Bootsbauer/in

Was macht ein/e Bootsbauer/in?

Bootsbauer/innen stellen Paddel- und Ruderboote, Segelboote, Motor- und Segelyachten, aber auch Fischkutter, Barkassen und andere Nutzfahrzeuge der See-, Binnen-, und Flussschifffahrt her und warten oder reparieren diese.

Der fachgerechte Umgang mit Werkstoffen wie Holz, Stahl, Aluminium, faserverstärkten Kunststoffen, Harzen, Leicht- und Schwermetallen oder Oberflächenbeschichtungen erfordert viel Geschick. Neben der Fertigung des Bootskörpers haben Bootsbauer/innen viele weitere Aufgaben, bis ein Boot betriebsbereit ist. Gearbeitet wird immer im Team. Spaß am Konstruieren, Bauen, Formen und Gestalten sowie ein gutes handwerkliches Gespür gehören dazu, damit man bei diesem Beruf nicht selbst ins Schwimmen kommt. Zu den Hauptaufgaben eines/r Bootsbauers/in gehören:

  • Neubau, Wartung, Veredelung und Reparatur von Booten aller Art wie Ruderboote, Kajaks, Segelyachten, Sportboote, Fischereiboote, Rettungsboote
  • Bau- und Konstruktionspläne lesen und in dreidimensionaler Form umsetzen
  • Materialbedarf planen
  • Mit Messwerkzeugen und Winkeln Schablonen herstellen
  • Bauteile kennzeichnen, aussägen, bohren, hobeln
  • Bootskörper fertigen durch Ausgießen, Kleben, Laminieren, Schrauben, Dübeln, Nieten etc.
  • Planken des Rumpfes bei Holzbooten
  • Oberflächen behandeln, zum Beispiel durch Lackieren, Polieren, Spachteln
  • Auftragen von Korrosionsschutz gegen Rost oder Fäulnis
  • Bootsausbauten fertigen
  • Kajütenaufbauten, Deckhäuser, Masten bauen und aufstellen
  • Einbau von Maschinen und Antriebsanlagen
  • Montage von Rohrleitungen, Tankanlagen und Elektrokabeln
  • Boote winterfest machen und in Lagerhallen überführen, dort instand setzen
  • Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz berücksichtigen

Wo arbeitet ein/e Bootsbauer/in?

  • Bootsbau- und Reparaturwerkstätten
  • Bootswerften
  • Zulieferbetriebe für Bootsteile
  • Bootsverleih mit Werkstatt
  • Selbständig als Bootsbaumeister/in mit eigenem Betrieb

Wie werde ich Bootsbauer/in?

Bootsbauer/in ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz und der Handwerksordnung. Er ist keinem Berufsfeld zugeordnet und wird ohne Spezialisierung nach Fachrichtung oder Schwerpunkten in Industrie und Handwerk ausgebildet. Die duale Ausbildung findet im Betrieb und in der Berufsschule statt, sie dauert 3,5 Jahre.

Rund 55 Prozent der angehenden Bootsbauer/innen haben einen mittleren Bildungsabschluss, 21 Prozent den qualifizierten Hauptschulabschluss, nur 2 Prozent hatten im Jahr 2006 keinen Abschluss. Wichtig ist ein starkes Interesse an den Fächern Mathematik, Physik und Werken/Technik.

Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es zum/r Boots- und Schiffbauermeister/in, zum/r Industriemeister/in - Holz bzw. zum/r Industriemeister/in - Kunststoff und Kautschuk. Zur Meisterprüfung kann man sich anmelden, wenn man mindestens drei Jahre als Geselle gearbeitet hat.

Ebenfalls möglich sind Weiterbildungen zum/r Techniker/in - Holztechnik oder Kunststoff- und Kautschuktechnik. Darüber hinaus gibt es eine ganze Reihe an Qualifizierungslehrgängen.

Als spätere Studiengänge kommen Fächer wie Ingenieur/in - Schiffbau/ Schiffstechnik oder Holztechnik bzw. Kunststofftechnik in Frage. Bewerber/innen ohne Abitur müssen dieses dann meistens auf dem zweiten Bildungsweg nachholen.

Was verdient ein/e Bootsbauer/in?

  • Angestellt: monatliche tarifliche Bruttogrundvergütung 2.224 - 2.400 €
  • Bootsbau- und Schiffbaumeister/innen angestellt/Tarif West 2.747 - 3.233 €

Trends und voraussichtliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt:

Mittelmäßige Aussichten - gute Aussichten im Norden und in Berlin!

  • In diesem Bereich gibt es die meisten Ausbildungsplätze im Handwerk, die Bereiche Industrie und Handel legen aber kontinuierlich zu
  • Wer einen Ausbildungsplatz ergattert, hat gute Chancen
  • Für den Beruf gibt es Schwerpunkt-Regionen: 43 Prozent der Auszubildenden im Bereich Industrie und Handel absolvieren ihre Ausbildung in Berlin, 26 Prozent in Baden-Württemberg und 23 Prozent in Niedersachsen
  • Im Bereich Handwerk absolviert über ein Drittel seine Ausbildung im Bundesland Schleswig-Holstein
  • Bootsbauer/innen müssen räumlich flexibel bleiben und gegebenenfalls später für einen Arbeitsplatz umziehen
  • Gerade im Luxussegment für individuelle Anfertigungen gibt es großen Bedarf, deutsche Reedereien sind weltweit gefragt beim Aus- und Umbau
  • Die Ausbildung wurde im Jahr 2000 komplett überarbeitet und aktualisiert

Wie kann ich schon jetzt einen Einblick in diesen Beruf erhalten?

Planen Sie für das nächste Wochenende - oder für den nächsten Sommer - einen Ausflug an ein Gewässer. Egal ob Binnensee, Fluss oder Meer - bei Sonnenschein und Wind tummeln sich viele Wassersportler und Ausflügler, kleine Kajaks und Tretboote müssen aufpassen, nicht von schnittigen Seglern oder Ausflugsbooten übersehen zu werden. Mieten Sie sich ein Boot und begeben sich selbst einmal auf große bzw. kleine Fahrt - natürlich um alle Boote und ihre Antriebsarten zu beobachten.

Werften können besichtigt werden - nicht alle und nicht jederzeit - denn über den Ausbau mancher Segelyacht hat ein Besitzer Stillschweigen vereinbart. Erkundigen Sie sich direkt bei der Werft - hier arbeitet man eher traditionell, fragen Sie in der Personalstelle - auch nach Praktikumsmöglichkeiten.

Es gibt Fachmessen wie die HanseBoot in Hamburg, hier kann jede/r Boote aller Art und Preise zu Wasser oder auf dem Land begutachten.

Ideal zum Boote beobachten ist im Sommer auch die Veranstaltung "Kieler Woche". Auf dem Bodensee finden ebenfalls regelmäßig Regatten statt.

Hat ein/e Bekannte/r ein Faltboot? Machen Sie sich den Spaß und versuchen Sie, es ohne Hilfe und Bauanleitung allein und möglichst schnell aufzubauen.

Stand: September 2008