Baugeräteführer/in

Was macht ein/e Baugeräteführer/in?

Baugeräteführer/innen bedienen Baugeräte und Maschinen im Hoch-, Tief- und Straßenbau. Dazu gehören zum Beispiel Kräne, Bagger, Planierraupen, Beton- und Asphaltmischanlagen, Walzen, Aufbereitungsanlagen für Straßenbelag sowie hydraulische oder pneumatische Baugeräte-Systeme. Ihr Arbeitsplatz ist in den meisten Fällen die Baustelle und dort das Führerhaus ihres Fahrzeugs, das sie zum Beispiel bei hohen Kränen für die Dauer der Arbeitszeit nicht verlassen. Es liegt 10 bis 30 Meter hoch über der Baustelle, schwindelfrei sollte man sein und ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen haben, denn Ladungen müssen punktgenau abgesetzt werden. Ist ein Bauprojekt fertig gestellt, wechseln Baugeräteführer/innen mit ihren Maschinen an einen anderen Ort. Schutzkleidung, oft ein Ohrenschutz und das Einhalten aller Sicherheits- sowie Unfallverhütungsvorschriften gehören zu diesem Beruf dazu. Mit ihren Kenntnissen sorgen Baugeräteführer/innen dafür, dass alle Maschinen stets am richtigen Ort, gut gewartet und zum Einsatz bereit sind.

Zu den Hauptaufgaben eines/r Baugeräteführers/in gehören:

  • Bauarbeiten vorbereiten auf der Grundlage von Skizzen und Plänen
  • Baustellen einrichten, sichern, Arbeits-und Schutzgeräte aufbauen
  • Baugeräte verladen und zum Arbeitsort transportieren
  • Baugeräte in Betrieb nehmen, führen, außer Betrieb nehmen
  • Mit den Baugeräten zum Beispiel Gräben und Gruben ausheben, Gründungen herstellen, Oberböden abtragen, Böden lösen, laden, fördern, einbauen oder verdichten, Fertigteile transportieren und einbauen, Betonrohre verlegen etc.
  • Anlagen bedienen, zum Beispiel Betonmischanlagen oder -pumpen
  • Baugeräte umrüsten mit verschiedenen Anbau- und Zusatzgeräten, zum Beispiel unterschiedliche Baggerschaufeln einsetzen
  • Baugeräte warten und instand halten, zum Beispiel mit Kraft- und Schmierstoffen oder Hydraulikölen, diese kontrollieren, nachfüllen, wechseln
  • Störungen feststellen, Maßnahmen zur Fehlerbeseitigung durchführen
  • Sicherheitsvorschriften, Unfallverhütungs- und Umweltschutzbestimmungen anwenden bzw. beachten

Wo arbeitet ein/e Baugeräteführer/in?

  • Hoch- und Tiefbauunternehmen
  • Straßenbauunternehmen
  • Spezialtiefbau, zum Beispiel Tunnelbau
  • Steinbruch- und Tagebau-Unternehmen
  • Handel und Verleih von Baumaschinen und Baugeräten

Wie werde ich Baugeräteführer/in?

Der Beruf des/r Baugeräteführers/in ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz. Die Ausbildung ist bundesweit einheitlich geregelt und wird von Unternehmen des Hoch-und Tiefbaus sowie des Straßen- und Spezialtiefbaus angeboten. Sie erfolgt dual im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule und dauert 3 Jahre.

Der Berufsschulunterricht findet länderübergreifend als Blockunterricht an drei Orten in Deutschland statt (Schondorf, Gelsenkirchen, Meiningen).

Offiziell gibt es keine Zugangsvoraussetzungen, die Unternehmen stellen jedoch zu nahezu gleichen Teilen Bewerber/innen mit Hauptschulabschluss (45 Prozent) bzw. mit mittlerem Bildungsabschluss (41 Prozent) ein. Nur 1 Prozent hatte 2006 keinen Schulabschluss. Wichtige Schulfächer sind Physik und Technik, auch Mathematik.

Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es zum/r Baumaschinenmeister/in oder zum/r Techniker/in - Betriebswissenschaft. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Qualifizierungslehrgänge von der Ladungssicherung bis zur Arbeitssicherheit.

Was verdient ein/e Baugeräteführer/in?

  • Das Einkommen ist wesentlich von den jeweiligen Arbeits- und Qualifikationsanforderungen abhängig. Berücksichtigung finden zudem Berufserfahrung, Lebensalter, Verantwortlichkeit und Wichtigkeit der Arbeit bzw. die Region
  • Angestellt: tarifliche monatliche Bruttogrundvergütung ca. 2.233 €
  • Schicht- und Wochenendzulagen sind möglich, ebenso Zulagen bei Auslandseinsätzen

Trends und voraussichtliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt:

Mittelmäßige bis schlechte Aussichten

  • Der Bestand an Beschäftigten auf dem Bau geht seit Jahren sehr stark zurück, gleichzeitig nahm die Zahl der Arbeitslosen Baumaschinenführer/innen drastisch zu - 2005 lag sie bei über 30 Prozent - seitdem hat sich die Zahl halbieren können - Arbeitskräfte aus dem Ausland halten das Lohnniveau niedrig - nur knapp über 70 Prozent haben eine abgeschlossene Berufsausbildung
  • Fachleute werden aber immer gesucht - eine teure Bau- oder Spezialmaschine wie zum Beispiel ein Tunnel-Bohrer muss im Idealfall rund um die Uhr im Einsatz sein
  • Das heißt: nur Fachkräfte haben gute Job-Chancen, sie müssen räumlich und zeitlich flexibel und Schichtarbeit gewöhnt sein, auch im Ausland
  • Für Fachleute aus dem Tätigkeitsfeld "Maschineninstandhaltung" - also Mechaniker- und Mechatronik-Berufe - ist der Zugang über eine Fortbildungsqualifizierung ebenfalls möglich
  • Der Beruf ist eine Männerdomäne, nur 0,2 Prozent sind Frauen, obwohl 1994 das Arbeitsverbot für Frauen auf dem Bau in Westdeutschland aufgehoben wurde (in Ostdeutschland durften Frauen schon immer Baumaschinen führen)
  • Frauen sind willkommen, ihre Bewerbungen sind gewünscht

Wie kann ich schon jetzt einen Einblick in diesen Beruf erhalten?

Groß-Baustellen (HafenCity in Hamburg, Kölner Dom, Erweiterung Frankfurter Flughafen) kann man mit geführten Gruppen an Wochenenden besichtigen, oft gibt es auch Aussichtsplattformen, von denen man die Aktivitäten der Kräne und Bagger beobachten kann. Ist die Baustelle ein Projekt von Städten, Ländern oder dem Bund, dann fragen Sie in Ihrer Gemeinde/Stadt nach Terminen und Besuchsmöglichkeiten.

Für alle, die sich wirklich testen wollen, gibt es Bagger-Kurse in stillgelegten Kiesgruben und auf Übungsplätzen, zum Beispiel in Heidelandschaften. Gegen Gebühr und mit fachkundiger Anleitung darf hier jede/r (meist ab 18 Jahren und mit Fahrerlaubnis) Baggerführer/in sein und ordentlich Sand schaufeln. Leider ist das Vergnügen nicht billig, vielleicht wünschen Sie sich solch einen Test-Tag oder zumindest die Grundlagen dazu zum Geburtstag.

Gibt es in Ihrem Bekanntenkreis eine/n Baugeräteführer/in? Oder arbeitet der Vater oder die Mutter eines Klassenkameraden in diesem Beruf? Vielleicht dürfen Sie ja den/die Baugeräteführer/in einmal am Arbeitsplatz besuchen.

Stand: September 2008