Beamt(er/in) - Justizvollzugsdienst (mittlerer Dienst)

Was macht ein/e Beamt(er/in) im mittleren Justizvollzugsdienst?

Beamte und Beamtinnen im mittleren Justizvollzugsdienst gewährleisten in einer Justizvollzugsanstalt den sicheren Strafvollzug und unterstützen die Gefangenen dabei, künftig ein Leben in sozialer Verantwortung ohne Straftaten führen zu können.

Je nach Dienstrichtung beaufsichtigen und betreuen sie die Gefangenen im allgemeinen Vollzugsdienst oder bilden diese im sogenannten Werkdienst in unterschiedlichen Berufen aus und weiter. Dazu ist eine vorangegangene Berufsausbildung, zum Beispiel in einem Handwerk als Schreiner oder Bäcker, notwendig. Auch ein Verwaltungsdienst in verschiedenen Geschäftsstellen ist möglich. Darüber hinaus gibt es die Krankenpflege und Krankenbetreuung im Sanitätsdienst. Auch diese erfordert eine Zusatzausbildung.

Die Arbeit kann im Schichtdienst erfolgen, Gefangene werden rund um die Uhr beaufsichtigt und betreut. Wesentliches Ziel aber ist die Resozialisierung, eine Vorbereitung der Gefangenen auf ein Leben in Freiheit und Eigenverantwortung. Dieses Ziel sollen die Beamten im mittleren Justizvollzugsdienst durch ihre soziale Kompetenz wesentlich mit unterstützen.

Zu den Hauptaufgaben eines/r Beamt(er/in) im Justizvollzugsdienst (mittlerer Dienst) gehören:

  • Gefangene in einer Justizvollzugsanstalt, einem Gefängnis, beaufsichtigen und diese sicher unterbringen bzw. Sicherheitsverwahrung garantieren
  • Probleme der Gefangenen erkennen und angemessen darauf reagieren
  • Freizeitangebote vorschlagen und Insassen zu Freizeitangeboten begleiten
  • Kontakte mit Besuchern abwickeln
  • Haft- und Gemeinschaftsräume kontrollieren
  • Körperliche Durchsuchungen und Sicherungsmaßnahmen durchführen
  • Brief- und Paketkontrollen durchführen
  • Essen ausgeben
  • Im Sanitätsdienst kranke Gefangene pflegen oder betreuen und den/die Anstaltsarzt/ärztin unterstützen
  • Im Verwaltungsdienst Gefangenenakten, Personalakten, Karteien und andere Listen führen und verwalten bzw. pflegen

Wo arbeitet ein/e Beamt(er/in) im mittleren Justizvollzugsdienst?

  • Justizvollzugsanstalten, hier Allgemeinen Vollzugsdienst, im Werkdienst, Verwaltungsdienst, Sanitätsdienst

Wie werde ich Beamt(er/in) im mittleren Justizvollzugsdienst?

Beamter/Beamtin im mittleren Justizvollzugsdienst ist eine Ausbildung, die durch Verordnungen der einzelnen Bundesländer geregelt ist. Die Ausbildung wird von den Ländern angeboten, sie dauert 2 Jahre.

Voraussetzung ist zunächst ein mittlerer Bildungsabschluss. Darüber hinaus müssen die Bewerber/innen die beamtenrechtlichen Voraussetzungen erfüllen und an einem Auswahlverfahren teilnehmen. Außerdem darf die Höchstaltersgrenze nicht überschritten werden.

Alternativ zur mittleren Reife ist auch ein Hauptschulabschluss mit einer förderlichen abgeschlossenen Berufsausbildung oder eine Ausbildung in einem öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis oder ein gleichwertig anerkannter Bildungsstand möglich

Art und Umfang des Auswahlverfahrens regeln die einzelnen Länder unterschiedlich. In der Regel erfolgt die Auswahl nach Zeugnisnoten und den Ergebnissen des Eignungstests. In diesem werden unter anderem Allgemeinwissen, Deutsch- und Mathematikkenntnisse sowie Arbeitseffizienz und Arbeitsorganisation geprüft.

Es gibt außerdem eine ärztliche Einstellungsuntersuchung.

Die Ausbildung ist in folgenden Dienstrichtungen möglich:

  • Allgemeiner Vollzugsdienst
  • Werkdienst
  • Verwaltungsdienst
  • oder Krankenpflegedienst

Was verdient ein/e Beamt(er/in) im mittleren Justizvollzugsdienst?

  • Das Einkommen von Beamten und Beamtinnen ist durch das Bundesbesoldungsgesetz geregelt, das sich an die Landesbesoldungsgesetze anlehnt
  • Die Besoldung setzt sich aus Grundgehalt, weiteren Dienstbezügen (Familienzuschlag) und sonstigen Bezügen (jährliche Sonderzahlungen) zusammen
  • Das Grundgehalt bemisst sich nach der jeweiligen Besoldungsgruppe
  • Im Eingangsamt beträgt der monatliche Bruttogrundlohn 1.722 €
  • In der höchsten Besoldungsgruppe beträgt das Grundgehalt 2.663 €

Trends und voraussichtliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt:

Gute Aussichten

  • Wer die Eignungsprüfung und das Aufnahmeverfahren schafft, hat eine Lebenslange Jobgarantie als Beamter oder Beamtin - solange er/sie die beamtenrechtlichen Voraussetzungen nicht verletzt
  • Es werden nur so viele Beamte/Beamtinnen ausgebildet, wie auch gebraucht werden

Wie kann ich jetzt schon einen Einblick in diesen Beruf erhalten?

Einblicke in Gefängnisse sind schwer, denn es gibt hohe Sicherheitsvorkehrungen, auch für Besucher. Allerdings gibt es ab und zu auch in Gefängnissen, besonders im Jugendstrafvollzug, öffentliche Veranstaltungen - natürlich nur von einer Seite. Dann darf Publikum bestimmte Bereiche des Gefängnisses besuchen, zum Beispiel zu einer Aufführung oder einem Konzert. Aber auch hier muss man als Gast alle Stufen der Sicherheitskontrollen mitmachen und sich durchsuchen lassen.

Öffentlich sind die meisten Gerichtsverhandlungen, auch strafrechtliche Verfahren in den Gerichten. Hier können Sie einen Justizvollzugsbeamt(en/in) beobachten, wenn er/sie Gefangene zu Verhandlungen begleitet - manchmal sind diese Termine Minutensache, manchmal aber auch sehr spannend. Bringen Sie Zeit mit!

Stand: Oktober 2008