangsvoraussetzung ist meistens ein mittlerer Bildungsabschluss, diesen hatten im Jahr 2006 rund 55 Prozent der Ausbildungsanfänger/innen, 9 Prozent hatten eine Berufsfachschule besucht, weitere 9 Prozent die Hauptschule. Wichtig sind gute Noten im und Interesse am Fach Mathematik.

Nach der Ausbildung gibt es eine Reihe an Qualifizierungslehrgängen wie Gefahrgut und Ladungssicherung, Arbeitssicherheit und Unfallverhütung, aber auch Qualitätssicherung und Gestaltung von Arbeitssystemen.

Als Aufstiegsweiterbildung kommt der/die Industriemeister/in Fachrichtung Werksbahnbetrieb, ein/e Techniker/in Fachrichtung Verkehrstechnik oder der/die geprüfte/r Fachwirt/in für den Bahnbetrieb in Frage.

Auch ein Hochschulstudium ist möglich, zum Beispiel zum/r Ingenieur/in für Bahnbetrieb und Infrastruktur oder zum/r Ingenieur/in für Verkehrswesen. Bewerber/innen ohne Abitur müssen dieses dann meistens auf dem zweiten Bildungsweg nachholen.

Was verdient ein/e Eisenbahner/in im Betriebsdienst?

  • Angestellt: tarifliche monatliche Bruttogrundvergütung 2.195 - 2.373 €

Trends und voraussichtliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt:

Gute bis langfristig vielleicht mittelmäßige Aussichten

  • Der Bestand an Lokführern/innen und Stellwerkleitern/innen ist zwar leicht zurückgegangen, es herrscht aber so gut wie Vollbeschäftigung - und das seit Jahren, denn die Unternehmen bilden nur so viele Kräfte aus, wie sie auch einsetzen und übernehmen können
  • Durch die Automatisierung kann sich bei den innerstädtischen Verkehrsbetrieben in weiterer Zukunft viel ändern: in den Metropolen, besonders in Asien, sind jetzt schon U- und S-Bahn-Züge ohne Lokführer/in unterwegs, sie werden zentral von einem Computer gesteuert - was wiederum mehr Personal in den Leitzentralen bedeutet
  • Rund 8,4Prozent der Beschäftigten sind Frauen - die Zahl hat sich seit Jahren kaum geändert

Wie kann ich schon jetzt einen Einblick in diesen Beruf erhalten?

Die Deutsche Bahn, alle Privatbahnen und auch die Städtischen Verkehrsbetriebe veranstalten regelmäßig Berufsinformationstage sowie einen "Tag der offenen Tür". Dann kann man auch mal in den Führerstand einer Lokomotive klettern oder die Verkehrsleitzentrale besichtigen. Nachwuchsförderung ist den Betrieben wichtig, sie bilden meistens umfangreich aus.

Fragen Sie am besten in der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit nach den nächsten Terminen oder beim Zuständigen für Berufsausbildung nach.

In vielen Städten gibt es die Möglichkeit, mit einem historischen Zug mitzufahren, dies ermöglichen meist Vereine mit Hobbyeisenbahnern - und manchmal darf man auch auf dem Führerstand dabei sein. Fragen Sie nach.

In Nürnberg gibt es das Deutsche Eisenbahn Museum - ein Besuch für einen ersten Eindruck lohnt sich immer.

Stand: Oktober 2008