Bankkaufmann/-frau

Was macht ein/e Bankkaufmann/-frau?

Bankkaufleute sind in allen Geschäftsabteilungen von Kreditinstituten tätig. Dort beraten sie Privat- und Geschäftskunden in allen Fragen zu Finanzprodukten, wie Kontoführung, Zahlungsverkehr, bei Kapitalanlagen und Kreditgeschäften sowie beim Abschluss von Versicherungen. Kundenaufträge wickeln sie selbst ab. Im internen Bereich organisieren sie abwicklungstechnische Vorgänge, die Materialbeschaffung und den Einkauf. Sie sind für interne Revisionen, Kontrollen im Rechnungswesen und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften verantwortlich, manchmal auch für das Personalwesen. Zu den Hauptaufgaben eines/r Bankkaufmanns/-frau gehören:

  • Beratung und Betreuung von Kunden
  • Kundenneugewinnung
  • Verkauf von Bankleistungen wie Hypotheken, Lebensversicherungen, Bausparverträge, Kredite usw.
  • Kontoführung
  • Abwicklung des nationalen und internationalen Zahlungsverkehrs
  • Anlagenberatung
  • Wertpapierberatung und Wertpapierhandel

Wo arbeitet ein/e Bankkaufmann/-frau?

  • Kreditinstitute wie Banken, Direktbanken, Spar- und Bausparkassen
  • Börsen und Wertpapierhandel
  • Unternehmen im Bereich Controlling, Revision, Marketing
  • In Betrieben im Bereich Organisation, Datenverarbeitung und Personalwesen
  • Versicherungen
  • Immobilienvermittlungen
  • Unternehmensberatung
  • Selbständig als unabhängige/r Finanzdienstleistungsberater/in

Wie werde ich Bankkaufmann/-frau?

Der Beruf des/r Bankkaufmanns/-frau gehört zur Gruppe der kaufmännischen Berufe, er ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz und dem Berufsfeld Wirtschaft und Verwaltung zugeordnet, Schwerpunkt Absatzwirtschaft und Kundenberatung. Es gibt keine Spezialgebiete. Die Ausbildung dauert 3 Jahre und erfolgt dual, sie findet abwechselnd im Betrieb und in der Berufsschule statt.

Ein guter Realschulabschluss erfüllt mindestens die Anforderungen in der Ausbildung. Im Jahr 2006 hatten 61 Prozent der zukünftigen Bankkaufleute die Hochschulreife, 28 Prozent einen mittleren Schulabschluss, 10 Prozent hatten eine Berufsfachschule absolviert, ein Prozent die Hauptschule. Nach dem Berufsbildungsgesetz ist offiziell keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben.

Ein späteres Studium, zum Beispiel Betriebswirtschaftslehre (BWL) oder Volkswirtschaftslehre (VWL) vermitteln sehr gute Job- und Aufstiegschancen. Ohne Abitur muss dieses meistens auf dem zweiten Bildungsweg nachgeholt werden.

Was verdient ein/e Bankkaufmann/-frau?

  • Angestellt: monatliche tarifliche Bruttogrundvergütung 2.102 - 2.629 €
  • Je nach Berufsjahren und Aufgabenfeld kann sich das steigern, zum Beispiel 4.032 € (Tarifgruppe 9 nach elf Berufsjahren)
  • Im Wertpapierhandel, bei Versicherungen und Unternehmensberatungen wird oft ein außertarifliches Gehalt verhandelt, das viel höher liegen kann

Trends und voraussichtliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt:

Mittelmäßige Aussichten

  • Großbanken bauen zum einen massiv klassische Arbeitsplätze ab, schaffen aber gleichzeitig neue Arbeitsplätze in Spezialgebieten - diese oft ausgelagert
  • Dazu gehören: Rating (Einschätzung der Kreditfähigkeit), Factoring (Umsatzfinanzierung, besonders im Mittelstand), Geldanlage von Privathaushalten, Altersvorsorge, Versicherungsvermittlung in der EU und Internationalisierung
  • Privatbanken zur Vermögensbetreuung von Privatpersonen nehmen zu
  • Ethik- und Ökobanken werden zunehmen, außerdem die Bereiche Online-Banking und "Quants", durch ein Computerprogramm gemanagte Fonds
  • Die Zahl der Beschäftigten im Bankwesen geht seit 2003 kontinuierlich zurück

Wie kann ich schon jetzt einen Einblick in diesen Beruf erhalten?

Wenn Sie nicht schon eins haben, eröffnen Sie ein Giro-Konto bei einer Bank oder Sparkasse. Schülern wird dieses meistens kostenlos angeboten. Lassen Sie sich gleich bei mehreren Instituten ausführlich beraten, auch über Ihre Kreditfähigkeit etc. Schließlich sind Schüler/innen die Kunden von morgen, denen man sich mit genauso viel Engagement widmet.

Begleiten Sie auch Eltern, Geschwister, Verwandte oder Bekannte zu einem Beratungstermin in das Kreditinstitut.

Stand: September 2008