Bürokaufmann/-frau

Was macht ein/e Bürokaufmann/-frau?

Bürokaufleute sind Generalisten, sie erledigen in einem Betrieb oder in einer Behörde alle bürotypischen kaufmännisch-verwaltenden und organisatorischen Aufgaben. Dazu gehören die Buchhaltung, die Lohn- und Gehaltsabrechnung, das Rechnungs-wesen und der Schriftverkehr. Sie sorgen für die reibungslosen Informations- und Kommunikationsflüsse in ihrem Unternehmen. Für ihre vielseitige Arbeit müssen sich Bürokaufleute in aktueller Hard- und Software gut auskennen. Arbeitsplatz ist das Büro. Zu den Hauptaufgaben des/r Bürokaufmanns/-frau gehören:

  • Büroorganisation
  • Zahlungseingänge überwachen
  • Mahnverfahren einleiten
  • Lieferungen und Lagerbestände überprüfen
  • Statistiken erstellen
  • Bezugsquellen sowie Warenbedarf ermitteln
  • Angebote einholen
  • Rechnungen und Lieferpapiere erstellen und/oder prüfen
  • Kostengünstige Lagerhaltung organisieren und Lagerkosten überwachen
  • Wareneingang und Warenbestände überwachen - Qualitätskontrollen
  • Einkaufs-, Beratungs- und Verkaufsgespräche mit Lieferanten und Kunden
  • Bearbeiten von Kostenrechnungsvorgängen und Reklamationen
  • Aufgaben im Vertrieb, Einkauf und Verkauf

Wo arbeitet ein/e Bürokaufmann/-frau?

Verwaltung von Unternehmen aller Wirtschaftsbereiche:

  • Handel, Handwerk, Industrie
  • Behörden und Verbände

Wie werde ich Bürokaufmann/-frau?

Der Beruf gehört zu den kaufmännischen Berufen und ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz und der Handwerksordnung. Er ist dem Berufsfeld Wirtschaft und Verwaltung, Schwerpunkt Bürowirtschaft und kaufmännische Verwaltung, zugeordnet und wird ohne Spezialisierungen in Industrie, Handel und Handwerk ausgebildet.

Die Ausbildung dauert 3 Jahre und erfolgt dual im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Auch eine schulische Ausbildung ist möglich.

Zugangskriterien gibt es generell keine, die Betriebe stellen überwiegend Bürokaufleute mit mittlerem Bildungsabschluss ein, ca. 15 Prozent haben den Hauptschulabschluss, ca. 18 Prozent das Abitur. Circa ein Viertel der Ausbildungsanfänger/innen hatte zuvor eine Berufsfachschule besucht. Wichtige Schulfächer sind Deutsch, Englisch, Mathematik sowie Wirtschaft und Erfahrungen am Computer. Die Schulen legen eigene Zugangskriterien fest, ein Hauptschulabschluss, oft auch die mittlere Reife werden vorausgesetzt.

Weiterbildungsmöglichkeiten bestehen zum/r Fachwirt/in - Büro oder Wirtschaft, Fachkaufmann/-frau - Büromanagement, Fachkaufmann/-frau - Personal oder staatlich geprüfter Betriebswirt/in - Kommunikation und Büromanagement.

Die Fachhochschul-Studienfächer Allgemeine Betriebswirtschaft oder Verwaltungsfachwirt/in (FH) ermöglichen weitere Aufstiegschancen. Ohne Abitur muss dieses dann meistens auf dem zweiten Bildungsweg nachgeholt werden.

Was verdient ein/e Bürokaufmann/-frau?

  • Angestellt: monatliche tarifliche Bruttogrundvergütung 2.351 - 2.520 €
  • In den ersten fünf Jahren nach Abschluss der Ausbildung liegt das Durchschnittsgehalt bei 1.450 - 1.866 € (zzgl. Sonderleistungen wie Urlaubsgeld)
  • Bei zehnjähriger Berufszugehörigkeit 1.721 - 2.421 €
  • Bei den tariflichen Gehältern bestimmen Branche und Region das Gehalt

Trends und voraussichtliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt:

Mittelmäßige bis gute Aussichten

  • Die Zahl der arbeitslosen Bürofachkräfte ist 2007 deutlich zurück gegangen
  • Kenntnisse moderner Bürokommunikation und ständige Weiterbildung bezüglich neuer Programme und internationaler Standards (DIN-Norm, ISO etc.) sind wichtig für berufliches Weiterkommen, Organisationstalent ist gefragt

Wie kann ich schon jetzt einen Einblick in diesen Beruf erhalten?

Viele Handelsunternehmen bieten Ferienjobs an, besonders im Lager, manchmal auch im Verkauf, oder in der Auslieferung. Hier bekommen Sie einen ersten Eindruck und können sich gleichzeitig etwas dazu verdienen.

Fragen Sie auch nach einem Praktikum. Praktika im Bürobereich werden gern vermittelt, besonders in der Ferienzeit. Selten sind sie allerdings bezahlt.

Vielleicht ist auch zunächst ein Schnuppertag möglich, zum Beispiel am sogenannten Boys-Day. Hier können junge Männer für einen Tag die Arbeitswelt in sonst eher von Frauen gewählten Berufen kennen lernen.

Stand: September 2008