Brauer/in und Mälzer/in

Was macht ein/e Brauer/in und Mälzer/in?

Brauer/innen und Mälzer/innen gewinnen aus Getreide Malz und verarbeiten es in verschiedenen Gärungsprozessen und mit Hilfe von viel Technik weiter zu allerlei Biersorten.

Der Beruf hat Jahrtausende Tradition rund um den Globus, die Ägypter brauten Bier noch ohne Hopfen, im Mittelalter war es das "Brot der armen Leute". Oft pflegten die Klöster die Kunst des Bierbrauens, manche bis heute. Erst mit modernen Kühlanlagen kann man es auch im Sommer genießen.

In Deutschland gilt das Reinheitsgebot, Bestandteile sind Malz, Hefe, Hopfen, Wasser - mehr nicht. Die Kunst des/der Brauers/in besteht darin, aus diesen vier Zutaten die unterschiedlichsten Biere von hell bis dunkel, mit wenig und viel Alkohol, entstehen zu lassen. Das passiert beim Produktionsvorgang, der rund um die Uhr läuft. Brauereiwesen ist Schichtarbeit. Die Herstellungsvorgänge sind heute weitgehend automatisiert, das Bedienen, Steuern und Überwachen von Maschinen und computergesteuerten Anlagen ist eine wesentliche Aufgabe.

Zu den Hauptaufgaben von Brauern/innen und Mälzern/innen gehören:

  • Den gesamten Produktionsprozess von Bier steuern und überwachen
  • Rohstoffe einkaufen, annehmen, beurteilen, abwiegen
  • Getreidereinigungs- und Aufbereitungsanlagen steuern und überwachen
  • Weichvorgang einleiten und Temperatur überwachen
  • Grünmalz auf der Darre trocknen durch heiße Luft
  • Malz lagern für einige Wochen
  • Weitertransport in die Brauerei und anschließend Schroten des Malzes
  • Würze im Sudhaus gewinnen, kühlen, lagern
  • Malzschrot mit Brauwasser vermengen
  • Maischvorgang kontrollieren
  • Würze vergären und Hauptgärung einleiten, steuern, überwachen
  • Bier filtern und abfüllen, lagern und Reifestand kontrollieren
  • Biermischgetränke und alkoholfreie Erfrischungsgetränke herstellen
  • Qualitätssicherung
  • Wartung aller technischen Geräte
  • Produktionsanlagen, Leitungssysteme, Pumpen und Ventile reinigen
  • Einhalten aller Hygiene- und Sicherheitsvorschriften der Lebensmittelindustrie

Wo arbeitet ein/e Brauer/in und Mälzer/in?

  • Brauereien
  • Mälzereien
  • Betriebe der Nahrungsmittelproduktion, zum Beispiel bei der Herstellung von Bier- und Hefeextrakten
  • Getränkeindustrie
  • Selbständig mit eigenem Vertrieb/Ausschank

Wie werde ich Brauer/in und Mälzer/in?

Brauer/in und Mälzer/in ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz und der Handwerksordnung. Der Beruf wird ohne Spezialisierung nach Fachrichtungen oder Schwerpunkten in Brauereien und Mälzereien des Brauereigewerbes und der Getränkeindustrie ausgebildet.

Die duale Ausbildung erfolgt im Betrieb und in der Berufsschule, sie dauert 3 Jahre.

Seit 2003 ist Brauerei und Mälzerei ein zulassungsfreies Handwerk, das heißt, Brauer/innen und Mälzer/innen können sich als Geselle/Gesellin auch ohne langjährige Berufserfahrung mit einem eigenen Betrieb selbstständig machen. Eine Meisterprüfung kann gleich anschließen.

Weitere Fortbildungsmöglichkeiten bestehen zum/r Betriebsbraumeister/in, Getränkebetriebsmeister/in und zum Industriemeister/in - Fruchtsaft und Getränke. Auch ein/e Technische/r Fachwirt/in oder Produktionsleiter/in (staatl. Gepr.) - Brauwesen, Getränke ist möglich.

Mögliche Studienfächer sind Ingenieur/in - Brauwesen und Getränketechnologie oder Ingenieur/in - Lebensmitteltechnologie. Auch das Fach Ökotrophologie kommt in Frage. Bewerber/innen ohne Abitur müssen dieses dann meistens auf dem zweiten Bildungsweg nachholen.

Was verdient ein/e Brauer/in und Mälzer/in?

  • Angestellt: Tarifliche monatliche Bruttogrundvergütung 2.514 €
  • Brauer- und Mälzermeister/in monatlich 2.892 - 3.246 €

Trends und voraussichtliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt:

Gute Aussichten

  • Die Zahl der Arbeitsplätze hat in den letzten acht Jahren um ein Viertel abgenommen - Automatisierung und Technik hält auch im Brauwesen Einzug
  • Trotzdem bleiben die Arbeitslosenzahlen relativ gering, der Markt ist überschaubar und bildet nach Bedarf aus
  • Nur 22 Prozent der Brauer/innen und Mälzer/innen sind 50 Jahre und älter - Ruheständler wird es in den nächsten zwei Jahrzehnten wenig geben
  • Brauereiwesen ist ein Traditionshandwerk, es wird niemals auf den erfahrenen Menschen hinter der High-Tech-Anlage verzichten können
  • Neben den klassischen Sorten werden immer mehr Biermischgetränke den Markt bestimmen, auch Alkopop-artige Biere liegen im Trend: hier wird dem Bier ein Anteil an Whiskey, Wodka oder anderen Spirituosen beigemischt
  • Ebenfalls im Trend: Bio-Bier, auch mit gesunden Beimischungen von Vitaminen, Kräutern etc. sowie Diät-Bier und alkoholfreie Biere
  • Seit August 2007 ist eine neue Ausbildungsverordnung in Kraft, sie sieht neben neuen Ausbildungsinhalten eine praxisorientierte Prüfung vor

Wie kann ich schon jetzt einen Einblick in diesen Beruf erhalten?

Viele Brauereien können besichtigt werden - auch Traditionsbrauereien, die schon lange kein Bier mehr auf traditionelle Weise an ihren Stammsitzen herstellen - nur im Showroom mit Ausschank. Besichtigen Sie eine, vielleicht sogar bei der nächsten Klassenfahrt (Lehrer/in überreden, Amsterdam oder Prag sind gute Ziele dafür) - viel Wissenswertes über das "Flüssig-Brot" erfährt man bei einer Führung allemal.

"Lernen durch Ausprobieren/Learning by Doing" gilt auch in diesem Beruf. Sie müssen das Endprodukt schließlich kennen, also: Testen Sie verschiedenste Biersorten - natürlich nur in Maßen und wenn Sie nicht Fahrrad, Moped oder Auto fahren müssen. Einen guten Geschmackssinn und Wissen über die Zutaten sollten Sie mitbringen - ebenso Sinn und Verstand im Umgang mit Alkohol.

Ferienjobs bei der Hopfenernte oder im Ausschank einer Brauerei mit eigener Gastronomie bieten weitere gute Einblicke und ein Taschengeld obendrein.

Stand: September 2008