Drogist/in

Was macht ein/e Drogist/in?

Drogisten/innen verkaufen Produkte für Gesundheit, Kosmetik, Körperpflege und Ernährung. Aber auch spezielle Waren wie Pflanzenschutzmittel, Wasch- und Putzmittel oder Filme gehören zum Warensortiment. Kundenberatung und Verkauf stehen im Vordergrund der Arbeit, darüber hinaus gibt es alle kaufmännischen Aufgaben. Und die Produkte und Waren müssen im Geschäft so dekoriert und angeordnet werden, dass sie sich möglichst gut verkaufen.

Der Beruf hat sich in den letzten 100 Jahren stark gewandelt. Ursprünglich handelten Drogisten mit getrockneten Heilpflanzen, heute spielen Wellness und Freizeit eine wichtige Rolle: Das Haarfärbemittel, die Bräunungscreme oder das Entspannungsbad - die Kunden erwarten fachgerechte Beratung ohne Nebenwirkungen. Von den Drogisten/innen wird zudem oft ein sehr gepflegtes Erscheinungsbild erwartet.

Zu den Hauptaufgaben eines/r Drogisten/in gehören:

  • Kundenberatung und Verkauf
  • Produktinformationen über Inhaltsstoffe von Kosmetika, Lebensmitteln, Körperpflege- oder Waschmitteln
  • Beratung und Verkauf von freiverkäuflichen Arzneimitteln wie z.B. Magnesium-Tabletten, Nahrungsergänzungspräparate, Vitaminpulver etc.
  • Sortimentsauswahl und Warenbestellung organisieren
  • Kaufmännische Aufgaben: Abrechnung, Buchhaltung, Warenein- und Waren-ausgang, Lohnabrechnung etc.
  • Fachgerechte Lagerung
  • Dekoration der Verkaufsräume mit Angeboten und Produkten der Saison, zum Beispiel zu Weihnachten oder Ostern, im Sommer oder Winter

Wo arbeitet ein/e Drogist/in?

  • Einzelhandel und Fachhandel
  • Drogeriemärkte und Drogerie-Ketten
  • Drogerieabteilungen von Kaufhäusern oder Supermärkten
  • Großhandel für kosmetische Erzeugnisse und pharmazeutische Produkte

Wie werde ich Drogist/in?

Drogist/in ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz und keinem speziellen Berufsfeld zugeordnet. Die bundesweit geregelte Ausbildung wird in der Industrie und im Handel angeboten, sie erfolgt dual im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule und dauert 3 Jahre.

Die Betriebe stellen überwiegend Bewerber/innen mit einem mittleren Bildungsabschluss ein. Diesen hatten im Jahr 2006 bei den Ausbildungsanfänger/innen 53 Prozent, 20 Prozent hatten einen Hauptschulabschluss, 11 Prozent die Berufsfachschule besucht.

Wichtige Schulfächer sind Mathematik, Chemie, Biologie, Deutsch und Wirtschaft.

Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es für Drogisten/innen in den Bereichen Fach- und Betriebswirtschaft oder als Fachkaufleute. In Frage kommt zum Beispiel eine Weiterbildung als Betriebswirt/in (Fachschule) - Absatz/Marketing oder Betriebswirt/in (Fachschule) - Handel. Ebenso ist der/die geprüfte Fachkaufmann/-frau für Marketing oder ein Abschluss als geprüfte/r Handelsfachwirt/in möglich. Auch eine Aufstiegsweiterbildung zum/r Pharmareferenten/in kann folgen.

Weiterhin kann auch ein betriebswirtschaftliches oder pharmazeutisches Hochschulstudium aufgenommen werden. Drogisten/Drogistinnen, die kein Abitur haben, müssen dieses dann meistens auf dem zweiten Bildungsweg nachholen.

Was verdient ein/e Drogist/in?

  • Angestellt: monatliches tarifliche Bruttogrundgehalt 1.822 - 2.131 €

Trends und voraussichtliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt:

Mittelmäßige bis schlechte Aussichten

  • Der Bestand an Arbeitsplätzen ist seit 1999 um 20 Prozent gesunken
  • Wenige große Drogerie-Ketten und Fachabteilungen in Kaufhäusern verdrängen immer mehr das individuelle Einzelgeschäft, Drogerien mussten schließen
  • Der Fachbereich "Foto" hat sich durch die Digitalfotografie komplett verändert: kaum noch Verkauf von Filmen und Zubehör, Mitarbeiter müssen technische Apparate wieFotodrucker und die Weiterbearbeitung von CDs beherrschen
  • Selbständigkeit im Einzelhandel ist schwierig geworden, als Handelsvertreter/in der Kosmetikindustrie oder bei der Gebäudereinigung gibt es Chancen
  • Der Trend: Wellness und Gesundheit. Naturheilkunde oder Aroma- und Vitalstofftherapien werden in Zukunft Themenfelder von Drogisten sein
  • Die Arbeitslosenquote lag in den letzten Jahren gleichmäßig bei 14 Prozent

Wie kann ich schon jetzt einen Einblick in diesen Beruf erhalten?

Besuchen Sie einen Drogeriemarkt in Ihrer Umgebung und beobachten Sie einmal genau das Warensortiment, die Produktplatzierung und die Wünsche der Kunden. Vergleichen Sie das Angebot verschiedener Märkte und besuchen Sie die Fachabteilung eines großen Kaufhauses. Unterhalten Sie sich mit dem/r Drogisten/in.

Viele Drogeriemärkte suchen Aushilfskräfte für einige Stunden in der Woche. Erkundigen Sie sich nach freien Jobs. Auf diese Weise verbessern Sie nicht nur Ihr Taschengeld, sondern erhalten auch wertvolle Einblicke in die Aufgaben dieses Berufs.

Fragen Sie auch nach Praktikumsmöglichkeiten.

Stand: Oktober 2008