Dachdecker/in

Was macht ein/e Dachdecker/in?

Dachdecker/innen errichten Dächer, bekleiden Außenwände zur Wärmedämmung und dichten Dach-, Wand- und Bodenflächen an Bauwerken ab. Auch die Wartung und Reparatur von Dächern und Fassadenbekleidungen ist ihr Arbeitsfeld. Ihr Arbeitsplatz ist am höchsten Punkt der Baustelle, schwindelfrei und sportlich müssen sie auf jeden Fall sein. Der traditionelle Beruf lässt sich bereits seit dem Mittelalter nachweisen. Im dritten Ausbildungsjahr erfolgt seit 1998 eine Spezialisierung in einer der beiden folgenden Fachrichtungen:

  • Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik
  • Reetdachtechnik

Zu den Hauptaufgaben eines/r Dachdeckers/in gehören:

  • Dächer mit Ziegeln, Schiefer, Dachplatten, Schindeln und Blech decken
  • Holzkonstruktionen, z.B. für Dachstühle und Fachwerkwände herstellen
  • Unterkonstruktionen erstellen
  • Dämmstoffe einbauen und Dachflächen abdichten
  • Wände und Böden mit Kunststoffen und anderen Werkstoffen abdichten
  • Dachfenster einbauen
  • Außenwandbekleidungen anbringen
  • Blitzschutz, Dachrinnen und andere Vorrichtungen planen und einrichten
  • Überprüfen, Warten und Reparieren aller genannten Teilbauwerke
  • Systeme der Solarenergie montieren
  • Flachdächer für Dachbegrünungen vorbereiten

Ein/e Dachdecker/in der Fachrichtung Reetdachtechnik

  • Dächer mit Reet eindecken, das mit unterschiedlichsten Techniken befestigt und zugeschnitten wird

Wo arbeitet ein/e Dachdecker/in?

Betriebe des Ausbaugewerbes und Handwerks wie:

  • Dachdeckereien
  • Bedachungsunternehmen
  • Selbständig mit eigenem Betrieb

Wie werde ich Dachdecker/in?

Dachdecker/in ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach der Handwerksordnung. Der Beruf ist dem Berufsfeld Bautechnik zugeordnet. Die bundesweit einheitlich geregelte Ausbildung erfolgt dual im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule, sie dauert 3 Jahre.

Im dritten Ausbildungsjahr erfolgt eine Spezialisierung in einer der beiden folgenden Fachrichtungen:

  • Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik
  • Reetdachtechnik

Zugangsvoraussetzung ist in der Regel ein Hauptschulabschluss. Diesen hatten im Jahr 2006 von den angehenden Auszubildenden 58 Prozent, weitere 9 Prozent hatten ein Berufsgrundbildungsjahr absolviert, 23 Prozent hatten einen mittleren und 5 Prozent keinen Abschluss.

Generell sind starkes Interesse und gute Noten in den Fächern Werken/Technik sowie Mathematik notwendig.

Selbständig machen können sich Dachdecker/innen nach erfolgreich abgelegter Meister/innenprüfung oder sechsjähriger Gesellen/innentätigkeit (davon 4 Jahre in leitender Stellung) im zulassungspflichtigen Dachdeckerhandwerk.

Auch eine Qualifikation als staatlich geprüfte/r Techniker/in - Fachrichtung Bautechnik berechtigt zur Zulassung. Hier gibt es verschiedene Schwerpunkte wie Bautechnik, oder Ausbautechnik.

Was verdient ein/e Dachdecker/in?

  • Das Einkommen ist von Berufserfahrung, Lebensalter, Verantwortlichkeit und Arbeitszeiten/Schichten abhängig, außerdem von Region und Bundesland
  • Angestellt: Tarifliche monatliche Bruttogrundvergütung 2.223 - 2.604 €
  • Dachdeckermeister/innen: ab 2.662 €

Trends und voraussichtliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt:

Mittelmäßige bis gute Aussichten bei entsprechender Spezialisierung

  • Die Zahl der Beschäftigen Dachdecker/innen ist in den letzten 8 Jahren um 23.000 Stellen zurückgegangen, die hohe Arbeitslosenzahl ist seit 2007 jedoch enorm gesunken
  • Die Bau-Branche ist stark von der Konjunktur abhängig, Aufträge sind ein ständiges Auf und Ab, das Dach kommt zuletzt dran
  • Für die Zukunft gibt es viele Anzeichen für eine gute Entwicklung der Branche
  • Im Juli 2008 wurde der Energiepass eingeführt, besonders im Bereich der Wärmedämmung gibt es hier neue Tätigkeitsfelder für Dachdecker/innen
  • Einschlägige Weiterbildungsmaßnahmen in den Bereichen Solarenergie und Umweltschutz sind wichtig - mehr sogenannte Passivhäuser werden gebaut
  • Die Trends: Organische Photovoltaik, d.h. Solarzellen nicht mehr aus Silizium, sondern aus Halbleitermaterialien - diese Technik wird vermutlich ab ca. 2015 voll ausgereift sein, Solaranlagen können dann direkt an Fassaden oder auf Glasflächen angebracht werden
  • Zukunftstrend: Photokatalyse mit Dachsteinen, d.h. Dachdecker/innen im Dienste des Umweltschutzes decken Dächer mit neuen High-Tech-Dachsteinen, die mit Hilfe von Sonnenlicht gefährliche Stickoxide in ungefährliche Substanzen umwandeln - besonders interessant in Städten

Wie kann ich jetzt schon einen Einblick in diesen Beruf erhalten?

Sind Sie schwindelfrei? Machen Sie den Test und steigen sie auf einen öffentlich zugänglichen Kirchturm, einen Aussichtsturm oder Ähnliches.

Ein Praktikum bei einem Dachdeckerbetrieb ist der nächte Schritt, am besten in den Ferien. Vielleicht wird auch im Verwandten- oder Bekanntenkreis der Eltern ein Dach gedeckt - wenn auch nur vom Geräteschuppen im Garten. Seien Sie dabei!

Schauen Sie Dachdeckern bei der Arbeit zu, wenn in Ihrer Umgebung ein Dach gedeckt wird. Vielleicht ergibt sich ein Gespräch mit einem/r Dachdecker/in oder die Möglichkeit zu einem Praktikum.

Stand: Oktober 2008