Bäcker/in

Was macht ein/e Bäcker/in?

Bäcker/innen stellen Brote und Brötchen, Feinbackwaren, Kleingebäck, Backwarensnacks, Torten und Süßspeisen, Desserts, kleine Gerichte und zum Beispiel Eiscreme oder auch Nudeln her. Anschließend werden diese im Verkaufsraum verkauft - viele Bäcker/innen stehen selbst mit hinter dem Tresen und beraten ihre Kunden persönlich. Zur Arbeit gehört auch die Präsentation der Backwaren und die richtige Lagerung bei Verkauf und Auslieferung.

Hygiene bei der Arbeit mit Lebensmitteln ist oberstes Gebot, Arbeitskleidung gehört dazu, ein/e Bäcker/in darf keine ansteckenden Krankheiten haben. An die Arbeitszeiten muss man sich erst gewöhnen, Bäcker/innen beginnt nachts, wenn andere noch schlafen oder feiern, damit ab 7.00 Uhr ofenfrische Brötchen und Brote zum Verkauf bereit stehen - auch am Wochenende. Und ein/e Bäcker/in muss zupacken und große Bleche oder Mehlsäcke wuchten können. Am Backofen oder im Umgang mit Laugen und heißen Fetten ist Vorsicht geboten.

Zu den Hauptaufgaben eines Bäckers/in gehören.

  • Rohstoffe auswählen, abwiegen, nach Rezeptur mischen, kontrollieren
  • Vorteige ansetzen, Hefeansätze bereiten, Füllungen und Cremes vorbereiten
  • Hefe-, Blätter-, Mürbe-, Sauer-, Lebkuchenteige und andere Rezepturen kneten und formen bzw. herstellen durch Rollen, Schneiden, Wickeln, Füllen, Rühren, Streichen, Ausstechen, Belegen, Anrichten - auch mit Maschinen
  • Gärungsvorgänge und Backprozesse überwachen
  • Backöfen und andere Geräte heizen, bedienen, warten und reinigen
  • Teige und Massen in Backformen abfüllen oder auf Backbleche bringen
  • Torten und Desserts entwerfen und herstellen, mit Ornamenten verzieren
  • Neue Speisen und Backwaren entwickeln - Sortiment erweitern
  • Kunden beraten und Bäckereiprodukte verkaufen im Laden/auf Märkten
  • Erzeugnisse lagern, schneiden, abwiegen, verpacken, ggf. tieffrieren etc.
  • Qualitätskontrolle und Teamanleitung
  • Rohstoffe und Zutaten bestellen, lagern, abrechnen etc.

Wo arbeitet ein/e Bäcker/in?

  • Bäckereien und Großbäckereien
  • Nahrungsmittelindustrie
  • Spezial- und Diätbäckereien
  • Gastronomie und Catering

Wie werde ich Bäcker/in?

Bäcker/in ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz und der Handwerksordnung. Er ist dem Berufsfeld Ernährung und Hauswirtschaft zugeordnet und wird in Industrie und Handwerk ausgebildet. Die bundesweit einheitlich geregelte Ausbildung dauert 3 Jahre, sie erfolgt dual im Betrieb und in der Berufsschule. Auch eine schulische Ausbildung ist möglich.

Von Bewerber/innen vorausgesetzt wird in Bäckereihandwerksbetrieben meistens mindestens ein Hauptschulabschluss, Ausbildungsbetriebe aus Industrie und Handel bevorzugen einen mittleren Bildungsabschluss. Rein rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Wichtige Schulfächer sind Mathematik und Chemie.

Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es anschließend zum/r Bäckermeister/in bzw. Industriemeister/in - Lebensmittel oder Süßwaren.

Nach der neuen Handwerksordnung können sich Bäcker/innen entweder nach der Meisterprüfung oder nach mindestens sechsjähriger Gesellentätigkeit im zulassungspflichtigen Bäckerhandwerk mit einer eigenen Backstube selbständig machen.

Was verdient ein/e Bäcker/in?

  • Ausgelernte Bäcker/innen in den ersten Berufsjahren 1.319 - 1.763 €
  • Angestellt: durchschnittliche tarifliche monatliche Bruttogrundvergütung nach mehreren Berufsjahren, abhängig von Aufgabe, Alter, Region 2.242 €
  • Bäckermeister/in: angestellt monatliche Bruttogrundvergütung 2.450 - 2.548 €

Trends und voraussichtliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt:

Mittelmäßige Aussichten

  • Das traditionelle Handwerk wir zunehmend von Großbäckereien und Backshops mit Self-Service verdrängt - besonders in den Großstädten - Die Jobaussichten in der Lebensmittelindustrie sind deshalb deutlich besser
  • Die Arbeitslosigkeit im Bäckereiwesen ist überdurchschnittlich hoch, allerdings sind die Hälfte der Arbeitslosen ohne Berufsausbildung
  • Brot bleibt das Grundnahrungsmittel, das immer gebraucht wird - dementsprechend der Beruf des/r Bäckers/in - Meister/innen werden bevorzugt
  • Kunden verlangen ein immer größeres Sortiment, internationale Backwaren liegen im Trend, neue Rezepturen und ein breites Angebot sind gefragt
  • Jobgarantie mit großen Wachstumsraten gibt es als Bio-Bäcker/in: das Gesundheits- und Qualitätsbewusstsein der Verbraucher ist stark gewachsen, damit die Nachfrage nach Bio-Produkten, die Produktion kann 2008 in Deutschland die Nachfrage nicht decken
  • Ebenfalls im Trend: Bäckereien als Dienstleister mit Café und Mittagsgerichten - guter Service und freundliche Beratung inklusive
  • High-Tech hält auch in den Backstuben Einzug: hochautomatisierte Öfen, nanobeschichte Backbleche sowie Pinsel aus Silikon erleichtern das Reinigen

Wie kann ich schon jetzt einen Einblick in diesen Beruf erhalten?

Backstuben suchen oft Aushilfskräfte für den Verkaufstresen, meistens am Wochenende. Wenn Sie hier einen Minijob annehmen, erhalten Sie bereits wertvolle Einblicke hinter die Kulissen der Backstube. Sie bekommen einen Überblick über das Sortiment, lernen Kundenwünsche kennen und verdienen sich ein Taschengeld dazu.

Auch für ihren Stand auf Wochen- oder Weihnachtsmärkten suchen viele Bäckereien Aushilfen. Fragen Sie bei ihrem Bäcker um die Ecke einfach mal nach.

Backen Sie zu Hause: Kuchen, Plätzchen, Torten, Pizza oder selbstgemachte Eiscreme finden bestimmt schnell freiwillige Testpersonen. - Aber bitte keine fertigen Backmischungen einsetzen. Probieren Sie stattdessen verschieden Teigsorten aus.

Beim nächsten Schulfest oder Vereinsfest können Sie einen selbstgebackenen Kuchen beisteuern oder den Platz des/r Waffelbäckers/in übernehmen. Ein Feedback auf Ihre Backkünste erhalten Sie hier prompt - und es sollte Spaß machen!

Stand: September 2008