Augenoptiker/in

Was macht ein/e Augenoptiker/in?

Ein/e Augenoptiker/in stellt Brillen und Kontaktlinsen her und passt diese den Kunden individuell an. Dazu führen sie zunächst eine Sehschärfenbestimmung durch einen Sehtest durch. Neben der optischen Beratung der Kunden geht es um die modische Beratung, um Trends, Typen und neue Materialien. Darüber hinaus verkaufen Augenoptiker/innen optische Geräte und Zubehör und erledigen alle kaufmännischen Arbeiten. Arbeitsplatz sind Verkaufsraum und Werkstatt zugleich.

Zu den Hauptaufgaben des/r Augenoptikers/in gehören:

  • Sehtests mit High-Tech-Geräten zur Kontrast- und Blendempfindlichkeit, Dämmerungssehen, räumliches Sehen, Farbsehen
  • Bearbeiten der Brillengläser durch Zentrieren und Schleifen
  • Einarbeiten der Brillengläser in Fassungen - millimetergenau
  • Anatomische Anpassung der Brillen beim Kunden
  • Kundenberatung und Verkauf
  • Reparatur beschädigter Brillen und optischer Geräte
  • Kaufmännische Arbeiten wie Kalkulation und Buchhaltung
  • Dekoration und Werbung

Wo arbeitet ein/e Augenoptiker/in?

  • Betriebe des Augenoptikerhandwerks
  • Augenoptische Industrie
  • Handelsvertretungen von optischen Unternehmen, auch im Außendienst
  • Augenkliniken (Bereich refraktive Chirurgie)
  • Selbständigkeit mit eigenem Betrieb (als Meister/in)

Wie werde ich Augenoptiker/in?

Der Beruf des/r Augenoptikers/in gehört zur Gruppe der medizinischen Berufe. Er ist ein anerkannter Beruf nach der Handwerksordnung und wird ohne Spezialisierung im Handwerk ausgebildet. Die Ausbildung zum/r Augenoptiker/in erfolgt dual im Betrieb und in der Berufsschule. Sie dauert 3 Jahre und schließt mit einer anerkannten Prüfung ab.

Ideal ist ein mittlerer Bildungsabschluss, über die Hälfte angehenden Augenoptiker/innen hat die mittlere Reife, 33 Prozent das Abitur und 8 Prozent den Hauptschulabschluss, nur 1 Prozent verfügt über keinen Schulabschluss.

Die Weiterbildung zum/r Augenoptikermeister/in findet an einer Höheren Fachhochschule oder an einer Fachakademie statt.

Selbständig machen können sich Augenoptiker/innen nach erfolgreicher Meisterprüfung oder sechsjähriger Gesellentätigkeit (davon 4 Jahre in leitender Stellung).

Ein Studium mit Bachelor-Abschluss zum/r Ingenieur/in für Augenoptik ist später möglich. Ohne Abitur muss dieses meistens auf dem zweiten Bildungsweg nachgeholt werden.

Was verdient ein/e Augenoptiker/in?

  • Angestellt: monatliche tarifliche Bruttogrundvergütung 1.513 - 1.763 €
  • Optikermeister/innen verdienen 1.800 - 2.150 €, Filialleiter 2.800 €
  • Selbständige verdienen im unteren Bereich ca. 2.000 €, durchschnittlich 3.500 €, Spitzengehälter bis zu 7.500 €
  • /innen für Augenoptik: monatliche Bruttogrundvergütung: 4.079 €

Trends und voraussichtliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt:

Mittelmäßige Aussichten

  • Nach einem Anstieg in 2005 ist die Zahl der arbeitslos gemeldeten Augenoptiker/innen 2007 wieder deutlich gesunken
  • Veränderungen mit der Gesundheitsreform (95 Prozent einer Sehhilfe sind heute Eigenleistungen) und der Anpassung an EU-Recht, die sogenannten Optometristen in anderen EU-Ländern haben größere Aufgabenfelder (Augenbehandlung, Medikamente verordnen etc.)
  • Gute Aussichten für Mitarbeiter von Augenkliniken, die Laseroptik anbieten
  • Nur 12 Prozent der 2007 beschäftigten Augenoptiker/innen waren älter als 50 Jahre - Pensionierungen der meisten liegen noch in weiter Zukunft

Wie kann ich schon jetzt einen Einblick in diesen Beruf erhalten?

Gehen Sie in ein Optikerfachgeschäft und lassen Sie bei sich einen Sehtest durchführen. Im Rahmen des Kundenservice wird dieser vielfach kostenlos angeboten, auch für den Führerschein sind die Kosten relativ gering. Oder lassen Sie sich in Bezug auf eine Sonnenbrille oder ein Fernglas bzw. anderes optisches Gerät beraten.

Natürlich können Sie auch einen Freund oder Bekannten zum nächsten Sehtest und beim Aussuchen einer neuen Brille begleiten. Oder brauchen Sie selbst gar eine? Modische Beratung seitens eines Freundes/einer Freundin ist hier ohnehin gefragt. Beobachten Sie, wie der/die Optiker/in dabei arbeitet.

Stand: September 2008