Berufskraftfahrer/in

Was macht ein/e Berufskraftfahrer/in?

Personen befördern und Güter transportieren - das sind die Aufgaben von Berufskraftfahrern und -fahrerinnen. Im Personenverkehr sind sie als Busfahrer/innen im Linienverkehr oder im Reiseverkehr tätig. Im Güterverkehr sind sie hauptsächlich mit dem LKW unterwegs.

Sie verbringen viel Zeit sitzend hinter dem Steuer, alle Straßenverkehrsregeln im In- und Ausland müssen bekannt sein. Für das Steuern eines großen Fahrzeugs brauchen sie viel Geschick und Konzentration, auch nach Stunden hinter dem Lenkrad oder unter Zeitdruck. Oft arbeiten sie im Schichtdienst, auch nachts, auf größeren Fahrten sind sie tage- oder wochenlang unterwegs, im Reiseverkehr oft in den Ferienzeiten. Familie und Freunde sehen sie dann nur am Wochenende.

Transportiert wird alles und alle, von der Schulklasse bis zur Rockband auf Tour, der Fußballmannschaft auf dem Weg zum Meisterschaftsspiel oder Senioren auf Kaffeefahrt - auf seine Fahrgäste muss man sich einstellen können.

In der Ausbildung wird auch die Fahrberechtigung für die Klassen CE und D nach dem EU-Führerscheinrecht erworben.

Zu den Hauptaufgaben eines/r Berufskraftfahrers/in gehören:

  • Personen befördern und Güter transportieren
  • Vor Fahrtantritt: Übernahme- und Abfahrtskontrolle am Fahrzeug durchführen: Räder, Motor, Beschilderung, Funktionstätigkeit der Bremsanlagen etc., Tachoscheibe in den Fahrtenschreiber stecken
  • Be- und Entladen, Ladung gleichmäßig verteilen, Frachtraum bestmöglich nutzen, Ladung befestigen, sichern
  • Ladepapiere kontrollieren, Fahrtenbuch/Bordbuch führen
  • Formalitäten bei Grenzüberschreitungen, zum Beispiel Zoll, Warenbegleitpapiere, Passabfertigung der Insassen, Maut-Marken etc. erledigen
  • Routenplanung, Lenk- und Ruhezeiten einplanen und einhalten
  • 1. Hilfe zur Betreuung von Beifahrern und Fahrgästen nach Unfällen oder Zwischenfällen
  • Fahrzeuge reinigen und pflegen, betanken, Öl etc. nachfüllen
  • Einfache Störungen am Fahrzeug beheben

In der Personenbeförderung:

  • Ansprechpartner/in für Fahrgäste, zum Beispiel für Auskünfte über Anschlussmöglichkeiten
  • Fahrscheinverkauf und -kontrolle
  • Einhalten der Fahrpläne
  • Im Reiseverkehr Verkauf von Getränken etc., Kontrolle und Bedienung der sanitären Anlagen an Bord, Gepäckbeförderung etc.

Wo arbeitet ein/e Berufskraftfahrer/in?

  • Transportunternehmen des Güter- und Personenverkehrs
  • Speditionen
  • Kommunale Verkehrsbetriebe
  • Bus- oder Reisebusunternehmen
  • Post- und Kurierdienste
  • Abschlepp- und Pannendienste
  • Unternehmen der Baustoffherstellung und Getränke-/Lebensmittelindustrie
  • Unternehmen der Abfallwirtschaft

Wie werde ich Berufskraftfahrer/in?

Berufskraftfahrer/in ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz. Er ist keinem Berufsfeld zugeordnet. Der Monoberuf wird ohne Spezialisierung in privaten und öffentlichen Verkehrsunternehmen sowie in Industrie und Handel ausgebildet. Die Ausbildung erfolgt dual im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Sie ist bundesweit einheitlich geregelt und dauert 3 Jahre.

Eine schulische Ausbildung wird ebenfalls angeboten.

Zugangsvoraussetzung ist in der Regel mindestens ein Hauptschulabschluss, fast die Hälfte der Berufseinsteiger hatte diesen 2006, 26 Prozent hatten die mittlere Reife, 12 Prozent eine Berufsfachschule absolviert. Wichtige Schulfächer sind Mathematik, Deutsch, Physik und Englisch sowie EDV-Kenntnisse.

Manche Betriebe verlangen einen medizinisch-psychologische Eignungsuntersuchung mit Sehtest.

Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es zum/r Industriemeister/in - Kraftverkehr bzw. zum/r Techniker/in - Kraftfahrzeugtechnik oder zum/r Technischen Fachwirt/in.

Darüber hinaus gibt es eine ganze Reihe an Qualifizierungslehrgängen, zum Beispiel in Kraftfahrzeuginstandhaltung, Unfallverhütung oder für Gefahrguttransporte.

Was verdient ein/e Berufskraftfahrer/in?

  • Das Einkommen ist wesentlich abhängig von Berufserfahrung, Lebensalter, Verantwortlichkeit, Wichtigkeit der Arbeit und Region
  • Angestellt: tarifliche monatliche Bruttogrundvergütung 1.817 €

Trends und voraussichtliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt:

Schlechte bis mittelmäßige Aussichten

  • Der Bestand an Beschäftigten hat in den letzten Jahren gleichbleibend leicht abgenommen, die Arbeitslosenzahlen sind zwar zurück gegangen, mit um die 14 Prozent bleiben sie aber noch relativ hoch
  • Trotz Maut, hoher Kraftstoffpreise und Staus auf den Autobahnen hat der Gütertransport zugenommen
  • Die Logistik-Branche boomt einerseits dank des Online-Handels, durch den mehr Produkte transportiert werden müssen, andererseits macht es die Vernetzung möglich, günstige Transportmöglichkeiten im Ausland einzukaufen
  • Nur 55 Prozent aller angestellten Berufskraftfahrer/innen haben eine abgeschlossene Berufsausbildung, 44 Prozent haben keine oder eine unbekannte Ausbildung - Qualifizierung verbessert die Jobchancen
  • Die Neuregelung, die die zuvor zweijährige Ausbildung in den Fachrichtungen Personen- oder Güterverkehr aufhob, trat 2001 in Kraft

Wie kann ich schon jetzt Einblick in den Beruf bekommen?

Von jeder Autobahnbrücke können Sie den Güterverkehr beobachten, besonders nachts reiht sich Lastkraftwagen an Lastkraftwagen, viele Spezialtransporte sind dabei, in der Ferienzeit Reisebusse. Beobachten Sie an den Aufschriften Herkunftsland und Wegstrecke.

Auch bei Fahrten mit dem Linienbus, besonders in engen oder kurvigen Straßen und im Nachtbus oder bei Überlandfahrten, lassen sich die Aufgaben eines/r Berufskraftfahrers/in gut beobachten. Setzten Sie sich gleich hinter den/die Fahrer/in.

Manche Unternehmen suchen Begleitfahrer, die beim Be- und Entladen helfen. Erkundigen Sie sich vor allem bei den örtlichen Post-, Kurier- und Speditionsdiensten, auch bei Umzugsunternehmen. So können Sie sich gleichzeitig etwas dazu verdienen und die Aufgaben des Berufs kennenlernen.

Achten Sie im Straßenverkehr auf LKW´s, Busse und andere kommerzielle Transportfahrzeuge. Vielleicht ergibt sich auf (Klassen-)Reisen, z.B. an der Autobahnraststätte das eine oder andere Gespräch mit einem Berufskraftfahrer.

Stand: September 2008