Automobilkaufmann/-frau

Was macht ein/e Automobilkaufmann/-frau?

Automobilkaufleute sind Handelsspezialisten rund um das Produkt Auto. Sie handeln mit neuen und gebrauchten Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeug-Zubehör und -Teilen. Privat- und Geschäftskunden bieten sie sämtliche damit zusammenhängenden Serviceleistungen an. Sie führen Beratungs- und Verkaufsgespräche, arbeiten Kauf- und Finanzierungsverträge aus und bestellen Fahrzeuge sowie Zubehör bei den Händlern. Gebrauchtwagen werden geschätzt und in Zahlung genommen.

Zu den Hauptaufgaben des/r Automobilkaufmanns/-frau gehören:

  • Einkaufsgespräche mit Händlern führen
  • Beratungs- und Verkaufsgespräche mit Kunden führen
  • Komplette Abwicklung von An- und Verkäufen
  • Vergabe von Aufträgen und Überwachung der Auftragsabwicklung
  • Dienstleistungen rund um das Kraftfahrzeug, wie z. Bsp. Vermittlung und Vorbereitung von Leasingverträgen oder Garantie- und Wartungsverträge
  • Preiskalkulation, Rechnungserstellung und Provisionsabrechnung
  • Bearbeiten von Reklamationen
  • Beobachten des regionalen und überregionalen Kfz-Markts der Branche

Wo arbeitet ein/e Automobilkaufmann/-frau?

  • Autohäuser für Neu- und Gebrauchtwagen
  • Kfz-Hersteller und Autowerke
  • Im- und Exporteure für Kraftfahrzeuge und Motorräder
  • Firmen für Produkte rund ums Auto
  • Autovermietungen
  • Kfz-Versteigerer und Pfandleihhäuser

Wie werde ich Automobilkaufmann/-frau?

Der Beruf des/r Automobilkaufmanns/-frau gehört zur Gruppe der kaufmännischen Berufe. Er ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz und wird ohne Schwerpunkte im Handel, im Handwerk und in der Industrie ausgebildet. Die Ausbildung dauert 3 Jahre und findet dual im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt. Eine schulische Ausbildung ist ebenfalls möglich.

Es gibt keine bestimmte Zugangsvoraussetzung, aber besonders Realschüler und Abiturienten erfüllen die Anforderungen. Im Jahr 2006 begannen jeweils 34 Prozent diese Ausbildung mit mittlerem Bildungsabschluss bzw. Abitur, 7 Prozent mit Hauptschulabschluss, 21 Prozent hatten eine Berufsfachschule absolviert.

Die Schulen legen eigene Zugangskriterien fest. Nur zwei Prozent der Automobilkaufleute starten die Ausbildung ohne Schulabschluss. Wichtige Fächer sind Mathematik, Deutsch und Wirtschaft, darüber hinaus auch Computer/PC-Erfahrung.

Als Weiterbildung kann man die Prüfung zum/r Automobil-Fachwirt/in ablegen.

Mit einem Studium, z.B. Betriebswirtschaftslehre/Automobilhandel, kann man später selbständig ein Autohaus führen. Ohne Abitur muss dieses meistens auf dem zweiten Bildungsweg nachgeholt werden.

Was verdient ein/e Automobilkaufmann/-frau?

  • Das Einkommen ist von Arbeits- und Qualifikationsanforderungen abhängig, berücksichtigt werden zudem Berufserfahrung, Lebensalter, Verantwortlichkeit und Wichtigkeit der Arbeit. In der Automobilbranche werden erfolgsabhängige Provisionen zusätzlich zum Grundgehalt gezahlt
  • Angestellt: monatliche tarifliche Bruttogrundvergütung 1.769 - 2.246 €
  • Automobil-Fachwirt/in: monatliches tarifliches Grundgehalt: 2.836 - 3.195 €
  • Mit Berufserfahrung liegt das Gehalt im Durchschnitt um 3.000 €

Trends und voraussichtliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt:

Mittelmäßige Aussichten, in alternativen Bereichen gute Aussichten

  • Der Markt für Kraftfahrzeuge unterliegt seit längerem einem Strukturwandel in den Vertriebsformen durch Internet, Händlernetze, Reimporte etc., billiger Einkauf ist mehr denn je gefragt, Fahrzeuge mit geringem Verbrauch ebenfalls
  • Je teurer der Kraftstoff, je exklusiver die Autos: besonders hochwertige Automobile verkaufen sich immer - aber die Ressourcen sind bekanntlich begrenzt
  • Alternative Kraftstoffe wie Autogas, Biodiesel, Ethanol und Elektroautos sowie Hybridmotoren sind im Kommen, Experten werden gebraucht - Marktsegment ist der Fachbetrieb für Umrüstungen
  • Neben Umweltfreundlichkeit spielt die Sicherheit eine wichtige Rolle: Softwaremodule im Fahrzeug, Verkehrslenkungssysteme, Funktechnik - Kennt-nisse über Softwaresysteme und deren Funktion sind in Zukunft gefragt
  • Die Anzahl der Ausbildungsverträge im Handel steigt seit Jahren, ein Viertel der angehenden Automobilkaufleute macht die Ausbildung in Bayern, gefolgt von Nordrhein-Westfalen - regional ist der Bedarf sehr unterschiedlich

Wie kann ich schon jetzt einen Einblick in diesen Beruf erhalten?

Begleiten Sie einen Bekannten oder Verwandten, der gerade auf der Suche nach einem Auto ist, in die Autohäuser. Beim Beratungs- und Verkaufsgespräch erhalten Sie einen guten ersten Eindruck.

Auch im Internet können Sie einmal umfangreich nach ihrem Traumauto recherchieren.

Ober Sie lassen sich persönlich beraten, denn Sie sind der Kunde bzw. die Kundin von morgen - auch wenn Sie heute noch nicht selbst ein Auto fahren dürfen. Ein/e gute/r Verkäufer/in erkennt das sofort und erklärt Ihnen gern alles über ihr zukünftiges Traumauto. Fragen Sie auch, ob ein Praktikum in den Ferien möglich ist.

Stand: September 2008