Drucker/in

Was macht ein/e Drucker/in?

Ein/e Drucker/in stellt alle möglichen Drucksachen her. Dazu benutzt er/sie die unterschiedlichsten Druckverfahren und Maschinen, von der Handpresse für künstlerisch geprägte Einzeldrucke über die Digital- und Kopiertechnik bis zur Rotationspresse. Der Druckvorgang wird vorbereitet durch die Auswahl der Farben, Papiere und Lacke, dazu werden die Maschinen eingerichtet. Nach dem Andruck wird der weitere Druckprozess kontrolliert und überwacht. Das bedruckte Material wird weiter verarbeitet, zum Beispiel durch Lackieren, Kaschieren, Stanzen, Prägen, Nuten, Falzen, Schneiden oder Binden bzw. Heften. Erst mit der Übergabe an und Abnahme durch den Kunden endet der Auftrag.

Der traditionsreiche Beruf Druckers/in hat eine wichtige gesellschaftliche Bedeutung: mit der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern um 1450 durch Johannes Gutenberg begann die Bildung der Gesellschaft durch Bücher und Druckerzeugnisse, die jetzt für große Teile der Bevölkerung zugänglich und bezahlbar wurden.

Die Ausbildung zum/r Drucker/in wird in den folgenden Fachrichtungen angeboten:

  • Digitaldruck
  • Flachdruck
  • Hochdruck
  • Tiefdruck

Durch Wahlqualifikationen innerhalb dieser Fachrichtungen verfügt dieser Beruf über eine flexible Ausbildungsstruktur.

Zu den Hauptaufgaben eines/r Druckers/in gehören:

Fachrichtung Digitaldruck:

  • Broschüren, Prospekte, Plakate etc. auf Digitaldruckmaschinen drucken
  • Steuerung des Verfahrens am Computer: Daten übertragen, korrigieren und mit den notwendigen drucktechnischen Informationen versehen
  • Weiterverarbeitung der Druckerzeugnisse je nach Produkt

Fachrichtung Flachdruck:

  • Druckformen für den Bogen- oder Rollendruck gestalten
  • Anordnung der Text- und Bildteile festlegen
  • Flachdruckmaschinen einstellen und nach dem Druck warten

Fachrichtung Hochdruck:

  • Verpackungen und Etiketten bedrucken, zum Beispiel im Flexodruck
  • Anhand von Einteilungsbögen Anordnung der Text- und Bildteile festlegen
  • Hochdruckmaschinen, wie zum Beispiel die Rotationsmaschine, einstellen

Fachrichtung Tiefdruck

  • Zeitschriften und Kataloge auf Bogentiefdruck- oder Rotationstiefdruckmaschinen herstellen

Wo arbeitet ein/e Drucker/in?

  • Druckereien
  • Industriebetriebe, die über eigene Druckereien verfügen
  • Copyshops mit Digitaldruckservice
  • Betriebe der Druckweiterverarbeitung
  • Buch-, Zeitungs- und Zeitschriftenverlage mit eigenen Druckereien

Wie werde ich Drucker/in?

Drucker/in ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz und der Handwerksordnung. Die bundesweit geregelte Ausbildung wird in Industrie und Handwerk in den folgenden vier Fachrichtungen ausgebildet:

  • Digitaldruck
  • Flachdruck
  • Hochdruck
  • Tiefdruck

Durch Wahlqualifikationseinheiten innerhalb der Fachrichtungen verfügt dieser Beruf über eine flexible Ausbildungsstruktur. Die Ausbildung dauert 3 Jahre, sie erfolgt dual im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule.

Eine schulische Ausbildung ist ebenfalls möglich.

Zugangsvoraussetzungen gibt es offiziell nicht, die meisten Betriebe stellen bevorzugt Auszubildende mit einem mittleren Bildungsabschluss ein. Rund 30 Prozent haben einen Hauptschulabschluss.

Nach der neuen Handwerksordnung ist das Buchdrucker-, Schriftsetzer- und Druckerhandwerk zulassungsfrei, Drucker/innen können sich als Geselle/in auch ohne langjährige Berufserfahrung mit einem eigenen Betrieb selbstständig machen.

Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es zum/r Druckermeister/in oder Industriemeister/in - Fachrichtung Digital- und Printmedien. Auch ein/e Techniker/in der Fachrichtung Druck- und Medientechnik ist möglich. Eine weitere Aufstiegsmöglichkeit, besonders in Handwerksbetrieben, bietet der/die Betriebsassistent/in im Handwerk.

Auch ein Studium zum/r Ingenieur/in für Druck- und Medientechnik kann angestrebt werden. Ohne Abitur muss dieses dann meistens auf dem zweiten Bildungsweg nachgeholt werden.

Was verdient ein/e Drucker/in?

  • Das Einkommen richtet sich nach Berufserfahrung, Lebensalter, Verantwortlichkeit sowie nach Region und Branche
  • Angestellt: monatliche tarifliche Bruttogrundvergütung 2.410 €
  • Meister/innen bzw. Techniker/innen der Druck- und Medientechnik: 2.913 - 3.270 €

Trends und voraussichtliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt:

mittelmäßige Aussichten

  • Das Druckerhandwerk hat sich in den letzten 15 Jahren durch die Digitalisierung schnell und umfangreich geändert
  • Entscheidend für die beruflichen Perspektiven ist die Spezialisierung: Der Bestand an Arbeitsplätzen für Drucker/innen im Bereich Flachdruck, Tiefdruck, Steindruck ist rapide zurück gegangen, im Hochdruck (Bücher, Etiketten etc.) auch, aber nicht ganz so stark
  • Die Arbeitslosenquote bleibt dadurch bei unter 10 Prozent, die Arbeitslosenzahlen sinken seit 2007 wieder
  • Die Trends: Green Printing wird zunehmend gefragt sein, das beinhaltet nicht nur umweltfreundliches Recycling-Papier, sondern auch zertifizierte Betriebe mit Druckfarben auf Pflanzenölbasis und alkoholfrei druckenden Maschinen
  • Neue Aufgaben finden sich in der umfangreichen Kundenberatung

Wie kann ich jetzt schon einen Einblick in diesen Beruf erhalten?

Machen Sie ein Praktikum in einer Druckerei oder einem Copyshop mit Digitaldruckservice. In einem Copyshop finden Sie vielleicht sogar eine Aushilfstätigkeit, bei der Sie sich noch etwas Taschengeld dazu verdienen können.

Druckereien großer Zeitungsverlage veranstalten regelmäßig einen "Tag der offenen Tür" oder laden zu Werksführungen ein. Erkundigen Sie sich in der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit nach dem nächsten Termin.

In Museen und Volkshochschulen werden Druckkurse mit alten Handpressen angeboten. Machen Sie einen Kurs mit, so lernen Sie alle Arbeitsschritte gut kennen.

Stand: Oktober 2008